15.09.13
Besichtigung des Limeskastell Pohl
http://www.limeskastell-pohl.de/new/
Meine Tochter wollte mit mir wandern und ich schlug ihr vor, das Kastell in Pohl zu besichtigen und anschließend hinunter zu gehen ins Jammertal, Hasenbachtal und über Obertiefenbach zurück nach Pohl (ein Stück am Limes entlang). Diese Gegend ist uns sehr vertraut da wir in Obertiefenbach ein Wochenendhaus besaßen. Wir hatten damals öfter den Limes besucht oben im Wald, wir haben uns natürlich als Germanen gefühlt, da wir außerhalb des Limes wohnten.
Der Beitrag kommt ein bisschen spät aber es ging leider nicht anders.
Ich hatte das Kastell noch nicht gesehen, denn als ich am Limes unterwegs war, stand das Kastell noch nicht. Ich las damals im Internet, dass die Idee vorhanden war, doch ich glaubte nicht daran, dass es jemals gebaut würde (muss ich zu meiner Schande gestehen). Im übrigen fand ich den Limesabschnitt von Holzhausen, Pohl bis nach Bad Ems sehr schön.
Als wir am Kastell in Pohl ankamen waren wir gleich beeindruckt und wir wurden auch sehr nett empfangen, es war noch früh und man bot uns an, an der Führung teilzunehmen. Es war jedoch noch Zeit in der "Cantina" einen Kaffee zu trinken. Wir wollten eigentlich nur ein Blick in das Kastell werfen, um dann zu Wandern. Doch die Führung, ein Limes Cicerones, war sehr ansprechend und überzeugte uns durch sein Wissen doch zu bleiben. Zuerst sahen wir eine Schlafstube der römischen Soldaten, es war sehr eng in dem Raum, Bett an Bett und wenig Bewegungsraum im Gang. Am Eingang war eine Kochstelle, die Besatzung musste in dem Raum auch noch Essen zubereiten, sie mussten erst Korn zu Mehl malen um sich dann vielleicht ein Fladenbrot zu backen. Die Betten würden heutigen Soldaten nicht mehr reichen, sie waren viel kürzer als heutige Betten. Im Vorraum konnten die Waffen und die Rüstung abgenommen werden. Bei einem Alarm musste es ein ziemliches Durcheinander gewesen sein, bis jeder seine eigenen Waffen hatte. Als nächstes besichtigten wir einen größeren Raum der einiges zu bieten hatte. Ein Modell vom Kastell Nieder-Bieber, einige Fundstücke, verschiedene römische Helme in ihrer Entwicklung, das letzte Modell sah leichter aus als die Vorgänger. Unser Führer zeigte uns auch die Bogen, die er zum Teil selbst hergestellt hat. Das war schon zu römischen Zeiten eine unglaubliche präzise Herstellung mit verschiedenen Materialien. Außerdem hat mich beeindruckt wie unser Cicerone Feuer entzündet hat. Mit einem Feuerstein und ein Metallschlagring wurden Funken erzeugt die den Zunder zum glimmen brachten. Ich hatte mir immer wieder mal vorgenommen zu lernen, wie man ein Feuer nach alter Methode entzündet, das habe ich aber bis heute noch nicht verwirklicht.
Inzwischen kamen noch weitere Gäste, die sich uns anschlossen. Das Kastell wirkt auf den ersten Blick nicht sehr groß, doch wenn man dann die Halle betritt wunderte ich mich doch über die Ausmaße. Es ist geplant, diese Halle auch für Veranstaltungen zu nutzen. Darüber wird auf der Homepage des Kastells informiert. Die Homepage informiert auch über die Planung des Kastells und einem Förderkreis.
Nach der Halle besichtigten wir auch den neuen Römerturm außerhalb des Kastells, Rollstuhlfahrer können den Eingang zum Turm über eine Brücke vom Kastell aus erreichen. Der Turm war ursprünglich nicht so nah am Kastell gebaut.
Mittlerweile war es schon Mittag geworden und wir entschieden uns in der Cantina zu essen. Wir wurden nett bedient und es hat uns auch gut geschmeckt, ich hatte ein Wildgulasch und meine Tochter liebt mehr ein Vegetarisches Mahl.
Mir hat der Besuch gut gefallen und kann eine Besichtigung nur empfehlen. Es ist wirklich eine tolle Leistung für so eine kleine Gemeinde und es sieht wirklich danach aus, das es eine Erfolgsgeschichte wird.
Wir wanderten dann noch hinunter ins Jammertal, konnten aber unser Vorhaben nicht mehr durchführen über Obertiefenbach zurück zum Kastell zu wandern. Auf dem Rückweg zum Kastell sammelten wir auf der Wiese des Modellflugplatzes noch eifrig Wiesenchampignon ein, ganz jung und frisch. Sie mundeten dann zu Hause ganz köstlich.
Bilder vom Kastell unter
http://s366640027.website-start.de/limes-a-roman-wall-in-germany/kastell-pohl/
Dienstag, 13. Mai 2014
Samstag, 20. Juli 2013
Chester, Roman Fort
Chester in England, eine alte, historische Stadt
Chester liegt südlich von Liverpool am Fluss Dee. Chester liegt auch an der Grenze zu Nord Wales.
Chester ist bekannt für die schöne Altstadt und die Kathedrale. Chester ist hervorgegangen aus einem römischen Kastell "Deva Victrix".
Der Fluss Dee spielte eine große Rolle für die Versorgung des Chester Kastells. Immerhin sollen 5000 Soldaten in dem Kastell untergebracht gewesen sein, was für mich kaum vorstellbar ist. Auf einem der Bildern im Grosvenor Museum sieht man eine Rekonstruktion des Kastells und wie dicht die Bebauung mit den Unterkünften war. Chester ist immer noch mit einer Stadtmauer umgeben, man kann die Altstadt in knapp einer Stunde umrunden und hat schöne Ausblicke auf die Kathedrale und die Umgebung, ebenso einen schönen Blick auf die mittelalterliche Burg von Chester. In Abständen bekommt man historische Informationen auf der Mauer. Die Stadtmauer ist westlich und nördlich wohl identisch im Verlauf, mit der ehemaligen Befestigung des römischen Kastells. Am Römergarten sieht man noch die südwestliche Ecke des Kastells in ihren Grundmauern . Gleich daneben, aber außerhalb des Kastells, liegt das Amphitheater.
Das Kastell lag dort wo nun die Altstadt von Chester ist. Das Amphitheater ist nur halb zusehen da es überbaut wurde. In dem Theater sollen Christen umgekommen sein. Direkt neben dem Theater liegt der römisch Garten mit einem kleinen Teilnachbau eines römischen Bades. Das Bad in Chester muss ein sehr Großes gewesen sein, kein Wunder bei 5000 Soldaten und Anhang.
Ansicht aus dem Museum: Das Chester Kastell mit Blick nach Westen, gut zu erkennen ist das Amphitheater. Das Amphitheater fasste 8-10000 Zuschauer. Es ist das Größte in Groß Britannien. An der Stelle wo die Brücke zu sehen ist, ist heute ebenfalls eine sehr alte Brücke aus dem Mittelalter. Im Flussbogen liegt heute die Pferderennbahn von Chester.
Grosvenor Museum
http://www.cheshirewestmuseums.org/?page_id=58
Im Grosvenor Museum ist ein Raum mit der geschichtlichen Entwicklung von Chester zu sehen. Schautafeln an den Wänden ergänzen die Informationen des Videos. Ein 2. Raum ist den Römern gewidmet, Funde von Ausgrabungen in Chester, Handwerk und was mir immer wieder gefällt, Werkzeuge der Römer, es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie ähnlich die Werkzeuge der Römer zu den Heutigen sind. Mir imponiert auch wie die Dachziegeln der Römer geformt und gebrannt waren. Nicht viel anders wie wir sie kennen.
Im nächsten Raum werden Grabinschriften gezeigt. Auf den Grabsteinen waren oft Herkunft und andere Informationen des Verstorbenen eingemeißelt.
Chester liegt südlich von Liverpool am Fluss Dee. Chester liegt auch an der Grenze zu Nord Wales.
Chester ist bekannt für die schöne Altstadt und die Kathedrale. Chester ist hervorgegangen aus einem römischen Kastell "Deva Victrix".
Der Fluss Dee spielte eine große Rolle für die Versorgung des Chester Kastells. Immerhin sollen 5000 Soldaten in dem Kastell untergebracht gewesen sein, was für mich kaum vorstellbar ist. Auf einem der Bildern im Grosvenor Museum sieht man eine Rekonstruktion des Kastells und wie dicht die Bebauung mit den Unterkünften war. Chester ist immer noch mit einer Stadtmauer umgeben, man kann die Altstadt in knapp einer Stunde umrunden und hat schöne Ausblicke auf die Kathedrale und die Umgebung, ebenso einen schönen Blick auf die mittelalterliche Burg von Chester. In Abständen bekommt man historische Informationen auf der Mauer. Die Stadtmauer ist westlich und nördlich wohl identisch im Verlauf, mit der ehemaligen Befestigung des römischen Kastells. Am Römergarten sieht man noch die südwestliche Ecke des Kastells in ihren Grundmauern . Gleich daneben, aber außerhalb des Kastells, liegt das Amphitheater.
Das Kastell lag dort wo nun die Altstadt von Chester ist. Das Amphitheater ist nur halb zusehen da es überbaut wurde. In dem Theater sollen Christen umgekommen sein. Direkt neben dem Theater liegt der römisch Garten mit einem kleinen Teilnachbau eines römischen Bades. Das Bad in Chester muss ein sehr Großes gewesen sein, kein Wunder bei 5000 Soldaten und Anhang.
Ansicht aus dem Museum: Das Chester Kastell mit Blick nach Westen, gut zu erkennen ist das Amphitheater. Das Amphitheater fasste 8-10000 Zuschauer. Es ist das Größte in Groß Britannien. An der Stelle wo die Brücke zu sehen ist, ist heute ebenfalls eine sehr alte Brücke aus dem Mittelalter. Im Flussbogen liegt heute die Pferderennbahn von Chester.
Grosvenor Museum
http://www.cheshirewestmuseums.org/?page_id=58
Im Grosvenor Museum ist ein Raum mit der geschichtlichen Entwicklung von Chester zu sehen. Schautafeln an den Wänden ergänzen die Informationen des Videos. Ein 2. Raum ist den Römern gewidmet, Funde von Ausgrabungen in Chester, Handwerk und was mir immer wieder gefällt, Werkzeuge der Römer, es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie ähnlich die Werkzeuge der Römer zu den Heutigen sind. Mir imponiert auch wie die Dachziegeln der Römer geformt und gebrannt waren. Nicht viel anders wie wir sie kennen.
Im nächsten Raum werden Grabinschriften gezeigt. Auf den Grabsteinen waren oft Herkunft und andere Informationen des Verstorbenen eingemeißelt.
Es ist ein ganzer Raum den Grabsteinen gewidmet.
Die Museen in England wirken oft etwas verstaubt, so auch das Grosvenor Museum. Die Naturkundeabteilung brachte mich zum Niesen obwohl die ausgestopften und verblichenen Tiere hinter Glas waren. Ein Raum mit Gemälden alter Englischer Maler war zu sehen. Ein Bild mit Pferden hat mir sehr gefallen. Es wurde von Georg Stubbs gemalt ein bekannter Pferdemaler.
Im hinteren Teil des Museums ist der Innenausbau eines alten Hauses aus der Viktorianischen Zeit. Schlafzimmer, Badezimmer, Vitrinen mit Bekleidung.
Die meisten Museen in England werden privat geführt und leben von Spenden, sagte man mir. Die römische Abteilung im Grosvenor Museum ist jedoch sehenswert.
Während meiner Besichtigung römischer Bauwerke in der Stadt, traf ich immer wieder auf römische Legionäre. Stadtführer in voller Ausrüstung als römische Soldaten. Sie führten meist Kindergruppen zu den Bauwerken und erteilten gute Ratschläge in römischer Kriegskunst. So erlebte ich wie der Legionär Kriegsschreie mit den Kindern übte, was den Kindern nach zögerndem Beginn aber dann mit voller Begeisterung sehr gefiel, ich hatte auch meinen Spaß daran, das zu hören.
Danach übten sie eine Kampfstellung, die Kinder mussten die Schilder in der ersten Reihe vor den Bauch halten und dann die nächsten Reihen hielten die Schilder über dem Kopf, es hatte eine Weile gedauert doch dann waren sie bereit für den Kampf.
Ein sehr lebendiger Geschichtsunterricht. Es gibt ein weiteres Museum mit dem Namen "Dewa Roman Experience" Soweit ich es erkennen konnte wurden die Kinder von den Legionären dieses Museums betreut. Hier im Römergarten steht auch eine Informationstafel über das alte römische Bad.
Der Römergarten
Grundmauern des südöstlichen Kastellwachturms
Links ist die heutige Stadtmauer zu sehen.
Man kann alle Sehenswürdigkeiten in Chester zu Fuß erkunden. die Hauptstraße ( Bridge Street) mit nördlichem Verlauf und die ost- west Straße (Eastgate Street) waren schon die Straßen im römischen Kastell 2000 Jahre zuvor.
Das Amphitheater
Das Amphitheater von Osten gesehen
Weitere Bilder von Chester sind auf meiner Homepage zu sehen
Sonntag, 30. Juni 2013
Die Milseburg im Regen
29.06.13
http://www.wanderinstitut.de/premiumwege/hessen/extratour-milseburg/
Ein Versuch, den Premium Wanderweg um die Milseburg zu erwandern
Der Wetterbericht verhieß für den Samstag gemischtes Wetter, ich verabredete mich mit einem Freund und am Samstag Morgen starteten wir bei strömenden Wetter von Frankfurt aus Richtung Rhön früh um 9 Uhr. Unterwegs erzählten wir uns von Wanderungen in der Vergangenheit wo auch der Regen plötzlich aufhörte. Aber wir hatten kein richtiges Glück an diesem Tag. Ich war der Navigator im Auto und lenkte meinen Fahrer ohne Probleme zu dem Parkplatz bei Schakau (Wanderparkplatz Mambachtal). Es regnete ein bisschen weniger und nachdem wir uns die Regensachen anzogen, wanderten wir los. Wir hatten keine Wanderkarte dabei und hofften das ein Premium Wanderweg gut markiert ist. Wir folgten also einem roten M. Der Rundweg ist mit 17,5 Km beschrieben. In der nahen Ferne sahen wir eine markante Bergkuppe, wussten aber nicht, dass das schon die Milseburg war. Der Regen war nicht zu stark und wir liefen munter durchs Mambachtal, am Wegesrand tauchten viele Orchideen auf. Ein Exemplar war ziemlich groß und ich wollte sie fotografieren. In meiner kleinen Kamera hatte ich die Speicherkarte vergessen, sie steckte noch in meinem Computer aber ich hatte ja noch meine größere dabei, doch hier hatte ich vergessen den Akku aus dem Ladegerät zu nehmen. Ich war frustriert, dass soll mir aber eine Lehre sein. Ich werde mir Ersatz in meine Fototasche in Zukunft legen. Vom Tal ging es quer durch den Wald nach oben, es war sehr rutschig und der Boden war tief. Ein paar Waldarbeiter machten Krach und der Waldboden war tief aufgewühlt, wir waren dadurch abgelenkt und gingen geradeaus weiter und sahen danach aber kein M mehr. Am Lothar .... Haus kehrten wir um und folgten einer blauen 2. Wir hatten den Wegweiser so gedeutet, das die 2 uns nun zur Milseburg führen würde. Die Waldarbeiter lärmten immer noch und wir bogen nun nach links ab der 2 folgend (war noch ein Fehler).
Wir liefen hinunter ins Tal und umrundeten den Berg Richtung Osten, was wir aber nicht bemerkten und standen dann auf der Landstraße unterhalb des L.... Hauses. Der Regen hatte zugenommen und es war kalt. Das GPS System auf dem Handy konnte uns auch nicht helfen. So beschlossen wir zum Auto zurück zu gehen und zwar mit einem Aufstieg hoch zum Hotel , da waren wir ja schon und von dort aus wussten wir den Weg zum Parkplatz. Der Aufstieg durch hohe Gras ließ Feuchtigkeit durch unsere Regensachen dringen und meine neuen (wasserdichten) Wanderstiefel wurden richtig nass. Wir gingen dann den Weg zurück bis zu den Waldarbeitern, wir kannten uns ja nun schon. Und hier entdeckten wir dann auch den richtigen Weg zur Milseburg. Natürlich folgten wir ihm nun. Schließlich wollten wir auf der Milseburghütte vespern. Auf der nächsten Höhe ist ein ausgewiesenes Naturschutz Gebiet, ein Wachholder Heide mit vielen Orchideen und Silberdisteln und vielen anderen Blumen. Wir wanderten nun hinüber zum Milseberg Parkplatz. Der Regen wurde stärker und der Aufstieg zur Hütte war steil und hatte es in sich. Die mächtigen Felsbrocken des Ringwalles lassen ahnen wie stark die Befestigung zur Zeit der Kelten waren. Wir wollten nach dem Essen die Informationstafeln lesen und den geschichtlichen Rundgang gehen. Die Hütte war gut besucht und es dampfte von den vielen nassen Wanderern in der Hütte. Die Speisekarte ist zünftig, Leberknödel und Erbsensuppe, Wurstplatte, Frikadelle mit Kartoffelsalat. Ich genehmigte mir noch ein Stück Kirschquarkkuchen. Nach einem Kaffee brachen wir dann wieder auf. Draußen draschte (norddeutscher Ausdruck für starken Regen) es wie aus Kübeln und das Wasser rauschte nur so den Berg hinunter. Wir beschlossen die Wanderung zu beenden und zum Auto zurück zulaufen, ca. 4 Km.
Als wir am Auto ankamen öffnete sich die Wolkendecke und bei strahlenden Sonnenschein fuhren wir zurück nach Frankfurt. Wir genossen noch ein paar Fernsichten und waren uns einig, diesen Wanderweg noch einmal zu gehen bei besserem Wetter.
http://www.wanderinstitut.de/premiumwege/hessen/extratour-milseburg/
Ein Versuch, den Premium Wanderweg um die Milseburg zu erwandern
Der Wetterbericht verhieß für den Samstag gemischtes Wetter, ich verabredete mich mit einem Freund und am Samstag Morgen starteten wir bei strömenden Wetter von Frankfurt aus Richtung Rhön früh um 9 Uhr. Unterwegs erzählten wir uns von Wanderungen in der Vergangenheit wo auch der Regen plötzlich aufhörte. Aber wir hatten kein richtiges Glück an diesem Tag. Ich war der Navigator im Auto und lenkte meinen Fahrer ohne Probleme zu dem Parkplatz bei Schakau (Wanderparkplatz Mambachtal). Es regnete ein bisschen weniger und nachdem wir uns die Regensachen anzogen, wanderten wir los. Wir hatten keine Wanderkarte dabei und hofften das ein Premium Wanderweg gut markiert ist. Wir folgten also einem roten M. Der Rundweg ist mit 17,5 Km beschrieben. In der nahen Ferne sahen wir eine markante Bergkuppe, wussten aber nicht, dass das schon die Milseburg war. Der Regen war nicht zu stark und wir liefen munter durchs Mambachtal, am Wegesrand tauchten viele Orchideen auf. Ein Exemplar war ziemlich groß und ich wollte sie fotografieren. In meiner kleinen Kamera hatte ich die Speicherkarte vergessen, sie steckte noch in meinem Computer aber ich hatte ja noch meine größere dabei, doch hier hatte ich vergessen den Akku aus dem Ladegerät zu nehmen. Ich war frustriert, dass soll mir aber eine Lehre sein. Ich werde mir Ersatz in meine Fototasche in Zukunft legen. Vom Tal ging es quer durch den Wald nach oben, es war sehr rutschig und der Boden war tief. Ein paar Waldarbeiter machten Krach und der Waldboden war tief aufgewühlt, wir waren dadurch abgelenkt und gingen geradeaus weiter und sahen danach aber kein M mehr. Am Lothar .... Haus kehrten wir um und folgten einer blauen 2. Wir hatten den Wegweiser so gedeutet, das die 2 uns nun zur Milseburg führen würde. Die Waldarbeiter lärmten immer noch und wir bogen nun nach links ab der 2 folgend (war noch ein Fehler).
Wir liefen hinunter ins Tal und umrundeten den Berg Richtung Osten, was wir aber nicht bemerkten und standen dann auf der Landstraße unterhalb des L.... Hauses. Der Regen hatte zugenommen und es war kalt. Das GPS System auf dem Handy konnte uns auch nicht helfen. So beschlossen wir zum Auto zurück zu gehen und zwar mit einem Aufstieg hoch zum Hotel , da waren wir ja schon und von dort aus wussten wir den Weg zum Parkplatz. Der Aufstieg durch hohe Gras ließ Feuchtigkeit durch unsere Regensachen dringen und meine neuen (wasserdichten) Wanderstiefel wurden richtig nass. Wir gingen dann den Weg zurück bis zu den Waldarbeitern, wir kannten uns ja nun schon. Und hier entdeckten wir dann auch den richtigen Weg zur Milseburg. Natürlich folgten wir ihm nun. Schließlich wollten wir auf der Milseburghütte vespern. Auf der nächsten Höhe ist ein ausgewiesenes Naturschutz Gebiet, ein Wachholder Heide mit vielen Orchideen und Silberdisteln und vielen anderen Blumen. Wir wanderten nun hinüber zum Milseberg Parkplatz. Der Regen wurde stärker und der Aufstieg zur Hütte war steil und hatte es in sich. Die mächtigen Felsbrocken des Ringwalles lassen ahnen wie stark die Befestigung zur Zeit der Kelten waren. Wir wollten nach dem Essen die Informationstafeln lesen und den geschichtlichen Rundgang gehen. Die Hütte war gut besucht und es dampfte von den vielen nassen Wanderern in der Hütte. Die Speisekarte ist zünftig, Leberknödel und Erbsensuppe, Wurstplatte, Frikadelle mit Kartoffelsalat. Ich genehmigte mir noch ein Stück Kirschquarkkuchen. Nach einem Kaffee brachen wir dann wieder auf. Draußen draschte (norddeutscher Ausdruck für starken Regen) es wie aus Kübeln und das Wasser rauschte nur so den Berg hinunter. Wir beschlossen die Wanderung zu beenden und zum Auto zurück zulaufen, ca. 4 Km.
Als wir am Auto ankamen öffnete sich die Wolkendecke und bei strahlenden Sonnenschein fuhren wir zurück nach Frankfurt. Wir genossen noch ein paar Fernsichten und waren uns einig, diesen Wanderweg noch einmal zu gehen bei besserem Wetter.
Dienstag, 23. Oktober 2012
Ausflug zum Dünsberg bei Giessen 21.10.12
Bilder unter : http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/dünsberg/
Das schöne Oktoberwetter zog mich hinaus und ich machte mich auf zum Dünsberg bei Giessen.
Die Straßenführungen um Giessen und Wetzlar fand ich schon immer kompliziert. Ich hatte mir eine Route vorgenommen und wollte am Wetzlarer Kreuz Ost abfahren und dann Richtung Hohensolms.
Da an dieser Stelle kein Schild mit Wetzlar Ost auftauchte fuhr ich natürlich vorbei, merkte aber schnell, dass ich hätte abbiegen müssen Richtung Hohenahr. Ich wendete an der nächsten Abfahrt und fuhr zurück. Aber nun war keine Abfahrt mit dem Hinweis nach Hohenahr, nur die Abfahrt nach Wetzlar, also musste ich weiter fahren bis zur Abfahrt zur B49. Dort wendete ich und fuhr abermals Richtung Wetzar Ost und verließ hier die Autobahn. Die Straße nach Hohenahr war nach der Einbiegung auf diese Landstraße gesperrt. Ein Blick auf die Karte verhieß nichts Gutes, ich hatte einen schönen Umweg zu machen, Umleitungsschilder hatte ich nicht gesehen. Ich fuhr also Richtung Wetzlar, verpasste aber die kleine Abfahrt nach Waldgirmes und landete in Wetzlar auf dem Zubringer zur B49, die kannte ich ja schon. Ich fuhr nun die B49 Richtung Giessen und dann auf den Giessener Ring, alles richtig bis hier hin. Ich konnte sogar nun den Dünsberg sehen und dachte so bei mir nun kann nichts mehr schiefgehen. Ich ließ mich in letzter Sekunde doch noch irritieren durch ein Richtungsschild, welches anzeigte rechts ab nach Biebertal, als es zu spät war wusste ich, ich hätte nur noch ein Stück geradeaus fahren müssen, um dann rechts abzubiegen. Also musste ich bis zur nächsten Abfahrt fahren und wieder zurück. Nun kenne ich auch den Giessener Ring und ich landete dann endlich am Dünsberg. Und ich hatte mir fest vorgenommen mich nicht über mich zu ärgern. Und trotzdem will ich kein Navi!!!!
Wenn man den Dünsberg anfährt hat man auch gleich einen herrlichen Blick auf die beiden Burgen Gleiberg und Vetzberg.
Ich war schon einmal auf dem Dünsberg. Es muss 1968 gewesen sein und ich hatte damals einen Freund besucht, der auf der Jugendburg in Hohensolms arbeitete. Wir unternahmen eine Wanderung zum Dünsberg, ich hatte damals keine Ahnung, dass dieser Berg solch eine lange Geschichte hat.
Ich parkte am Parkplatz am Keltentor. Der Nachbau ist eindrucksvoll, Informationstafeln klären auf über die Ringwälle am Dünsberg. Ich hatte von einem Keltenrundwanderweg gelesen und fand auch gleich die Markierung. Dieser Pfad führte direkt steil hoch zum Plateau. Das hat mich doch gewundert und es war auch nur eine Informationstafel zu sehen. Ich konnte die Ringwälle erkennen, es waren 3 Wälle und sie sind gut zu sehen. Auf dem Plateau war die Gasstätte geschlossen, Betriebsferien, ich wollte hier zu Mittag essen, es war wohl nicht mein Tag. Der Dünsberg scheint ein beliebter Treff für Mountainbiker zu sein. Der Moderne Funkturm passt natürlich nicht zu diesem Berg und so verließ ich das Plateau. Ich wollte hinunter zum Schulborn, um dann den Berg auf halber Höhe zu umrunden. Am obersten Ringwall steht eine sitzende Holzfigur, sie stütz den Kopf mit ihren Händen. Meine Gedanken dazu waren, dass der Kelte dort sitzt und darüber sinnt, dass alles anders gekommen war als erwartet und geplant.
Ich ging hinunter bis zum mittleren Ringwall und folgte im. Hier an dieser Stelle verläuft der Wall an einem Steilen Abhang, wenn man sich dann noch die intakte Mauer vorstellt, war das damals ein nicht zu überwindenes Hindernis und es muss gewaltig ausgesehen haben. Vor dem Schulborn sieht man noch einen Wall der abwärts verläuft, vielleicht war das ein Schutz für die Quelle, ähnlich wie am Altkönig. Am Schulborn wurden 2 mal Ausgrabungen durchgeführt. Nun ist der Schulborn rechteckig eingefasst und laut Beschreibung auf der Internetseite des Dünsberg - Vereins sieht es nun so aus wie in keltischer Zeit. Bilder darüber sind auf der folgenden Internetseite zu sehen. Es ist eine sehr informative Seite mit vielen Bildern und Erklärungen.
http://www.duensberg-verein.de/index1.html
Ich umrundete nun den Dünsberg, einmal um das schöne Wetter und die tolle Herbstfärbung zu geniessen und zum Anderen hoffte ich auf schöne Aussichten. Ich hatte einen guten immer auf gleicher Höhe bleibenden Weg erwischt, nur leider doch keinerlei Ausblicke auf die schöne Landschaft. Ein paar Holzfiguren säumten den Weg, sie waren aufgestellt worden für einen Kunstrundweg. Als ich zum Keltentor zurück kam, war das Informationshaus, im Keltenstil, geöffnet. Informationen über die Ringwälle, das Leben der Kelten und die Tierwelt am Dünsberg. Informationsmaterial über den Keltenkeller, ein Museum in Biebertal und das römische Forum bei Waldgirmes waren auch vorhanden. Ich werde noch einmal wiederkommen zum Dünsberg, zum Museumsbesuch und auch das Römerforum werde ich noch besuchen.
Ich fuhr nun noch zur Burg Gleiberg um mir die Landschaft mit der Burg Vetzberg und dem Dünsberg anzuschauen. Das Gleiberger Land ist wirklich einen Besuch wert.
http://www.archaeologie-im-gleiberger-land.de/
http://www.roemerforum-lahnau.de/deutschstart.htm
Bilder unter : http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/dünsberg/
Das schöne Oktoberwetter zog mich hinaus und ich machte mich auf zum Dünsberg bei Giessen.
Die Straßenführungen um Giessen und Wetzlar fand ich schon immer kompliziert. Ich hatte mir eine Route vorgenommen und wollte am Wetzlarer Kreuz Ost abfahren und dann Richtung Hohensolms.
Da an dieser Stelle kein Schild mit Wetzlar Ost auftauchte fuhr ich natürlich vorbei, merkte aber schnell, dass ich hätte abbiegen müssen Richtung Hohenahr. Ich wendete an der nächsten Abfahrt und fuhr zurück. Aber nun war keine Abfahrt mit dem Hinweis nach Hohenahr, nur die Abfahrt nach Wetzlar, also musste ich weiter fahren bis zur Abfahrt zur B49. Dort wendete ich und fuhr abermals Richtung Wetzar Ost und verließ hier die Autobahn. Die Straße nach Hohenahr war nach der Einbiegung auf diese Landstraße gesperrt. Ein Blick auf die Karte verhieß nichts Gutes, ich hatte einen schönen Umweg zu machen, Umleitungsschilder hatte ich nicht gesehen. Ich fuhr also Richtung Wetzlar, verpasste aber die kleine Abfahrt nach Waldgirmes und landete in Wetzlar auf dem Zubringer zur B49, die kannte ich ja schon. Ich fuhr nun die B49 Richtung Giessen und dann auf den Giessener Ring, alles richtig bis hier hin. Ich konnte sogar nun den Dünsberg sehen und dachte so bei mir nun kann nichts mehr schiefgehen. Ich ließ mich in letzter Sekunde doch noch irritieren durch ein Richtungsschild, welches anzeigte rechts ab nach Biebertal, als es zu spät war wusste ich, ich hätte nur noch ein Stück geradeaus fahren müssen, um dann rechts abzubiegen. Also musste ich bis zur nächsten Abfahrt fahren und wieder zurück. Nun kenne ich auch den Giessener Ring und ich landete dann endlich am Dünsberg. Und ich hatte mir fest vorgenommen mich nicht über mich zu ärgern. Und trotzdem will ich kein Navi!!!!
Wenn man den Dünsberg anfährt hat man auch gleich einen herrlichen Blick auf die beiden Burgen Gleiberg und Vetzberg.
Ich war schon einmal auf dem Dünsberg. Es muss 1968 gewesen sein und ich hatte damals einen Freund besucht, der auf der Jugendburg in Hohensolms arbeitete. Wir unternahmen eine Wanderung zum Dünsberg, ich hatte damals keine Ahnung, dass dieser Berg solch eine lange Geschichte hat.
Ich parkte am Parkplatz am Keltentor. Der Nachbau ist eindrucksvoll, Informationstafeln klären auf über die Ringwälle am Dünsberg. Ich hatte von einem Keltenrundwanderweg gelesen und fand auch gleich die Markierung. Dieser Pfad führte direkt steil hoch zum Plateau. Das hat mich doch gewundert und es war auch nur eine Informationstafel zu sehen. Ich konnte die Ringwälle erkennen, es waren 3 Wälle und sie sind gut zu sehen. Auf dem Plateau war die Gasstätte geschlossen, Betriebsferien, ich wollte hier zu Mittag essen, es war wohl nicht mein Tag. Der Dünsberg scheint ein beliebter Treff für Mountainbiker zu sein. Der Moderne Funkturm passt natürlich nicht zu diesem Berg und so verließ ich das Plateau. Ich wollte hinunter zum Schulborn, um dann den Berg auf halber Höhe zu umrunden. Am obersten Ringwall steht eine sitzende Holzfigur, sie stütz den Kopf mit ihren Händen. Meine Gedanken dazu waren, dass der Kelte dort sitzt und darüber sinnt, dass alles anders gekommen war als erwartet und geplant.
Ich ging hinunter bis zum mittleren Ringwall und folgte im. Hier an dieser Stelle verläuft der Wall an einem Steilen Abhang, wenn man sich dann noch die intakte Mauer vorstellt, war das damals ein nicht zu überwindenes Hindernis und es muss gewaltig ausgesehen haben. Vor dem Schulborn sieht man noch einen Wall der abwärts verläuft, vielleicht war das ein Schutz für die Quelle, ähnlich wie am Altkönig. Am Schulborn wurden 2 mal Ausgrabungen durchgeführt. Nun ist der Schulborn rechteckig eingefasst und laut Beschreibung auf der Internetseite des Dünsberg - Vereins sieht es nun so aus wie in keltischer Zeit. Bilder darüber sind auf der folgenden Internetseite zu sehen. Es ist eine sehr informative Seite mit vielen Bildern und Erklärungen.
http://www.duensberg-verein.de/index1.html
Ich umrundete nun den Dünsberg, einmal um das schöne Wetter und die tolle Herbstfärbung zu geniessen und zum Anderen hoffte ich auf schöne Aussichten. Ich hatte einen guten immer auf gleicher Höhe bleibenden Weg erwischt, nur leider doch keinerlei Ausblicke auf die schöne Landschaft. Ein paar Holzfiguren säumten den Weg, sie waren aufgestellt worden für einen Kunstrundweg. Als ich zum Keltentor zurück kam, war das Informationshaus, im Keltenstil, geöffnet. Informationen über die Ringwälle, das Leben der Kelten und die Tierwelt am Dünsberg. Informationsmaterial über den Keltenkeller, ein Museum in Biebertal und das römische Forum bei Waldgirmes waren auch vorhanden. Ich werde noch einmal wiederkommen zum Dünsberg, zum Museumsbesuch und auch das Römerforum werde ich noch besuchen.
Ich fuhr nun noch zur Burg Gleiberg um mir die Landschaft mit der Burg Vetzberg und dem Dünsberg anzuschauen. Das Gleiberger Land ist wirklich einen Besuch wert.
http://www.archaeologie-im-gleiberger-land.de/
http://www.roemerforum-lahnau.de/deutschstart.htm
Samstag, 13. Oktober 2012
Wanderung auf den Altkönig
1. Wanderung am 06.05.12
2. Wanderung am 13.05.12
Die Bilder sind zu sehen unter:
http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/altkönig-taunus/
Vor ein paar Jahren war ich im Taunus auf der Suche nach der weißen Mauer, diesen Hinweis fand ich auf der Wanderkarte vom Taunus. Da ich nach einer Mauer oder Felsen suchte fand ich natürlich nicht diese " Mauer". Bei meiner Suche traf ich auf Ringwälle und dachte zuerst, dass ich nun die Weiße Mauer gefunden hätte. Auf meinem Rückweg zur Hohemark stieß ich auf die vielen Steinhaufen am Hang und ein Abgleich mit der Karte brachte mir nun die Erkenntnis, dass dies die weiße Mauer ist, da dachte ich noch, die Mauer sei umgefallen und brachte es gedanklich auch mit den Kelten zusammen. Die Ringwälle die ich gesehen hatte gehörten zum Altkönig. Ich hatte ihn nur noch nicht hier erwartet, ich hatte den Altkönig schon einmal mit meinen Kindern erwandert aber nur den westlichen Teil gesehen. Da ich nun die Lage des Altkönigs kannte machte ich mich abermals auf, von der Hohemark aus, hinauf zu wandern. Ich wollte an der Klinik einen Weg hinauf nehmen und ließ mich aber durch den Hinweis zum Fuchstanz irritieren. Der Fuchstanz ist eine Kreuzung nordwestlich vom Altkönig und ein beliebtes Ausflugsziel mit Biergarten.
An der Ravensteinschutzhütte sah ich erneut das Hinweisschild zum Fuchtanz aber, dass es noch 11 Km sein sollen machte mich stutzig. Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich falsch lief und an dieser Stelle rechts abbiegen muss, hinauf zur Emminghaushütte. Es hatte auf der Fahrt in den Taunus geregnet und ich wollte meinen neuen Leichtponcho ausprobieren, den Poncho habe ich mir für meine diesjährige Wanderung im September gekauft (West Highland Way in Schottland). Aber als ich aus dem Auto ausstieg hörte es auf zu regnen.
Überall liefen kleine Rinnsäle an den Wegen hinunter und es wurde immer ein bisschen nebliger.
Auf halben Weg zur Emighaushütte steht eine große Buche mit einem riesigen Blätterdach aus frischem Frühlingsgrün, ich hatte das Gefühl in einen Dom aus Blättern einzutreten die sich über mir wölbten. Auf dem Foto ist es nur zu erahnen wie schön es aussah. Es ging nun steil hinauf und direkt in die Wolken. Bevor ich die Ringmauern erreichte riss noch einmal der Himmel auf und ich hatte für einen kurzen Augenblick den Feldberg vor Augen umgeben von tiefhängenden Wolkenfetzen. Doch dann zog sich die Wolkendecke wieder zusammen. An den Ringwällen war nicht mehr viel zu sehen. Ich lief noch ein Stück an dem unteren Ringwall entlang und entschied wieder abzusteigen, um bei besserem Wetter noch einmal auf den Altkönig zu wandern.
Weiter unten Richtung Hohemark liegen auf einem Plateau die Altenhöfe, der westliche Teil des Heidetränk-Oppidums. Das Plateau fällt steil ab hinunter zum Urselbach.
Es sind keinerlei Hinweise beschildert wo die Ringwälle liegen aber ich bin doch auf die Ringwälle gestoßen. Ich bin dann den inneren Ring abgelaufen. Direkt unterhalb des Ringwalles liegt im Hang ein Felsenmeer, ähnlich der Weißen Mauer nur die Steine sind große Felsbrocken. Ob diese Felsen mit den Ringwällen zusammen hängen habe ich noch nicht heraus gefunden. Ich bin dann auf einer waghalsigen Mountainbike Spur nach unten zum Urselbach abgestiegen. Hier würde ich mir den Hals brechen mit einem Mountainbike.
Eine Woche später startete ich einen neuen Versuch. In Frankfurt war schönes Wetter und als ich am Parkplatz an der großen Kurve ankam sah es sehr nach Regen aus. Ich wollte von hier zum großen Feldberg laufen und dann zum Altkönig über den Fuchstanz, um ihn auf den Ringwällen zu umrunden.
Außer mir war nur noch ein älteres Ehepaar am Parkplatz, sie hatten schon den Regenschirm aufgespannt. Ich hatte keine richtige Vorstellung, wie ich von hier zum Feldberg zu laufen hatte.
Ich wollte hoch zum Feldberg da ich diese Wanderung gleich als Training für meine Schottlandwanderung zu nutzen. In Schottland erwarten mich auch Berge von der Höhe des Feldberges. Ich ging zuerst den breiten Waldweg Richtung Fuchstanz und es fing leicht zu regnen an.
Nach ein paar hundert Metern bog ein schmaler Pfad ab, steil hinauf durch den Wald. Dort oben musste wohl auch der Feldberg sein. Der Regen wurde stärker, was mir recht war denn ich wollte nun endlich meinen leichten Poncho ausprobieren. Während ich ihn anzog lief das Ehepaar an mir vorbei, was mich doch wunderte, warum sie diesen steilen Weg gingen. Der Poncho passt auch über den Rucksack und so bleibt alles trocken. Nach einer Weile überholte ich das ältere Ehepaar und sie erzählten mir, dass sie immer hier hochsteigen damit sie in Bewegung und Kondition bleiben.
Sie erklärten mir dann auch noch den Weg zum Feldberg, ich musste mich weiter nach rechts halten. Ich wäre bestimmt ohne die Auskunft im Gebüsch gelandet. Auf dem Feldberg war es kalt und alles eingehüllt im Nebel, auch waren nur wenige Motorradfahrer da. Ich aß ein ordentliches Brötchen mit Leberkäse am Turmkiosk. Es ging gestärkt weiter, hinunter zum Fuchstanz und die Sonne kam heraus. Es wurde richtig schön und so kraxelte ich am westlichen Anex, die Mauer die eine Quelle weiter unten sicherte, hinauf. Als der Anex an den ersten Ringwall stieß quälten sich Mountainbiker steil abwärts über die Wallgeröllhalde. Ich lief nun an der ersten, unteren Mauer entlang. Wenn man die vielen Steine sieht, kann man sich vorstellen wie mächtig der Wall gewesen sein muss.
An der nördlichen Seite fehlt der Baumbewuchs am Altkönig und die Aussicht nach Westen und zum Feldberg ist herrlich. Eine Wanderung hier hoch lohnt sich schon wegen der schönen Aussicht.
An der nördlichen Seite führt ein schmaler Pfad durch den unteren und auch oberen Ringwall und man gelangt in den Innenbereich der Anlage, Früher stand hier eine Funkstation der Amerikaner doch nun sind ein paar Tische aufgestellt und es herrscht eine friedliche Atmosphäre. Der Innenbereich ist bewachsen mit Baumbestand, es sind aber auch Freiflächen vorhanden. Es war richtig sonnig geworden und ich suchte mir ein abgelegenes Fleckchen direkt an der inneren Mauer für ein Nickerchen in historischer Umgebung. Dadurch, dass der Altkönig nur zu Fuß zu erreichen ist trifft man hier nur Wanderer oder Mountainbiker und es herrscht nicht so ein Trubel wie auf dem Feldberg. Ich lief dann weiter auf der inneren Ringmauer Richtung Osten bis zu einem Sichtbaren Durchlass, hier muss das Tor gewesen sein. Durch das Tor führt auch der Wanderweg zum Fuchstanz. Ein Stück unterhalb hat man einen weiten Blick nach Frankfurt mit den Hochhäusern und auch entlang des Taunushauptkammes nach Osten bis zum Winterberg. Schwach zu erkennen ist der Bleibeskopf, unterhalb vom Herzberg. Hatten die Kelten Signalverbindung vom Altkönig, Altenhöfe, Goldgrube und Bleibeskopf?
Über die Weiße Mauer und Altenhöfe wanderte ich dann zurück zur Hohemark, wobei ich nun die schmalen Pfade in dieser Gegend kenne und so die Hauptwanderwege meiden kann. Auf den Hauptwanderwegen muss man sehr aufpassen wegen der rasenden Mountainbiker.
Ich kann nur empfehlen eine Wanderung zum Altkönig zu unternehmen, es lohnt sich Landschaftlich und Historisch.
1. Wanderung am 06.05.12
2. Wanderung am 13.05.12
Die Bilder sind zu sehen unter:
http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/altkönig-taunus/
Vor ein paar Jahren war ich im Taunus auf der Suche nach der weißen Mauer, diesen Hinweis fand ich auf der Wanderkarte vom Taunus. Da ich nach einer Mauer oder Felsen suchte fand ich natürlich nicht diese " Mauer". Bei meiner Suche traf ich auf Ringwälle und dachte zuerst, dass ich nun die Weiße Mauer gefunden hätte. Auf meinem Rückweg zur Hohemark stieß ich auf die vielen Steinhaufen am Hang und ein Abgleich mit der Karte brachte mir nun die Erkenntnis, dass dies die weiße Mauer ist, da dachte ich noch, die Mauer sei umgefallen und brachte es gedanklich auch mit den Kelten zusammen. Die Ringwälle die ich gesehen hatte gehörten zum Altkönig. Ich hatte ihn nur noch nicht hier erwartet, ich hatte den Altkönig schon einmal mit meinen Kindern erwandert aber nur den westlichen Teil gesehen. Da ich nun die Lage des Altkönigs kannte machte ich mich abermals auf, von der Hohemark aus, hinauf zu wandern. Ich wollte an der Klinik einen Weg hinauf nehmen und ließ mich aber durch den Hinweis zum Fuchstanz irritieren. Der Fuchstanz ist eine Kreuzung nordwestlich vom Altkönig und ein beliebtes Ausflugsziel mit Biergarten.
An der Ravensteinschutzhütte sah ich erneut das Hinweisschild zum Fuchtanz aber, dass es noch 11 Km sein sollen machte mich stutzig. Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich falsch lief und an dieser Stelle rechts abbiegen muss, hinauf zur Emminghaushütte. Es hatte auf der Fahrt in den Taunus geregnet und ich wollte meinen neuen Leichtponcho ausprobieren, den Poncho habe ich mir für meine diesjährige Wanderung im September gekauft (West Highland Way in Schottland). Aber als ich aus dem Auto ausstieg hörte es auf zu regnen.
Überall liefen kleine Rinnsäle an den Wegen hinunter und es wurde immer ein bisschen nebliger.
Auf halben Weg zur Emighaushütte steht eine große Buche mit einem riesigen Blätterdach aus frischem Frühlingsgrün, ich hatte das Gefühl in einen Dom aus Blättern einzutreten die sich über mir wölbten. Auf dem Foto ist es nur zu erahnen wie schön es aussah. Es ging nun steil hinauf und direkt in die Wolken. Bevor ich die Ringmauern erreichte riss noch einmal der Himmel auf und ich hatte für einen kurzen Augenblick den Feldberg vor Augen umgeben von tiefhängenden Wolkenfetzen. Doch dann zog sich die Wolkendecke wieder zusammen. An den Ringwällen war nicht mehr viel zu sehen. Ich lief noch ein Stück an dem unteren Ringwall entlang und entschied wieder abzusteigen, um bei besserem Wetter noch einmal auf den Altkönig zu wandern.
Weiter unten Richtung Hohemark liegen auf einem Plateau die Altenhöfe, der westliche Teil des Heidetränk-Oppidums. Das Plateau fällt steil ab hinunter zum Urselbach.
Es sind keinerlei Hinweise beschildert wo die Ringwälle liegen aber ich bin doch auf die Ringwälle gestoßen. Ich bin dann den inneren Ring abgelaufen. Direkt unterhalb des Ringwalles liegt im Hang ein Felsenmeer, ähnlich der Weißen Mauer nur die Steine sind große Felsbrocken. Ob diese Felsen mit den Ringwällen zusammen hängen habe ich noch nicht heraus gefunden. Ich bin dann auf einer waghalsigen Mountainbike Spur nach unten zum Urselbach abgestiegen. Hier würde ich mir den Hals brechen mit einem Mountainbike.
Eine Woche später startete ich einen neuen Versuch. In Frankfurt war schönes Wetter und als ich am Parkplatz an der großen Kurve ankam sah es sehr nach Regen aus. Ich wollte von hier zum großen Feldberg laufen und dann zum Altkönig über den Fuchstanz, um ihn auf den Ringwällen zu umrunden.
Außer mir war nur noch ein älteres Ehepaar am Parkplatz, sie hatten schon den Regenschirm aufgespannt. Ich hatte keine richtige Vorstellung, wie ich von hier zum Feldberg zu laufen hatte.
Ich wollte hoch zum Feldberg da ich diese Wanderung gleich als Training für meine Schottlandwanderung zu nutzen. In Schottland erwarten mich auch Berge von der Höhe des Feldberges. Ich ging zuerst den breiten Waldweg Richtung Fuchstanz und es fing leicht zu regnen an.
Nach ein paar hundert Metern bog ein schmaler Pfad ab, steil hinauf durch den Wald. Dort oben musste wohl auch der Feldberg sein. Der Regen wurde stärker, was mir recht war denn ich wollte nun endlich meinen leichten Poncho ausprobieren. Während ich ihn anzog lief das Ehepaar an mir vorbei, was mich doch wunderte, warum sie diesen steilen Weg gingen. Der Poncho passt auch über den Rucksack und so bleibt alles trocken. Nach einer Weile überholte ich das ältere Ehepaar und sie erzählten mir, dass sie immer hier hochsteigen damit sie in Bewegung und Kondition bleiben.
Sie erklärten mir dann auch noch den Weg zum Feldberg, ich musste mich weiter nach rechts halten. Ich wäre bestimmt ohne die Auskunft im Gebüsch gelandet. Auf dem Feldberg war es kalt und alles eingehüllt im Nebel, auch waren nur wenige Motorradfahrer da. Ich aß ein ordentliches Brötchen mit Leberkäse am Turmkiosk. Es ging gestärkt weiter, hinunter zum Fuchstanz und die Sonne kam heraus. Es wurde richtig schön und so kraxelte ich am westlichen Anex, die Mauer die eine Quelle weiter unten sicherte, hinauf. Als der Anex an den ersten Ringwall stieß quälten sich Mountainbiker steil abwärts über die Wallgeröllhalde. Ich lief nun an der ersten, unteren Mauer entlang. Wenn man die vielen Steine sieht, kann man sich vorstellen wie mächtig der Wall gewesen sein muss.
An der nördlichen Seite fehlt der Baumbewuchs am Altkönig und die Aussicht nach Westen und zum Feldberg ist herrlich. Eine Wanderung hier hoch lohnt sich schon wegen der schönen Aussicht.
An der nördlichen Seite führt ein schmaler Pfad durch den unteren und auch oberen Ringwall und man gelangt in den Innenbereich der Anlage, Früher stand hier eine Funkstation der Amerikaner doch nun sind ein paar Tische aufgestellt und es herrscht eine friedliche Atmosphäre. Der Innenbereich ist bewachsen mit Baumbestand, es sind aber auch Freiflächen vorhanden. Es war richtig sonnig geworden und ich suchte mir ein abgelegenes Fleckchen direkt an der inneren Mauer für ein Nickerchen in historischer Umgebung. Dadurch, dass der Altkönig nur zu Fuß zu erreichen ist trifft man hier nur Wanderer oder Mountainbiker und es herrscht nicht so ein Trubel wie auf dem Feldberg. Ich lief dann weiter auf der inneren Ringmauer Richtung Osten bis zu einem Sichtbaren Durchlass, hier muss das Tor gewesen sein. Durch das Tor führt auch der Wanderweg zum Fuchstanz. Ein Stück unterhalb hat man einen weiten Blick nach Frankfurt mit den Hochhäusern und auch entlang des Taunushauptkammes nach Osten bis zum Winterberg. Schwach zu erkennen ist der Bleibeskopf, unterhalb vom Herzberg. Hatten die Kelten Signalverbindung vom Altkönig, Altenhöfe, Goldgrube und Bleibeskopf?
Über die Weiße Mauer und Altenhöfe wanderte ich dann zurück zur Hohemark, wobei ich nun die schmalen Pfade in dieser Gegend kenne und so die Hauptwanderwege meiden kann. Auf den Hauptwanderwegen muss man sehr aufpassen wegen der rasenden Mountainbiker.
Ich kann nur empfehlen eine Wanderung zum Altkönig zu unternehmen, es lohnt sich Landschaftlich und Historisch.
Montag, 13. August 2012
Keltenrundweg Heidetränk-Oppidum bei Oberursel Taunus
29.04. 12
Bilder sind zu sehen unter:
http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/heidetränke-oppidum-taunus/
Das hier rechts von der Straße hinauf zum Feldberg, nahe der Straßenbahn, Endstation Hohemark, eine Keltensiedlung ist, habe ich erst jetzt richtig wahrgenommen. Wie oft bin ich hier schon vorbeigefahren, nun wurde es Zeit einmal nachzuschauen. Der Parkplatz am Taunus Informationscenter war schon belegt. Von hier starten viele Wanderer und Moutainbiker hinauf in den Taunus. Man findet am Wochenende auch einen Parkplatz neben der Straßenbahn.
Neben dem Touristencenter steht schon die erste Informationstafel über die Kelten. Im Touristencenter ist eine Rundwegkarte kostenfrei zu erhalten, sie ist sehr informativ.
Neben einigen Schautafeln stehen Baumstämme in der Erde und in Augenhöhe kann man durch ein Objektive sehen und sieht zum Beispiel ein Keltengrab. Neben den Schautafeln sind auch praktische Dinge aufgebaut, zum Beispiel das Fundament einer Ringmauer. Den Rundweg erreicht man über die kleine Brücke, die über die Straße zum Feldberg führt. Der Rundwanderweg ist gut markiert und hat einige Steigungen zu bieten aber nachdem ich gesehen habe wie ein älteres Ehepaar diese Steigungen genommen hat, müsste es fast jeder schaffen, die Schautafeln geben einem immer wieder die Pausen zum Verschnaufen. Weiter oben tauchen dann die ersten Wälle auf, es ist aber doch schwer die Wallreste richtig zu zuordnen. Das Zangentor habe ich erst bei meinem 2. Besuch erkannt. Bevor man zum Verbrennungsplatz kommt, liegt rechter Hand im Wald der Goldgrubenfelsen, ein wildromantischer Ort. Nach dem Verbrennungsplatz, man nimmt an , dass an dieser Stelle die Verstorbenen verbrannt wurden an Hand der Funde, kommt ein Durchgang durch die Ringwälle. Hier oben sind die Wälle deutlich zu erkennen. Der Weg verläuft nun auf der Höhe und Ringwälle sind deutlich zu erkennen. Es ist aber schwer sich vorzustellen wie diese Wälle ein Areal umschlossen hatten. An der nördlichen Seite geht es wieder hinunter, immer begleitet von Informationstafeln, die sehr interessant sind. Im unteren Teil müssen viele Häuser der Kelten gestanden haben, ein Musterhaus ist auch zu sehen. Trotzdem lagen die Häuser beachtlich hoch über dem Urselbach. Das muss eine harte Arbeit gewesen sein, das Wasser hier hinaufzuschaffen für so viele Menschen. Fundstücke von hier sind zu sehen im Museum in Oberursel.
Ich wollte noch auf die Altenhöfe, wobei ich nicht weiß, ist damit der Berg gemeint oder die Anlage der Kelten. Ich hatte es mir einfach vorgestellt, die Straße zu überqueren über den Bach und dann hinauf auf den Berg. Aber erst einmal musste ich über die Leitplanke steigen, dann einen Steilen Abhang hinunter rutschen und alles nur weil ich nicht zurück zur Hohenmark laufen wollte, um dann auf der anderen Seite sich diesem Berg zu nähern. Ja und der Bach war breiter als ich dachte und nasse Füße wollte ich auch nicht haben. Der Urselbach ist hier ein romantischer Bach inmitten von Erlen und anderem Gesträuch. Ein Stück den Bach entlang und ich fand eine Stelle mit Hölzern die quer im Bach lagen. Ich wagte den Übergang, sehr wackelig aber es gelang.
Der Weg auf der westlichen Seite des Urselbaches ist auch ein Teil eines Mühlenwanderweges hinunter durch Oberursel zur Nidda.
Ich ging an einem Mühlenkanal entlang dem Steilhang zu. Ein Pfad mit einem roten Punkt führte hinauf in den Wald, dieser rote Punkt Wanderweg ist auf meiner Wanderkarte östlich der Straße im Wald, nur nicht hier. Aber der Pfad führt nach oben. Ein Steinbruch kam in Sicht und ich umging ihn auf einer Mountainbiker Spur. Ziemlich steil hinauf und meine Betriebstemperatur fuhr hinauf zum Anschlag. Am nächsten Querweg sah ich weiter oben lauter Felsbrocken im Hang liegen und ich dachte es könnten Teile einer eingestürzten Mauer sein. Also verließ ich wieder den Weg und kletterte durch das Felsenmeer in Gedanken bei den Kelten angekommen zu sein. Es ging steiler hinauf als es aussah und als ich am tiefsten schnaufte erreichte mich ein Handyruf. Ich gab einen kurzen Schnaufer in das Telefon und meine Bekannte fragte mich "ob es mir nicht gut ginge", "doch es geht mir bestens, muss nur aufpassen, dass ich mir nicht ein Bein breche zwischen den Felsen".
Es war wirklich ein Anruf zur unpassenden Zeit. Es gelang mir doch tatsächlich hinauf zu kommen auf den obersten Querweg. Hier hatte ich eine schöne Aussicht auf den Berg Goldgrube auf der anderen Seite wo ich den Keltenrundweg gegangen war. Ich war sicher an der westlichen Seite der Altenhöfe zu stehen. Das Felsenmeer sah mir zu gewaltig aus, als könnte es eine eingestürzte Mauer sein. Das werde ich versuchen im Museum zu erfahren. Ich beschloss für diesen Tag meine Wanderung zu beenden, der Berg hatte mich geschafft aber ich weiß jetzt wo ich nächstes mal ansetzen muss.
Meine nächste Wanderung war am 06 05.12, ich hatte mir vorgenommen auf den Altkönig zu wandern und auf dem Rückweg durch die Keltenanlage auf den Altenhöfen zu gehen.
Die Beschreibung der Wanderung zum Altkönig folgt mit dem nächsten Blog. Hier berichte ich nun nur von den Ringwällen, die den westlichen Teil des Heidetränk-Oppidum bilden.
Die Altenhöfe liegen auf einem vorgeschobenen Plateau, die östliche Seite fällt steil hinunter zum Urselbach. Auf dem Rückweg vom Altkönig habe ich es geschafft direkt auf dieses Plateau zu kommen und bin dann auch direkt auf den inneren Ring gestoßen. Hier wurde durch Steinhaufen der Verlauf des Walles gekennzeichnet. Wer das gemacht hat ist mir nicht bekannt. Dieser Teil der Anlage liegt völlig ohne Information auf dem Plateau. Ich konnte hier aber die inneren Wälle wie sie auf der Skizze zu sehen sind erkennen, der Steilhang liegt im inneren der großen Umfassungsmauer.

Die Skizze stammt aus Hessen Archäologie;
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.hessen-archaeologie.de/Kelten-Aktuell/Sehenswertes/----Oberursel/K031.jpg&imgrefurl=http://www.hessen-archaeologie.de/Kelten-Aktuell/Sehenswertes/----Oberursel/----oberursel.html&h=410&w=600&sz=85&tbnid=J_MnLJtTDFyW0M:&tbnh=90&tbnw=132&zoom=1&usg=__ZjOiu4PtH4XCR5FITwRXZ-wO-yw=&docid=C8dn5fJE--hkjM&hl=de&sa=X&ei=o0spUK2yDcvOswbRn4GICQ&ved=0CFcQ9QEwAw&dur=208
Um zu diesem Teil zu kommen gibt es keine Markierung und man sieht auf der Skizze wie verworren die Waldwege hier sind.
Nachdem ich die Wälle in der Kernanlage abgelaufen bin brachte mich der Mountainbike Pfad wieder hinunter zum Urselbach, ich würde da nicht mit dem Rad hinunter fahren. Es wurden auch noch einige Genickbruch- Schanzen eingebaut. Eigentlich müssten sich hier die Verletzten türmen. Sieht aber wohl doch danach aus, dass sie es schaffen.
Bilder sind zu sehen unter:
http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/heidetränke-oppidum-taunus/
Das hier rechts von der Straße hinauf zum Feldberg, nahe der Straßenbahn, Endstation Hohemark, eine Keltensiedlung ist, habe ich erst jetzt richtig wahrgenommen. Wie oft bin ich hier schon vorbeigefahren, nun wurde es Zeit einmal nachzuschauen. Der Parkplatz am Taunus Informationscenter war schon belegt. Von hier starten viele Wanderer und Moutainbiker hinauf in den Taunus. Man findet am Wochenende auch einen Parkplatz neben der Straßenbahn.
Neben dem Touristencenter steht schon die erste Informationstafel über die Kelten. Im Touristencenter ist eine Rundwegkarte kostenfrei zu erhalten, sie ist sehr informativ.
Neben einigen Schautafeln stehen Baumstämme in der Erde und in Augenhöhe kann man durch ein Objektive sehen und sieht zum Beispiel ein Keltengrab. Neben den Schautafeln sind auch praktische Dinge aufgebaut, zum Beispiel das Fundament einer Ringmauer. Den Rundweg erreicht man über die kleine Brücke, die über die Straße zum Feldberg führt. Der Rundwanderweg ist gut markiert und hat einige Steigungen zu bieten aber nachdem ich gesehen habe wie ein älteres Ehepaar diese Steigungen genommen hat, müsste es fast jeder schaffen, die Schautafeln geben einem immer wieder die Pausen zum Verschnaufen. Weiter oben tauchen dann die ersten Wälle auf, es ist aber doch schwer die Wallreste richtig zu zuordnen. Das Zangentor habe ich erst bei meinem 2. Besuch erkannt. Bevor man zum Verbrennungsplatz kommt, liegt rechter Hand im Wald der Goldgrubenfelsen, ein wildromantischer Ort. Nach dem Verbrennungsplatz, man nimmt an , dass an dieser Stelle die Verstorbenen verbrannt wurden an Hand der Funde, kommt ein Durchgang durch die Ringwälle. Hier oben sind die Wälle deutlich zu erkennen. Der Weg verläuft nun auf der Höhe und Ringwälle sind deutlich zu erkennen. Es ist aber schwer sich vorzustellen wie diese Wälle ein Areal umschlossen hatten. An der nördlichen Seite geht es wieder hinunter, immer begleitet von Informationstafeln, die sehr interessant sind. Im unteren Teil müssen viele Häuser der Kelten gestanden haben, ein Musterhaus ist auch zu sehen. Trotzdem lagen die Häuser beachtlich hoch über dem Urselbach. Das muss eine harte Arbeit gewesen sein, das Wasser hier hinaufzuschaffen für so viele Menschen. Fundstücke von hier sind zu sehen im Museum in Oberursel.
Ich wollte noch auf die Altenhöfe, wobei ich nicht weiß, ist damit der Berg gemeint oder die Anlage der Kelten. Ich hatte es mir einfach vorgestellt, die Straße zu überqueren über den Bach und dann hinauf auf den Berg. Aber erst einmal musste ich über die Leitplanke steigen, dann einen Steilen Abhang hinunter rutschen und alles nur weil ich nicht zurück zur Hohenmark laufen wollte, um dann auf der anderen Seite sich diesem Berg zu nähern. Ja und der Bach war breiter als ich dachte und nasse Füße wollte ich auch nicht haben. Der Urselbach ist hier ein romantischer Bach inmitten von Erlen und anderem Gesträuch. Ein Stück den Bach entlang und ich fand eine Stelle mit Hölzern die quer im Bach lagen. Ich wagte den Übergang, sehr wackelig aber es gelang.
Der Weg auf der westlichen Seite des Urselbaches ist auch ein Teil eines Mühlenwanderweges hinunter durch Oberursel zur Nidda.
Ich ging an einem Mühlenkanal entlang dem Steilhang zu. Ein Pfad mit einem roten Punkt führte hinauf in den Wald, dieser rote Punkt Wanderweg ist auf meiner Wanderkarte östlich der Straße im Wald, nur nicht hier. Aber der Pfad führt nach oben. Ein Steinbruch kam in Sicht und ich umging ihn auf einer Mountainbiker Spur. Ziemlich steil hinauf und meine Betriebstemperatur fuhr hinauf zum Anschlag. Am nächsten Querweg sah ich weiter oben lauter Felsbrocken im Hang liegen und ich dachte es könnten Teile einer eingestürzten Mauer sein. Also verließ ich wieder den Weg und kletterte durch das Felsenmeer in Gedanken bei den Kelten angekommen zu sein. Es ging steiler hinauf als es aussah und als ich am tiefsten schnaufte erreichte mich ein Handyruf. Ich gab einen kurzen Schnaufer in das Telefon und meine Bekannte fragte mich "ob es mir nicht gut ginge", "doch es geht mir bestens, muss nur aufpassen, dass ich mir nicht ein Bein breche zwischen den Felsen".
Es war wirklich ein Anruf zur unpassenden Zeit. Es gelang mir doch tatsächlich hinauf zu kommen auf den obersten Querweg. Hier hatte ich eine schöne Aussicht auf den Berg Goldgrube auf der anderen Seite wo ich den Keltenrundweg gegangen war. Ich war sicher an der westlichen Seite der Altenhöfe zu stehen. Das Felsenmeer sah mir zu gewaltig aus, als könnte es eine eingestürzte Mauer sein. Das werde ich versuchen im Museum zu erfahren. Ich beschloss für diesen Tag meine Wanderung zu beenden, der Berg hatte mich geschafft aber ich weiß jetzt wo ich nächstes mal ansetzen muss.
Meine nächste Wanderung war am 06 05.12, ich hatte mir vorgenommen auf den Altkönig zu wandern und auf dem Rückweg durch die Keltenanlage auf den Altenhöfen zu gehen.
Die Beschreibung der Wanderung zum Altkönig folgt mit dem nächsten Blog. Hier berichte ich nun nur von den Ringwällen, die den westlichen Teil des Heidetränk-Oppidum bilden.
Die Altenhöfe liegen auf einem vorgeschobenen Plateau, die östliche Seite fällt steil hinunter zum Urselbach. Auf dem Rückweg vom Altkönig habe ich es geschafft direkt auf dieses Plateau zu kommen und bin dann auch direkt auf den inneren Ring gestoßen. Hier wurde durch Steinhaufen der Verlauf des Walles gekennzeichnet. Wer das gemacht hat ist mir nicht bekannt. Dieser Teil der Anlage liegt völlig ohne Information auf dem Plateau. Ich konnte hier aber die inneren Wälle wie sie auf der Skizze zu sehen sind erkennen, der Steilhang liegt im inneren der großen Umfassungsmauer.
Die Skizze stammt aus Hessen Archäologie;
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.hessen-archaeologie.de/Kelten-Aktuell/Sehenswertes/----Oberursel/K031.jpg&imgrefurl=http://www.hessen-archaeologie.de/Kelten-Aktuell/Sehenswertes/----Oberursel/----oberursel.html&h=410&w=600&sz=85&tbnid=J_MnLJtTDFyW0M:&tbnh=90&tbnw=132&zoom=1&usg=__ZjOiu4PtH4XCR5FITwRXZ-wO-yw=&docid=C8dn5fJE--hkjM&hl=de&sa=X&ei=o0spUK2yDcvOswbRn4GICQ&ved=0CFcQ9QEwAw&dur=208
Um zu diesem Teil zu kommen gibt es keine Markierung und man sieht auf der Skizze wie verworren die Waldwege hier sind.
Nachdem ich die Wälle in der Kernanlage abgelaufen bin brachte mich der Mountainbike Pfad wieder hinunter zum Urselbach, ich würde da nicht mit dem Rad hinunter fahren. Es wurden auch noch einige Genickbruch- Schanzen eingebaut. Eigentlich müssten sich hier die Verletzten türmen. Sieht aber wohl doch danach aus, dass sie es schaffen.
Donnerstag, 12. Juli 2012
Besuch bei den Kelten auf dem Hausberg bei Butzbach
26.02.12
Bilder unter: http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/hausberg-bei-butzbach/
Auf meiner Wanderung entlang des Limes kam ich oft an Hinweisen zu keltischen Fundstätten vorbei, so auch vor Butzbach. Ich hatte mir vorgenommen diese Orte später zu erwandern, wenn die Zeit es erlaubt. Die Glauburg hatte ich mir schon angesehen, allerdings müsste ich noch das neue Museum besuchen, es war im Bau bei meinem letzten Besuch.
Außerdem passt es Jahr, durch den Blog vom Zeitspringer bin ich informiert worden , dass 2012 das Keltenjahr ist.
http://zeitspringer.blogspot.de/2012/01/keltenjahr-2012.html
Das Wetter schien eigentlich ganz gut für eine erste Wanderung im Jahr und so fuhr ich los nach Hoch-Weisel bei Butzbach. Die Gegend kenne ich durch meine Limeswanderung und so war es nicht schwer einen Ausgangpunkt für meine Wanderung zu finden.
Ich startete am oberen Ortsausgang und lief die Hausbergstraße hinauf zum Hausbergparkplatz. Am Wegesrand war an vielen Stellen kleine Futterplätze für Vögel angelegt, anderes Kleingetier hat sich dort bestimmt auch versorgt. Ich hatte einen schönen Blick in die Wetterau. Der Himmel war zum Teil von Wolken verhangen, doch immer wieder kam die Sonne durch. Am Hausbergparkplatz angekommen hatte ich die ersten Hinweistafeln über das keltische Leben auf dem Hausberg und hier habe ich auch die Markierung für den Keltenrundweg zum ersten Mal gesehen. Ein grünes Schild mit einer Abbildung des Fürsten vom Glauberg und dem Wort "Keltenstraße". Es ging nun hinauf auf breiten Forstweg durch den Wald. Auf der Höhe angelangt stehen wieder Informationstafeln zu den Ringwällen hier auf dem Brülerberg. Durch die Bäume sieht man auch schon den ersten Wall. Es führt nun ein Weg um die Bergkuppe, ebenfalls weitere Informationtafeln (siehe Bilder). An der Westseite fällt der Brülerberg steil ab. Deutlich zu erkennen sind die Ringwälle. Da noch keine Ausgrabungen vorgenommen wurde und Raubgräber am Werk waren kann nicht genau bestimmt werden wer hier am Werk war. Aber das Leben muss auf diesen Bergen hart gewesen sein, allein die Wasserversorgung, wie hat man es organisiert?
Bei diesem doch recht kaltem Wetter dachte ich alleine auf dem Berg zu sein aber spätestens am Hausberg waren etliche Besucher zu sehen.
Vom Brülerberg hinüber zum Hausberg ist es nicht weit, sogar 4 Reiter nutzten das Wetter, um hier hinauf zu reiten. Der neue Turm steht und kann bestiegen werden. Die Aussicht ist großartig, weit hinein in die Wetterau. Bei klarem Wetter kann man bestimmt noch viel mehr sehen. Es pfiff ein derartig kalter Wind auf der Plattform, der mich schnell wieder nach unten vertrieb. Eine amerikanische Funkstation war lange Zeit auf dem Hausberg. Bei deren Einrichtung wurde auch einiges von den Ringwällen zerstört (siehe Informationstafel " Wer lebte auf dem Berg" bei den Bildern). Auf dem Weg nach unten zum Parkplatz bei Oes zählte ich den Durchgang von 4 Ringwällen. Auch hier noch einmal eine Informationstafel. Da es zu kalt war um eine Rast zu machen aß ich mein Vesperbrot im Gehen.
Unten am Parkplatz war mir nicht klar wie ich nun weiter auf dem Rundweg zu gehen habe. Ich entschied mich richtig (ich hatte 3 Wege zur Wahl). In einer scharfen Kurve wies eine Tafel auf einen alten Fuhrweg hin, ein tiefer Hohlweg. Solche Wege hatte ich schon öfters auf meiner Limeswanderung gesehen. Es ist erstaunlich wie steil diese alten Wege den Berg hinauf führen.
Auf den Waldwegen waren zum Teil noch Eisplatten und ich musste vorsichtig hinüber gehen. Auch Wasserpfützen waren im Wald noch gefroren. Irgendwie hatte ich dann wieder die Markierung verloren denn der Weg stieg wieder an. Ich ging ein Stück zurück und nahm einen Weg nach unten und traf dann auch wieder auf den Rundweg. An der Stelle war eine Information über die alten Straßen, Handelsstraßen. In Butzbach kreuzte die Wellerstraße nach Thüringen die Weinstraße, die nach Norden führte.
Der Keltenrundweg tritt dann hier aus dem Wald und verläuft nun immer am Waldrand entlang zurück zu dem Hausbergparkplatz. Am Waldesrand sind einige Stellen vom Gebüsch freigemacht, es sind Stellen an denen früher Wachholderheiden waren. Sie sollen zum Teil wieder entstehen. Wachholderheiden habe ich im Altmühltal kennengelernt Allerdings viel größer.
Es lohnt sich die " Keltenstraße" abzulaufen. Im Sommer ist der Rundweg bestimmt noch attraktiver, die vielen Informationstafeln bereichern den Rundweg und man sieht die Bemühungen der Verantwortlichen alles in Ordnung zu halten.
Bilder unter: http://s366640027.website-start.de/die-kelten-in-hessen/hausberg-bei-butzbach/
Auf meiner Wanderung entlang des Limes kam ich oft an Hinweisen zu keltischen Fundstätten vorbei, so auch vor Butzbach. Ich hatte mir vorgenommen diese Orte später zu erwandern, wenn die Zeit es erlaubt. Die Glauburg hatte ich mir schon angesehen, allerdings müsste ich noch das neue Museum besuchen, es war im Bau bei meinem letzten Besuch.
Außerdem passt es Jahr, durch den Blog vom Zeitspringer bin ich informiert worden , dass 2012 das Keltenjahr ist.
http://zeitspringer.blogspot.de/2012/01/keltenjahr-2012.html
Das Wetter schien eigentlich ganz gut für eine erste Wanderung im Jahr und so fuhr ich los nach Hoch-Weisel bei Butzbach. Die Gegend kenne ich durch meine Limeswanderung und so war es nicht schwer einen Ausgangpunkt für meine Wanderung zu finden.
Ich startete am oberen Ortsausgang und lief die Hausbergstraße hinauf zum Hausbergparkplatz. Am Wegesrand war an vielen Stellen kleine Futterplätze für Vögel angelegt, anderes Kleingetier hat sich dort bestimmt auch versorgt. Ich hatte einen schönen Blick in die Wetterau. Der Himmel war zum Teil von Wolken verhangen, doch immer wieder kam die Sonne durch. Am Hausbergparkplatz angekommen hatte ich die ersten Hinweistafeln über das keltische Leben auf dem Hausberg und hier habe ich auch die Markierung für den Keltenrundweg zum ersten Mal gesehen. Ein grünes Schild mit einer Abbildung des Fürsten vom Glauberg und dem Wort "Keltenstraße". Es ging nun hinauf auf breiten Forstweg durch den Wald. Auf der Höhe angelangt stehen wieder Informationstafeln zu den Ringwällen hier auf dem Brülerberg. Durch die Bäume sieht man auch schon den ersten Wall. Es führt nun ein Weg um die Bergkuppe, ebenfalls weitere Informationtafeln (siehe Bilder). An der Westseite fällt der Brülerberg steil ab. Deutlich zu erkennen sind die Ringwälle. Da noch keine Ausgrabungen vorgenommen wurde und Raubgräber am Werk waren kann nicht genau bestimmt werden wer hier am Werk war. Aber das Leben muss auf diesen Bergen hart gewesen sein, allein die Wasserversorgung, wie hat man es organisiert?
Bei diesem doch recht kaltem Wetter dachte ich alleine auf dem Berg zu sein aber spätestens am Hausberg waren etliche Besucher zu sehen.
Vom Brülerberg hinüber zum Hausberg ist es nicht weit, sogar 4 Reiter nutzten das Wetter, um hier hinauf zu reiten. Der neue Turm steht und kann bestiegen werden. Die Aussicht ist großartig, weit hinein in die Wetterau. Bei klarem Wetter kann man bestimmt noch viel mehr sehen. Es pfiff ein derartig kalter Wind auf der Plattform, der mich schnell wieder nach unten vertrieb. Eine amerikanische Funkstation war lange Zeit auf dem Hausberg. Bei deren Einrichtung wurde auch einiges von den Ringwällen zerstört (siehe Informationstafel " Wer lebte auf dem Berg" bei den Bildern). Auf dem Weg nach unten zum Parkplatz bei Oes zählte ich den Durchgang von 4 Ringwällen. Auch hier noch einmal eine Informationstafel. Da es zu kalt war um eine Rast zu machen aß ich mein Vesperbrot im Gehen.
Unten am Parkplatz war mir nicht klar wie ich nun weiter auf dem Rundweg zu gehen habe. Ich entschied mich richtig (ich hatte 3 Wege zur Wahl). In einer scharfen Kurve wies eine Tafel auf einen alten Fuhrweg hin, ein tiefer Hohlweg. Solche Wege hatte ich schon öfters auf meiner Limeswanderung gesehen. Es ist erstaunlich wie steil diese alten Wege den Berg hinauf führen.
Auf den Waldwegen waren zum Teil noch Eisplatten und ich musste vorsichtig hinüber gehen. Auch Wasserpfützen waren im Wald noch gefroren. Irgendwie hatte ich dann wieder die Markierung verloren denn der Weg stieg wieder an. Ich ging ein Stück zurück und nahm einen Weg nach unten und traf dann auch wieder auf den Rundweg. An der Stelle war eine Information über die alten Straßen, Handelsstraßen. In Butzbach kreuzte die Wellerstraße nach Thüringen die Weinstraße, die nach Norden führte.
Der Keltenrundweg tritt dann hier aus dem Wald und verläuft nun immer am Waldrand entlang zurück zu dem Hausbergparkplatz. Am Waldesrand sind einige Stellen vom Gebüsch freigemacht, es sind Stellen an denen früher Wachholderheiden waren. Sie sollen zum Teil wieder entstehen. Wachholderheiden habe ich im Altmühltal kennengelernt Allerdings viel größer.
Es lohnt sich die " Keltenstraße" abzulaufen. Im Sommer ist der Rundweg bestimmt noch attraktiver, die vielen Informationstafeln bereichern den Rundweg und man sieht die Bemühungen der Verantwortlichen alles in Ordnung zu halten.
Dienstag, 15. Mai 2012
9. Etappe Hadrianswall in England
29.07.11
16 Km
Bilder: http://s366640027.website-start.de/england/hadrianswall/9-scotswoods-to-wallsend/
Newcastle/Elswick zum Wallende/Segedunum Fort
Es war schön in einem Bett zu schlafen ohne zu frieren. Nach der Morgenwäsche brachte ich erst einmal alle Sachen zusammen, die zum Trocknen überall hingen. Das Zelt eingepackt und die anderen Sachen ebenso. Nun sah alles wieder ordentlich aus, ich benötigte ja heute meinen Rucksack nicht für meine Wanderung zum Wallende. Die nächste Nacht hatte ich auch noch hier gebucht. Ich wollte schon auch ein bisschen von Newcastle sehen. Das Frühstück wurde im Kaminzimmer serviert, ein sehr gemütlicher Raum. Es waren noch nicht viele Gäste beim Frühstück. Ich bestellte ein komplettes "English Breakfast". Nach kurzer Zeit schwebte ein herrlicher Duft von gebratenem Bacon durch den Raum. Gut gestärkt von dem Frühstück und versehen mit Informationen über die Bus Linie zum Hotel und wo ich mir eine Brille kaufen kann, die Besitzerin ist wirklich sehr hilfsbereit und nett, brach ich auf zum letzten Teil der Hadrianswall Wanderung.
Ich musste wieder hinunter zum Fluss. Ich ging durch den Friedhof von Elswick und sah, dass die meisten Gräber Fotos von den Verstorbenen haben, die Gräber sind mit vielen Plastikblumen verziert und einige davon sehen schon sehr verblasst aus. Deutsche Friedhöfe sehen gepflegter aus.
Nach dem Friedhof noch durch einen Park und ich stand auf der vielbefahrenen Uferstraße. Im Gras lag ein junger Mann und schlief fest, ich überzeugte mich, dass er wirklich nur schlief, was der Fall war und setzte meine Wanderung fort. An der nächsten Ampel konnte ich die breite Straße queren und lief weiter hinunter an den Fluss. Hier direkt am Ufer war ich wieder auf dem Hadrian´s Path. Im Fluss war kein Wasser und es roch nach Meer. Möwen suchten im Schlick nach Leckerbissen. Ebbe und Flut machen sich hier schon stark bemerkbar obwohl es noch viele Kilometer bis zur Mündung sind. Am Fluss entlang zu laufen ist interessant, auf der anderen Flussseite sieht man Industriegelände und kleine Werften. Nun tauchte die erste große Brücke über den Tyne auf und man kann schon unter der Brücke durch die Nächsten sehen. Ich hatte den Eindruck, dass die Brücken sehr hoch seien, doch sie sollen im Schnitt alle ca. 26 m hoch sein. Meine gefühlte Höhe war 100 Meter. Ich versuchte ein paar Videos zu machen von dem Verkehr auf den Brücken, Auto - und Eisenbahnbrücken. Aber irgendwie war ich immer zu spät oder hielt die Kamera schief, jedenfalls ist nichts vernünftiges dabei entstanden. Wenigstens ein paar Fotos waren ansehnlich. Eine Brücke hat Queen Elisabeth eingeweiht als sie noch sehr jung war, stand in einem englischen Buch, was ausgelegt war im Hotel.
Newcastle liegt hoch über dem Fluss, es stimmt " Newcastle upon Tyne", von der Quayside sah ich oben den oberen Teil der Burg. Auf der südlichen Seite des Flusses steht das sehr moderne Gebäude "The Sage Gateshead" eine Konzerthalle.
Ein alter Pub am Quay und die alte Fischhalle. Die vielen Brücken sind verwirrend, sie haben mehrere Ebenen für Auto und Fußgänger. Dazwischen hört man das Rauschen der Eisenbahnen auf ihrer Brücke. Mich hat das sehr beeindruckt und man sieht, dass hier viel getan wird um das Flussufer attraktive zu machen. Alte Geschäftshäuser wurden zu Modernen Wohnhäusern umgebaut, wohnen am Fluss ist heute beliebt und teuer. Danach kommt die neue Milleniumsbrücke, eine Fußgängerbrücke die in einer Kurve über den Fluß führt. Der Brückenbogen der die Tragseile hält verläuft von einem Ufer zum Anderen gradlinig während der Laufweg eine Kurve macht. Zusammen mit der Konzerthalle sieht es richtig gut aus. Auf der Gateshead Seite ist ein ehemaliger Kornspeicher zum Baltic Kunstzentrum umgebaut. Nach der Milleniumsbrücke folgt eine Stahl Skulptur mit vielen Figuren, Symbolen und Gegenständen. Diese Skulptur gefällt mir sehr.
Im Hintergrund von Quayside einige große Hotels. Hier ein Zimmer zu haben hat auch seinen Reiz, direkt am Fluss. Danach geht das Flussufer über in eine Industriezone. Ein großer Betonkomplex wird gerade abgerissen, wohl ein ehemaliger Getreidespeicher. Die Stahlträger und das Betoneisen ragte in alle Himmelsrichtungen. Weiter an einer Fabrik und danach verlor ich meine Markierung. Statt zu suchen lief ich nun weiter auf dem Radweg zum Wallende. Dieser Abschnitt ist nicht besonders interessant. Er verläuft zwischen Büschen und Bäumen, hin und wieder einen Ausblick auf den Fluß.
Mir kam das Stück endlos vor und kein Mensch weit und breit. Irgendwann kam von rechts dann auch der markierte Wanderweg wieder und das letzte Stück ist Rad- und Wanderweg zusammen. Der Fußweg verläuft mehr am Ufer, um dann hier wieder auf den Radweg zu treffen.
Es mussten noch ein paar Straßen überquert werden. An einer Mauer war eine großes rundes Bild vom Hadrian zu sehen. Eine neue Reihenhaussiedlung. Kurz vorm Kastell Segedunum Wildblumen am Wegesrand, sie wurden extra gesät. Am Flussufer tauchten nun große Kräne auf und Reste von einer Bohrinsel. Es sieht aus, dass hier auf dieser Werft Bohrinseln abgewrackt werden. Ein Hubschrauberlandeplatz von einer Bohrinsel war zu erkennen. Ein LOGO von Shell war ebenfalls zu sehen. Ein Schiff lag auf dem Ufer wie gestrandet. Später im Museum erfuhr ich, dass diese Werft einmal bedeutende Schiffe gebaut hat.
Rechts die Werft und links tauchte nun das Badehaus und das Kastells auf. Das Gelände ist eingezäunt und ich konnte die Umrisse der Gebäude sehen. Mauern sind nicht zu sehen, nur noch ein Rest Mauer welche in Richtung Fluß verlaufen sein musste. Der Eingang zum Museum liegt auf der anderen Seite an der Straße. Das Kastell ist nur durch das Museum zu erreichen.
So da war ich nun am Ende der Wanderung, seltsamer Weise wurde ich mehr melancholisch anstatt mich zu freuen. Mir haben die beiden Wanderungen, nach Newcastle hinein und heute zum Ende, auch sehr gefallen mit Ausnahme des letzten Teils auf dem Radweg. Ich fand den Teil am Fluß mit den hohen Brücken sehr aufregend, ein erster Eindruck von Newcastle upon Tyne.
Nun konnte ich mir das Museum in aller Ruhe anschauen. Es waren nicht so viele Ausgrabungsstücke zu sehen, sehr viele anschauliche Informationstafeln, Informationen über englisch und schottische Auseinandersetzungen. Auch ein paar Schiffsmodelle in Vitrinen aber am meisten hat mich ein Modell begeistert. In einer großen Vitrine war ein Modell der Gegend um das Kastell zu sehen. Mit einem Beamer wurde nun die Veränderung der Landschaft von der Urzeit bis heute nacheinander gezeigt. Auch wie das Kastell im Industriezeitalter fast vollständig auf dem Werksgelände der Werft und Stahlindustrie verschwand. Es ist fast ein Wunder, dass es heute wieder zu sehen ist, jedenfalls in den Grundrissen.
Im Museumscafé stärkte ich mich mit einer Suppe und einem Sandwich. Danach fuhr ich auf den Tower. Der Turm sieht aus wie ein Tower eines Flughafens, ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Bauwerk mit Turm extra als ein Museum gebaut wurde. Vom Turm hatte man eine gute Aussicht rundherum. Ich konnte auch große Frachtschiffe sehen weiter Flussabwärts. Die Grundrisse der römischen Gebäude sind vom Turm gut zu sehen. Eine Straße wurde durch das Kastell gebaut und der nördlich Teil des Kastells ist auf der anderen Straßenseite, außerhalb des Museums, auch zu sehen. Ich schaute mir noch das rekonstruierte Badehaus an mit dem verschiedenen Räumen und Funktionen. Am Rande des Bades wurde ein römischer Kräutergarten angelegt mit vielen Heilpflanzen und Küchenkräutern, der Garten ist liebevoll gepflegt, so was müsste ich in meinem Garten auch haben, nur dann bräuchte ich ein größeres Grundstück.
Nach dem Museumsbesuch fuhr ich mit dem Bus in die City, neben der Bushaltestelle ist auch eine Metro-Station. Beides ganz nah am Museum. Ich wählte den Bus und bis zur Central Station war es doch länger als ich dachte. Unterwegs sah ich ein sehr modernes Gebäude von der Universität.
Am Bahnhof hatte ich nur eine ungefähre Ahnung in welche Richtung ich gehen wollte. Erst versuchte ich eine Fahrkarte für den nächsten Tag nach Carlisle und weiter nach Blackpool zu kaufen, aber die korrekte Schlange war mir zu lang. Also machte ich mich auf, um eine Brille zu kaufen. Ich ging natürlich falsch (ich hatte einen kleinen Plan dabei), aber so sah ich das Chinesische Tor, ein Stück der Stadtmauer und das Fußballstadion. Ich war überrascht es hier mitten in der City zu sehen. In der Nähe ist das große Einkaufzentrum mit vielen Geschäften, es dauerte ein wenig um die empfohlene Drogerie zu finden. Aber ich hatte Glück sie hatten eine passende und auch preiswerte Brille. Endlich konnte ich wieder lesen und sah ein Plakat mit Bob Dylan, er hatte hier eine Austellung mit Aquarellen. Auf dem Vorplatz standen einige Jeeps, auch ein Amerikanischer, fehlt nur noch die Tafeln Schokolade. Vielleicht ist Bob Dylan damit angereist.
Die Innenstadt ist sehr lebendig und die Leute sind sehr lässig gekleidet. Um die Säule "Greys Monument" saßen viele junge Leute und unterhielten sich. In den großen Geschäftshäusern ist im Parterre eine große Markthalle, hier gibt es alles zu kaufen, vom englischen Gemüse, schottischem Fleisch und Spezialitäten aus aller Welt. Wenn die Engländer hier einkaufen dann kann das Essen nicht so schlecht sein wie der Ruf. Ich hätte hier gerne eingekauft.
http://www2.newcastle.gov.uk/vnev.nsf/shoptext/shopmark?opendocument
Ich bin dann die Grey Street hinunter gelaufen vorbei am Theater Royal zur Kathedrale. Die Kathedrale ist sehenswert und beeindruckend ist das Chorgestühl, holzgeschnitzt. Von der Kathedrale ein kurzer Weg zum Castle. Das Castle ist viereckig und die Mauern sind sehr hoch, ob das nun nur ein Rest ist oder es nie größer war habe ich nicht geklärt. Noch ein kurzer Spaziergang auf die große Brücke mit schöner Aussicht auf den Fluß. Ich beschloss noch einmal zum Bahnhof zu gehen, doch vorher genehmigte ich mir einen leckeren Sandwich und einen nahm ich mit für mein Abendbrot. Dieses mal klappte es mit der Fahrkarte auf Anhieb und ich lief wieder zum Monument denn dort fahren die Busse ab. An der Haltestelle meines Busses stand eine sehr lange Schlange, ich musste wirklich in England sein, weil alle ordentlich in der Schlange standen. Ich befürchtete nicht mitzukommen. Doch es kamen 2 Busse und alle passten hinein, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ein langer Tag ging zu Ende und ich machte es mir gemütlich im Hotel.
Am nächsten Morgen noch einmal ein herrlich duftendes Frühstück im gemütlichen Kaminzimmer. Ich kann das Hotel nur empfehlen, die Besitzerin hat den schönen Nachnamen " Love" und so ist auch alles liebevoll eingerichtet im Clifton House Hotel.
http://www.cliftonhousehotel.com/
Ich fuhr mit dem Bus wieder in die Innenstadt am Samstagmorgen. An der Grey Säule zeigte ein Mann aus Australien eine Show und verschluckte einen dünnen Luftballon. Mir wird dabei eher schlecht, als dass ich so was vergnüglich finde. Ich hatte noch ein bisschen Zeit die Show und die Leute zu beobachten. Es herrschte schon reger Betrieb in der Stadt. Die Menschen sind lässig angezogen und es herrschte eine entspannte Atmosphäre. Am Bahnhof war mir nicht klar wie ich zum Bahnsteig komme, es ging nicht nur mir so. Der eigentliche Zugang war nicht funktionstüchtig und wir mussten einen Umweg über einen anderen Bahnsteig machen. Meine Rückfahrt nach Blackpool hatte ich über Carlisle gewählt, also die gleiche Strecke die ich gewandert war nur ein bisschen weiter südlich. Die Ausfahrt aus Newcastle erfolgte über eine der Brücken und ich hatte noch einmal einen schönen Blick auf den Fluß und die Quayside. Die Fahrt nach Westen war angenehm und es gab viel zu sehen. Im Zug kamen immer wieder Erinnerungen über die Wanderung auf und ich war und bin froh, dass ich es unternommen hatte. Es war für mich auch eine neue Erfahrung einfach los zu laufen ohne richtige Planung. Das Wetter hat mitgespielt, die Nächte im Zelt waren kalt, daraus folgt, dass ich solche Wanderungen mit einem besseren Schlafsack unternehmen muss. Mir hat auch sehr gefallen, dass es sehr interessant ist eine Mischung aus Natur und Historie zu erleben.
Immer wieder tauchte der Tyne auf, über Corbridge, Hexham, Haltwhistle, vor Carlise über den River Eden und dann hinein in den Bahnhof von Carlisle. Hier musste ich umsteigen und mit einer anderen Bahngesellschaft weiter fahren. Der Zug kam von Glasgow und hatte mehr Komfort.
Auf der Fahrt durch den Lakedistrict kann man ein bisschen erahnen wie schön diese Gegend ist.
In Preston gab es Verspätung mit dem Anschluss nach Blackpool, es ist nicht immer einfach alles zu verstehen wenn der Lautsprecher Änderungen durchgibt. Aber man kann ja fragen.
Great Britain hat noch eine Menge Fernwanderwege zu bieten. Mir schwirrt der West Highland Weg in Schottland durch den Kopf. Vielleicht ist es meine nächste Wanderung.
Elswick/Newcastle to Wallsend auf einer größeren Karte anzeigen
16 Km
Bilder: http://s366640027.website-start.de/england/hadrianswall/9-scotswoods-to-wallsend/
Newcastle/Elswick zum Wallende/Segedunum Fort
Es war schön in einem Bett zu schlafen ohne zu frieren. Nach der Morgenwäsche brachte ich erst einmal alle Sachen zusammen, die zum Trocknen überall hingen. Das Zelt eingepackt und die anderen Sachen ebenso. Nun sah alles wieder ordentlich aus, ich benötigte ja heute meinen Rucksack nicht für meine Wanderung zum Wallende. Die nächste Nacht hatte ich auch noch hier gebucht. Ich wollte schon auch ein bisschen von Newcastle sehen. Das Frühstück wurde im Kaminzimmer serviert, ein sehr gemütlicher Raum. Es waren noch nicht viele Gäste beim Frühstück. Ich bestellte ein komplettes "English Breakfast". Nach kurzer Zeit schwebte ein herrlicher Duft von gebratenem Bacon durch den Raum. Gut gestärkt von dem Frühstück und versehen mit Informationen über die Bus Linie zum Hotel und wo ich mir eine Brille kaufen kann, die Besitzerin ist wirklich sehr hilfsbereit und nett, brach ich auf zum letzten Teil der Hadrianswall Wanderung.
Ich musste wieder hinunter zum Fluss. Ich ging durch den Friedhof von Elswick und sah, dass die meisten Gräber Fotos von den Verstorbenen haben, die Gräber sind mit vielen Plastikblumen verziert und einige davon sehen schon sehr verblasst aus. Deutsche Friedhöfe sehen gepflegter aus.
Nach dem Friedhof noch durch einen Park und ich stand auf der vielbefahrenen Uferstraße. Im Gras lag ein junger Mann und schlief fest, ich überzeugte mich, dass er wirklich nur schlief, was der Fall war und setzte meine Wanderung fort. An der nächsten Ampel konnte ich die breite Straße queren und lief weiter hinunter an den Fluss. Hier direkt am Ufer war ich wieder auf dem Hadrian´s Path. Im Fluss war kein Wasser und es roch nach Meer. Möwen suchten im Schlick nach Leckerbissen. Ebbe und Flut machen sich hier schon stark bemerkbar obwohl es noch viele Kilometer bis zur Mündung sind. Am Fluss entlang zu laufen ist interessant, auf der anderen Flussseite sieht man Industriegelände und kleine Werften. Nun tauchte die erste große Brücke über den Tyne auf und man kann schon unter der Brücke durch die Nächsten sehen. Ich hatte den Eindruck, dass die Brücken sehr hoch seien, doch sie sollen im Schnitt alle ca. 26 m hoch sein. Meine gefühlte Höhe war 100 Meter. Ich versuchte ein paar Videos zu machen von dem Verkehr auf den Brücken, Auto - und Eisenbahnbrücken. Aber irgendwie war ich immer zu spät oder hielt die Kamera schief, jedenfalls ist nichts vernünftiges dabei entstanden. Wenigstens ein paar Fotos waren ansehnlich. Eine Brücke hat Queen Elisabeth eingeweiht als sie noch sehr jung war, stand in einem englischen Buch, was ausgelegt war im Hotel.
Newcastle liegt hoch über dem Fluss, es stimmt " Newcastle upon Tyne", von der Quayside sah ich oben den oberen Teil der Burg. Auf der südlichen Seite des Flusses steht das sehr moderne Gebäude "The Sage Gateshead" eine Konzerthalle.
Ein alter Pub am Quay und die alte Fischhalle. Die vielen Brücken sind verwirrend, sie haben mehrere Ebenen für Auto und Fußgänger. Dazwischen hört man das Rauschen der Eisenbahnen auf ihrer Brücke. Mich hat das sehr beeindruckt und man sieht, dass hier viel getan wird um das Flussufer attraktive zu machen. Alte Geschäftshäuser wurden zu Modernen Wohnhäusern umgebaut, wohnen am Fluss ist heute beliebt und teuer. Danach kommt die neue Milleniumsbrücke, eine Fußgängerbrücke die in einer Kurve über den Fluß führt. Der Brückenbogen der die Tragseile hält verläuft von einem Ufer zum Anderen gradlinig während der Laufweg eine Kurve macht. Zusammen mit der Konzerthalle sieht es richtig gut aus. Auf der Gateshead Seite ist ein ehemaliger Kornspeicher zum Baltic Kunstzentrum umgebaut. Nach der Milleniumsbrücke folgt eine Stahl Skulptur mit vielen Figuren, Symbolen und Gegenständen. Diese Skulptur gefällt mir sehr.
Im Hintergrund von Quayside einige große Hotels. Hier ein Zimmer zu haben hat auch seinen Reiz, direkt am Fluss. Danach geht das Flussufer über in eine Industriezone. Ein großer Betonkomplex wird gerade abgerissen, wohl ein ehemaliger Getreidespeicher. Die Stahlträger und das Betoneisen ragte in alle Himmelsrichtungen. Weiter an einer Fabrik und danach verlor ich meine Markierung. Statt zu suchen lief ich nun weiter auf dem Radweg zum Wallende. Dieser Abschnitt ist nicht besonders interessant. Er verläuft zwischen Büschen und Bäumen, hin und wieder einen Ausblick auf den Fluß.
Mir kam das Stück endlos vor und kein Mensch weit und breit. Irgendwann kam von rechts dann auch der markierte Wanderweg wieder und das letzte Stück ist Rad- und Wanderweg zusammen. Der Fußweg verläuft mehr am Ufer, um dann hier wieder auf den Radweg zu treffen.
Es mussten noch ein paar Straßen überquert werden. An einer Mauer war eine großes rundes Bild vom Hadrian zu sehen. Eine neue Reihenhaussiedlung. Kurz vorm Kastell Segedunum Wildblumen am Wegesrand, sie wurden extra gesät. Am Flussufer tauchten nun große Kräne auf und Reste von einer Bohrinsel. Es sieht aus, dass hier auf dieser Werft Bohrinseln abgewrackt werden. Ein Hubschrauberlandeplatz von einer Bohrinsel war zu erkennen. Ein LOGO von Shell war ebenfalls zu sehen. Ein Schiff lag auf dem Ufer wie gestrandet. Später im Museum erfuhr ich, dass diese Werft einmal bedeutende Schiffe gebaut hat.
Rechts die Werft und links tauchte nun das Badehaus und das Kastells auf. Das Gelände ist eingezäunt und ich konnte die Umrisse der Gebäude sehen. Mauern sind nicht zu sehen, nur noch ein Rest Mauer welche in Richtung Fluß verlaufen sein musste. Der Eingang zum Museum liegt auf der anderen Seite an der Straße. Das Kastell ist nur durch das Museum zu erreichen.
So da war ich nun am Ende der Wanderung, seltsamer Weise wurde ich mehr melancholisch anstatt mich zu freuen. Mir haben die beiden Wanderungen, nach Newcastle hinein und heute zum Ende, auch sehr gefallen mit Ausnahme des letzten Teils auf dem Radweg. Ich fand den Teil am Fluß mit den hohen Brücken sehr aufregend, ein erster Eindruck von Newcastle upon Tyne.
Nun konnte ich mir das Museum in aller Ruhe anschauen. Es waren nicht so viele Ausgrabungsstücke zu sehen, sehr viele anschauliche Informationstafeln, Informationen über englisch und schottische Auseinandersetzungen. Auch ein paar Schiffsmodelle in Vitrinen aber am meisten hat mich ein Modell begeistert. In einer großen Vitrine war ein Modell der Gegend um das Kastell zu sehen. Mit einem Beamer wurde nun die Veränderung der Landschaft von der Urzeit bis heute nacheinander gezeigt. Auch wie das Kastell im Industriezeitalter fast vollständig auf dem Werksgelände der Werft und Stahlindustrie verschwand. Es ist fast ein Wunder, dass es heute wieder zu sehen ist, jedenfalls in den Grundrissen.
Im Museumscafé stärkte ich mich mit einer Suppe und einem Sandwich. Danach fuhr ich auf den Tower. Der Turm sieht aus wie ein Tower eines Flughafens, ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Bauwerk mit Turm extra als ein Museum gebaut wurde. Vom Turm hatte man eine gute Aussicht rundherum. Ich konnte auch große Frachtschiffe sehen weiter Flussabwärts. Die Grundrisse der römischen Gebäude sind vom Turm gut zu sehen. Eine Straße wurde durch das Kastell gebaut und der nördlich Teil des Kastells ist auf der anderen Straßenseite, außerhalb des Museums, auch zu sehen. Ich schaute mir noch das rekonstruierte Badehaus an mit dem verschiedenen Räumen und Funktionen. Am Rande des Bades wurde ein römischer Kräutergarten angelegt mit vielen Heilpflanzen und Küchenkräutern, der Garten ist liebevoll gepflegt, so was müsste ich in meinem Garten auch haben, nur dann bräuchte ich ein größeres Grundstück.
Nach dem Museumsbesuch fuhr ich mit dem Bus in die City, neben der Bushaltestelle ist auch eine Metro-Station. Beides ganz nah am Museum. Ich wählte den Bus und bis zur Central Station war es doch länger als ich dachte. Unterwegs sah ich ein sehr modernes Gebäude von der Universität.
Am Bahnhof hatte ich nur eine ungefähre Ahnung in welche Richtung ich gehen wollte. Erst versuchte ich eine Fahrkarte für den nächsten Tag nach Carlisle und weiter nach Blackpool zu kaufen, aber die korrekte Schlange war mir zu lang. Also machte ich mich auf, um eine Brille zu kaufen. Ich ging natürlich falsch (ich hatte einen kleinen Plan dabei), aber so sah ich das Chinesische Tor, ein Stück der Stadtmauer und das Fußballstadion. Ich war überrascht es hier mitten in der City zu sehen. In der Nähe ist das große Einkaufzentrum mit vielen Geschäften, es dauerte ein wenig um die empfohlene Drogerie zu finden. Aber ich hatte Glück sie hatten eine passende und auch preiswerte Brille. Endlich konnte ich wieder lesen und sah ein Plakat mit Bob Dylan, er hatte hier eine Austellung mit Aquarellen. Auf dem Vorplatz standen einige Jeeps, auch ein Amerikanischer, fehlt nur noch die Tafeln Schokolade. Vielleicht ist Bob Dylan damit angereist.
Die Innenstadt ist sehr lebendig und die Leute sind sehr lässig gekleidet. Um die Säule "Greys Monument" saßen viele junge Leute und unterhielten sich. In den großen Geschäftshäusern ist im Parterre eine große Markthalle, hier gibt es alles zu kaufen, vom englischen Gemüse, schottischem Fleisch und Spezialitäten aus aller Welt. Wenn die Engländer hier einkaufen dann kann das Essen nicht so schlecht sein wie der Ruf. Ich hätte hier gerne eingekauft.
http://www2.newcastle.gov.uk/vnev.nsf/shoptext/shopmark?opendocument
Ich bin dann die Grey Street hinunter gelaufen vorbei am Theater Royal zur Kathedrale. Die Kathedrale ist sehenswert und beeindruckend ist das Chorgestühl, holzgeschnitzt. Von der Kathedrale ein kurzer Weg zum Castle. Das Castle ist viereckig und die Mauern sind sehr hoch, ob das nun nur ein Rest ist oder es nie größer war habe ich nicht geklärt. Noch ein kurzer Spaziergang auf die große Brücke mit schöner Aussicht auf den Fluß. Ich beschloss noch einmal zum Bahnhof zu gehen, doch vorher genehmigte ich mir einen leckeren Sandwich und einen nahm ich mit für mein Abendbrot. Dieses mal klappte es mit der Fahrkarte auf Anhieb und ich lief wieder zum Monument denn dort fahren die Busse ab. An der Haltestelle meines Busses stand eine sehr lange Schlange, ich musste wirklich in England sein, weil alle ordentlich in der Schlange standen. Ich befürchtete nicht mitzukommen. Doch es kamen 2 Busse und alle passten hinein, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ein langer Tag ging zu Ende und ich machte es mir gemütlich im Hotel.
Am nächsten Morgen noch einmal ein herrlich duftendes Frühstück im gemütlichen Kaminzimmer. Ich kann das Hotel nur empfehlen, die Besitzerin hat den schönen Nachnamen " Love" und so ist auch alles liebevoll eingerichtet im Clifton House Hotel.
http://www.cliftonhousehotel.com/
Ich fuhr mit dem Bus wieder in die Innenstadt am Samstagmorgen. An der Grey Säule zeigte ein Mann aus Australien eine Show und verschluckte einen dünnen Luftballon. Mir wird dabei eher schlecht, als dass ich so was vergnüglich finde. Ich hatte noch ein bisschen Zeit die Show und die Leute zu beobachten. Es herrschte schon reger Betrieb in der Stadt. Die Menschen sind lässig angezogen und es herrschte eine entspannte Atmosphäre. Am Bahnhof war mir nicht klar wie ich zum Bahnsteig komme, es ging nicht nur mir so. Der eigentliche Zugang war nicht funktionstüchtig und wir mussten einen Umweg über einen anderen Bahnsteig machen. Meine Rückfahrt nach Blackpool hatte ich über Carlisle gewählt, also die gleiche Strecke die ich gewandert war nur ein bisschen weiter südlich. Die Ausfahrt aus Newcastle erfolgte über eine der Brücken und ich hatte noch einmal einen schönen Blick auf den Fluß und die Quayside. Die Fahrt nach Westen war angenehm und es gab viel zu sehen. Im Zug kamen immer wieder Erinnerungen über die Wanderung auf und ich war und bin froh, dass ich es unternommen hatte. Es war für mich auch eine neue Erfahrung einfach los zu laufen ohne richtige Planung. Das Wetter hat mitgespielt, die Nächte im Zelt waren kalt, daraus folgt, dass ich solche Wanderungen mit einem besseren Schlafsack unternehmen muss. Mir hat auch sehr gefallen, dass es sehr interessant ist eine Mischung aus Natur und Historie zu erleben.
Immer wieder tauchte der Tyne auf, über Corbridge, Hexham, Haltwhistle, vor Carlise über den River Eden und dann hinein in den Bahnhof von Carlisle. Hier musste ich umsteigen und mit einer anderen Bahngesellschaft weiter fahren. Der Zug kam von Glasgow und hatte mehr Komfort.
Auf der Fahrt durch den Lakedistrict kann man ein bisschen erahnen wie schön diese Gegend ist.
In Preston gab es Verspätung mit dem Anschluss nach Blackpool, es ist nicht immer einfach alles zu verstehen wenn der Lautsprecher Änderungen durchgibt. Aber man kann ja fragen.
Great Britain hat noch eine Menge Fernwanderwege zu bieten. Mir schwirrt der West Highland Weg in Schottland durch den Kopf. Vielleicht ist es meine nächste Wanderung.
Elswick/Newcastle to Wallsend auf einer größeren Karte anzeigen
Samstag, 28. April 2012
8. Etappe Hadrianswall in England
28.07.11
22 Km
Die Bilder sind zu sehen:
http://s366640027.website-start.de/england/hadrianswall/8-harlow-hill-to-scotswood-newcastle/
Von Harlow Hill nach Newcastle/ Elswick
Dank der Decke vom Campingplatz hatte ich eine angenehme Nacht. Die Morgensonne schien doch mein Zelt war sehr nass vom Tau. Jedesmal wenn ich mein Zelt zum Trocknen aufhängen wollte, fand ich immer nur Stacheldrahtzäune. Dabei musste ich immer sehr behutsam vorgehen und das Abhängen war noch schwieriger um das Zelt nicht löchrig zu machen. Engländer mögen wohl Stacheldraht.
Ich bekam um 8 Uhr einen "Buttie", das ist ein großes weiches Brötchen belegt mit gebratenem Bacon und einen Becher Kaffee. Was anderes gab es nicht doch es schmeckte gut. Mein Zelt war nach einer Stunde noch nicht trocken. Ich packte trotzdem mein Rucksack der gegen 11 Uhr abgeholt werden sollte. Ich versah den Rucksack mit der Hoteladresse und legte das Geld dazu in der Hoffnung, dass der er auch ankommt. Unter dem Vordach wurden gerade einige Rucksäcke von einer anderen Transportfirma angeliefert, die nächsten Gäste sind also schon unterwegs. Ich nahm nur einen Proviantbeutel mit und einen kleinen Regenschirm. Die Übernachtung und das Frühstück zusammen waren sehr preiswert. Der Besitzer ist Rentner und hat noch eine Autowerkstatt dabei, das sind nun seine Hobbis.
Es war ein schöner Tag zum Wandern und es ging los hinunter vom Harlow Hill. Ich hatte den ganzen Morgen hindurch das Lied vom Rooster Hill im Ohr, Country Song von Dave Dudley. Nur weil ich auf einem Hill war dudelte es in meinem Kopf herum. An der nächsten Kreuzung war die Abzweigung zu den Kasernen. Zwischen Landstraße und Kornfeld verläuft der Wanderweg. Es war viel LKW - Verkehr diesen Morgen und es war etwas unangenehm da der Wanderweg etwas tiefer als die Straße liegt. Das Kornfeld neben mir war riesig. Gestern wurden schon angefangen, um die ersten Felder zu mähen.
Auf der nächsten Höhe musste ich die Straße wechseln. Auf der anderen Seite begrüßte mich Roter Mohn. Weiter ging es ein Stück die Landstraße entlang. An der Bushaltestelle Iron Sign macht der Wanderweg einen rechteckigen Umweg um ein B&B Hotel. Auf beiden Seiten der kleinen Nebenstraße sind gepflegte Grundstücke. Dieser Umweg ist wirklich unnötig. Ein Stück weiter liegt das römische Fort Rudchester. Die jetzige Landstraße wurde damals im 18. Jahrhundert als Military Road mitten durch das Fort gebaut und die Steine für den Bau benutzt. Man sieht nur im Gelände eine leichte Erhebung. Am Kissing Gate zur nächsten Weide wird noch einmal gemahnt, Rücksicht auf die Schafe und Lämmer zu nehmen, wird natürlich genommen! Am Ende der Weide verläuft der Wanderweg direkt an der Straße entlang , über die Autobahnbrücke (A69) und dann auf dem Bürgersteig hinein nach Heddon-on-the-Wall. Hier wollte ich etwas essen, einen Kaffee trinken und ein bisschen für meinen Vorrat einkaufen. Ich folgte erst einmal der Markierung durch einen kleinen Park, einen Hügel hinauf und weiter zu dem längeren Stück des Hadrianswalles. Das Stück des Walles wird gut präsentiert auf einer Wiese. Es ist für meine Richtung das letzte mal die Mauer zu sehen. Ein Vater erklärte seinen beiden kleinen Jungen die Anlage, sie wollten aber lieber herumklettern. Nun ging ich auf der Hauptstraße zurück, um einen Laden zu finden und Kaffe zu trinken. Fast am Ortseingang liegt ein kleines Einkaufszentrum hinter einem Kindergarten. Dort ging ich zuerst in das Geschäft , die "English Pies" verkauften.
http://www.dingledelldeli.co.uk/
Sie haben eine große Auswahl an Fleischpasteten und ich kaufte mir 2 und Kaffee. Es war schönes Wetter und saß gemütlich vor der Tür. Ich war nach einer halben Pastete schon satt. Ich kaufte mir noch eine lokale Zeitung und genoss den Kaffee. Am Nebentisch diskutierten eifrig 2 ältere Paare über den Wanderweg und wie es weitergehen sollte. Dazu befragten sie mich, sie wollten auf dem Hadrianswall Richtung Westen laufen. Ich erklärte ihnen den Weg zur Tankstelle, es war ganz nah und nicht zu verfehlen. An der Tankstelle beginnt die Ausfallstraße zur Autobahn, die Richtung aus der ich gekommen war. Nachdem ich noch ein paar Sachen gekauft hatte zog ich wieder los. Statt auf die Karte zu schauen ging ich den Weg zurück zu der Mauer in der Annahme der Wanderweg führt in der Richtung der Mauer weiter. Ich fand aber keine Markierungen mehr. Auch der Vater mit seinen Kindern, er war immer noch da, konnte mir nicht helfen. Außerdem sah ich die Beiden Paare die auch, trotz meiner Beschreibung, in die falsche Richtung gelaufen waren. Nach einem Blick auf die Karte ging ich die Hauptstraße zurück und fand dann auch bald die Markierung wieder, ganz in der Nähe wo ich Kaffee getrunken hatte. Der Hadrians Path ändert hier seine Richtung und folgt nicht mehr dem Hadrians Wall weil er nach Heddon-on-the Wall und dem Beginn von Newcastle nicht mehr sichtbar ist. Der Wanderweg geht nun hinunter ins Tal und entlang des River Tyne bis zum Wallende. Heddon liegt hoch über dem Tal des Flusses und ich hatte eine schöne Aussicht. Irgendwie waren die Markierungen in diesem Abschnitt nicht so, wie ich sie auch bemerken würde. Also bog ich zu früh ab von der kleinen Straße und ging einen Feldweg hinunter zum Golfplatz. Am Golfplatz kam mir ein junger Mann mit seinem Rad entgegen, er wusste den Weg nach Newcastle nicht obwohl er dort wohnte. Ich glaubte, dass wir an diesem Tag alle ein bisschen durcheinander waren. Ich erklärte im den Weg und wir mussten beide über den Golfplatz gehen. Er war unsicher mir zu folgen und ging hinter mir. Beim Überqueren des Platzes sah ich auch die Markierung wieder, es ist hier erlaubt zu gehen. Ich wäre auch hier lang gegangen wenn die Markierung nicht gewesen wäre denn es war kein Golfspieler weit und breit. Am Fluss trafen wir auf den Wander-und Radweg und der junge Mann bedankte sich und war verschwunden.
Ich ging durch die Hecke an das Steilufer und bemerkte an dieser Stelle. das viele Schwalben am Steilufer herumschwirrten. Ich hatte Uferschwalben noch nie gesehen außer im Fernsehen. Nach einer Weile der Beobachtung und dem Versuch ein Video zu machen wanderte ich weiter, nicht auf dem Wanderweg sondern immer entlang des Ufers auf einem schmalen Trampelpfad. Von den Schwalben konnte ich auf dem Video nichts erkennen. Es ist halt ein weiter Weg zum erfolgreichen Tierfilmer.
Der Weg am Ufer entlang hat mir gefallen. Das Wasser des Flusses sieht braun und moorig aus und fließt meistens gemächlich dahin. Am Beginn des Tyne River Park traf ich wieder auf die Markierung. Ein großer Stein lud zum Hinsetzen ein, ein Hadrianswall Erinnerungsstein. Ich bemerkte zum ersten Mal eine Blase am Hacken. Das ist eigentlich verwunderlich nach so viel Tagen ohne Beschwerden. Ein Pflaster versorgte die Blase und es konnte weitergehen. Einem kleinen Mädchen rollte der Ball die Böschung hinunter und sie getraute sich nicht ihn zu holen, der dicke Vater lief weiter ohne es zu bemerken , er war laut am tratschen mit seiner Begleitung. Ich holte den Ball hinauf und das Mädchen freute und bedankte sich. Der Vater schrie das Mädchen an es solle endlich herkommen doch sie überhörte ihn und bummelte langsam hinterher. Der Park war gut besucht, viele Hunde tollten herum. Das Informationcenter war geschlossen. Am Ausgang des Parkes wurde mit Informationstafeln an die Schlacht von Newburn erinnert. Die Schlacht wurde von den Schotten gewonnen, so hatte ich es verstanden.
http://www2.newcastle.gov.uk/bofn.nsf/a/history
Nun ging es ein Stück weiter am Fluss entlang bis zum Boathouse Inn, Fisch and Chips stand draußen dran und man konnte auch draußen sitzen, ich hatte aber keinen Hunger also ging ich weiter.
Der Weg verließ nun den Fluss , Rad- und Wanderweg zusammen. Links Büsche rechts Büsche, so ging es eine Weile weiter bis nach Lemington. Durch die Büsche sah ich das Lemington Community Centre. Lemington schaute aus wie eine typische englische Vorstadt, viele Reihenhäuser aus Backstein und jede Straße sieht aus wie alle anderen. Nach Lemington macht der Weg eine nördliche Schleife über die Autobahn (A1) hinein in einen großen Park mit geschützten abschnitten damit sich Natur entfalten kann. Typischer englischer Landschaftspark. Durch den Park hinunter und in Scotswood wieder laufen auf dem Radweg zwischen den Büschen. Auf der anderen Seite des Tyne Industriegelände und Reihen von Reihenhäusern schlängelten sich den Hügel hinunter. Irgendwo hier bei Scotswood musste ich abbiegen. Ich hatte mir die Adresse auf einem Zettel notiert und die Information: "Zwischen Elswicker Friedhof und General Hospital liegt das Hotel". Ich fragte einen Mann nach dem Weg zum Hospital und der sagte mir, dass es noch sehr weit sei und ich müsste nach dem kommenden großen Gebäude links abbiegen und den Hang hinauf gehen. Das war doch eine klare Ansage. Ich ging durch einen Park hinauf zu einer Straße und nun? Rechts fuhren viele Autos weiter hinauf also ging ich auch weiter hinauf in der Hoffnung einen Hinweis zum Hospital zu finden. Diese Gegend wirkte heruntergekommen, viel Dreck und ärmlich Läden, ich würde nur zur Not hier etwas kaufen. Die nächste Querstraße war ebenfalls eine Geschäftsstraße mit abwechselnd ärmlichen - und normalen Geschäften. Ein Stück weiter kam ein großer Friedhof, na also und da war auch ein Schild zum Hospital. Ich machte noch ein Foto von dem Friedhof und ging dann die Straße weiter hinauf Richtung Hospital. An der nächsten Querstraße wollte ich die Adresse auf meinem Zettel lesen aber der Zettel war weg und ich hatte mir weder Namen noch Straße gemerkt. Der Zettel musste beim fotografieren aus der Tasche gefallen sein, zurück zum Friedhof und alles abgesucht, kein Zettel. Was nun? Ich ging zurück auf die andere Straßenseite und ein Auto fuhr vorbei. Ich sah einen Zettel der aufgewirbelt wurde und fing in ein, es war meine Adresse. Manchmal hat man ja auch mal Glück. Wieder die Straße hinauf und nach der zweiten Querstraße konnte ich rechts einbiegen und erreichte dann auch das Hotel. Es war verschlossen. Auch auf mein Klingeln hin rührte sich nichts. Die Besitzerin sagte mir, das sie vor eins nicht da wäre, aber es war nach 3 Uhr. Also wartete ich und mir wurde kalt, ich war verschwitzt und es wehte ein frischer Wind. Ich suchte ein windgeschütztes Plätzchen und musste eine halbe Stunde warten. Als sie kam und aufschloss strahlte sie mich an und war so freundlich und bat um Entschuldigung, ich konnte ihr nicht mehr böse sein. Es ist ein sehr schön eingerichtetes Hotel, ein prima Frühstück, eine kleine Bar, sogar Internet (was ich nicht brauchte, keinen Computer dabei). Das Zimmer war sehr gemütlich, eher ein Damenzimmer
mit Plüsch. Ich musste mein nasses Zelt zum Trockenen aufhängen und noch ein paar andere Sachen. Nach dem Duschen sah das Zimmer nicht mehr Damenhaft aus, eher wie bei einem Trapper in Alaska. Ich machte es mir trotzdem gemütlich bei einer Tasse Tee, Teebeutel und Kaffee liegen im Zimmer zur freien Verwendung und ein Wasserkocher ist auch dabei.
Es waren gute 22 Km heute und ich war froh wieder in einem Bett schlafen zu können. Ich hatte seit 3 Tagen eine zerbrochene Brille und wollte mir am nächsten Tag eine Ersatzbrille kaufen. Zuerst werde ich zum Wallende laufen und das Segedunum Fort besichtigen. Danach eine Brille kaufen in der City von Newcastle.
http://www.cliftonhousehotel.com/
Harlow Hill to Elswick/Newcastle auf einer größeren Karte anzeigen
22 Km
Die Bilder sind zu sehen:
http://s366640027.website-start.de/england/hadrianswall/8-harlow-hill-to-scotswood-newcastle/
Von Harlow Hill nach Newcastle/ Elswick
Dank der Decke vom Campingplatz hatte ich eine angenehme Nacht. Die Morgensonne schien doch mein Zelt war sehr nass vom Tau. Jedesmal wenn ich mein Zelt zum Trocknen aufhängen wollte, fand ich immer nur Stacheldrahtzäune. Dabei musste ich immer sehr behutsam vorgehen und das Abhängen war noch schwieriger um das Zelt nicht löchrig zu machen. Engländer mögen wohl Stacheldraht.
Ich bekam um 8 Uhr einen "Buttie", das ist ein großes weiches Brötchen belegt mit gebratenem Bacon und einen Becher Kaffee. Was anderes gab es nicht doch es schmeckte gut. Mein Zelt war nach einer Stunde noch nicht trocken. Ich packte trotzdem mein Rucksack der gegen 11 Uhr abgeholt werden sollte. Ich versah den Rucksack mit der Hoteladresse und legte das Geld dazu in der Hoffnung, dass der er auch ankommt. Unter dem Vordach wurden gerade einige Rucksäcke von einer anderen Transportfirma angeliefert, die nächsten Gäste sind also schon unterwegs. Ich nahm nur einen Proviantbeutel mit und einen kleinen Regenschirm. Die Übernachtung und das Frühstück zusammen waren sehr preiswert. Der Besitzer ist Rentner und hat noch eine Autowerkstatt dabei, das sind nun seine Hobbis.
Es war ein schöner Tag zum Wandern und es ging los hinunter vom Harlow Hill. Ich hatte den ganzen Morgen hindurch das Lied vom Rooster Hill im Ohr, Country Song von Dave Dudley. Nur weil ich auf einem Hill war dudelte es in meinem Kopf herum. An der nächsten Kreuzung war die Abzweigung zu den Kasernen. Zwischen Landstraße und Kornfeld verläuft der Wanderweg. Es war viel LKW - Verkehr diesen Morgen und es war etwas unangenehm da der Wanderweg etwas tiefer als die Straße liegt. Das Kornfeld neben mir war riesig. Gestern wurden schon angefangen, um die ersten Felder zu mähen.
Auf der nächsten Höhe musste ich die Straße wechseln. Auf der anderen Seite begrüßte mich Roter Mohn. Weiter ging es ein Stück die Landstraße entlang. An der Bushaltestelle Iron Sign macht der Wanderweg einen rechteckigen Umweg um ein B&B Hotel. Auf beiden Seiten der kleinen Nebenstraße sind gepflegte Grundstücke. Dieser Umweg ist wirklich unnötig. Ein Stück weiter liegt das römische Fort Rudchester. Die jetzige Landstraße wurde damals im 18. Jahrhundert als Military Road mitten durch das Fort gebaut und die Steine für den Bau benutzt. Man sieht nur im Gelände eine leichte Erhebung. Am Kissing Gate zur nächsten Weide wird noch einmal gemahnt, Rücksicht auf die Schafe und Lämmer zu nehmen, wird natürlich genommen! Am Ende der Weide verläuft der Wanderweg direkt an der Straße entlang , über die Autobahnbrücke (A69) und dann auf dem Bürgersteig hinein nach Heddon-on-the-Wall. Hier wollte ich etwas essen, einen Kaffee trinken und ein bisschen für meinen Vorrat einkaufen. Ich folgte erst einmal der Markierung durch einen kleinen Park, einen Hügel hinauf und weiter zu dem längeren Stück des Hadrianswalles. Das Stück des Walles wird gut präsentiert auf einer Wiese. Es ist für meine Richtung das letzte mal die Mauer zu sehen. Ein Vater erklärte seinen beiden kleinen Jungen die Anlage, sie wollten aber lieber herumklettern. Nun ging ich auf der Hauptstraße zurück, um einen Laden zu finden und Kaffe zu trinken. Fast am Ortseingang liegt ein kleines Einkaufszentrum hinter einem Kindergarten. Dort ging ich zuerst in das Geschäft , die "English Pies" verkauften.
http://www.dingledelldeli.co.uk/
Sie haben eine große Auswahl an Fleischpasteten und ich kaufte mir 2 und Kaffee. Es war schönes Wetter und saß gemütlich vor der Tür. Ich war nach einer halben Pastete schon satt. Ich kaufte mir noch eine lokale Zeitung und genoss den Kaffee. Am Nebentisch diskutierten eifrig 2 ältere Paare über den Wanderweg und wie es weitergehen sollte. Dazu befragten sie mich, sie wollten auf dem Hadrianswall Richtung Westen laufen. Ich erklärte ihnen den Weg zur Tankstelle, es war ganz nah und nicht zu verfehlen. An der Tankstelle beginnt die Ausfallstraße zur Autobahn, die Richtung aus der ich gekommen war. Nachdem ich noch ein paar Sachen gekauft hatte zog ich wieder los. Statt auf die Karte zu schauen ging ich den Weg zurück zu der Mauer in der Annahme der Wanderweg führt in der Richtung der Mauer weiter. Ich fand aber keine Markierungen mehr. Auch der Vater mit seinen Kindern, er war immer noch da, konnte mir nicht helfen. Außerdem sah ich die Beiden Paare die auch, trotz meiner Beschreibung, in die falsche Richtung gelaufen waren. Nach einem Blick auf die Karte ging ich die Hauptstraße zurück und fand dann auch bald die Markierung wieder, ganz in der Nähe wo ich Kaffee getrunken hatte. Der Hadrians Path ändert hier seine Richtung und folgt nicht mehr dem Hadrians Wall weil er nach Heddon-on-the Wall und dem Beginn von Newcastle nicht mehr sichtbar ist. Der Wanderweg geht nun hinunter ins Tal und entlang des River Tyne bis zum Wallende. Heddon liegt hoch über dem Tal des Flusses und ich hatte eine schöne Aussicht. Irgendwie waren die Markierungen in diesem Abschnitt nicht so, wie ich sie auch bemerken würde. Also bog ich zu früh ab von der kleinen Straße und ging einen Feldweg hinunter zum Golfplatz. Am Golfplatz kam mir ein junger Mann mit seinem Rad entgegen, er wusste den Weg nach Newcastle nicht obwohl er dort wohnte. Ich glaubte, dass wir an diesem Tag alle ein bisschen durcheinander waren. Ich erklärte im den Weg und wir mussten beide über den Golfplatz gehen. Er war unsicher mir zu folgen und ging hinter mir. Beim Überqueren des Platzes sah ich auch die Markierung wieder, es ist hier erlaubt zu gehen. Ich wäre auch hier lang gegangen wenn die Markierung nicht gewesen wäre denn es war kein Golfspieler weit und breit. Am Fluss trafen wir auf den Wander-und Radweg und der junge Mann bedankte sich und war verschwunden.
Ich ging durch die Hecke an das Steilufer und bemerkte an dieser Stelle. das viele Schwalben am Steilufer herumschwirrten. Ich hatte Uferschwalben noch nie gesehen außer im Fernsehen. Nach einer Weile der Beobachtung und dem Versuch ein Video zu machen wanderte ich weiter, nicht auf dem Wanderweg sondern immer entlang des Ufers auf einem schmalen Trampelpfad. Von den Schwalben konnte ich auf dem Video nichts erkennen. Es ist halt ein weiter Weg zum erfolgreichen Tierfilmer.
Der Weg am Ufer entlang hat mir gefallen. Das Wasser des Flusses sieht braun und moorig aus und fließt meistens gemächlich dahin. Am Beginn des Tyne River Park traf ich wieder auf die Markierung. Ein großer Stein lud zum Hinsetzen ein, ein Hadrianswall Erinnerungsstein. Ich bemerkte zum ersten Mal eine Blase am Hacken. Das ist eigentlich verwunderlich nach so viel Tagen ohne Beschwerden. Ein Pflaster versorgte die Blase und es konnte weitergehen. Einem kleinen Mädchen rollte der Ball die Böschung hinunter und sie getraute sich nicht ihn zu holen, der dicke Vater lief weiter ohne es zu bemerken , er war laut am tratschen mit seiner Begleitung. Ich holte den Ball hinauf und das Mädchen freute und bedankte sich. Der Vater schrie das Mädchen an es solle endlich herkommen doch sie überhörte ihn und bummelte langsam hinterher. Der Park war gut besucht, viele Hunde tollten herum. Das Informationcenter war geschlossen. Am Ausgang des Parkes wurde mit Informationstafeln an die Schlacht von Newburn erinnert. Die Schlacht wurde von den Schotten gewonnen, so hatte ich es verstanden.
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Nun ging es ein Stück weiter am Fluss entlang bis zum Boathouse Inn, Fisch and Chips stand draußen dran und man konnte auch draußen sitzen, ich hatte aber keinen Hunger also ging ich weiter.
Der Weg verließ nun den Fluss , Rad- und Wanderweg zusammen. Links Büsche rechts Büsche, so ging es eine Weile weiter bis nach Lemington. Durch die Büsche sah ich das Lemington Community Centre. Lemington schaute aus wie eine typische englische Vorstadt, viele Reihenhäuser aus Backstein und jede Straße sieht aus wie alle anderen. Nach Lemington macht der Weg eine nördliche Schleife über die Autobahn (A1) hinein in einen großen Park mit geschützten abschnitten damit sich Natur entfalten kann. Typischer englischer Landschaftspark. Durch den Park hinunter und in Scotswood wieder laufen auf dem Radweg zwischen den Büschen. Auf der anderen Seite des Tyne Industriegelände und Reihen von Reihenhäusern schlängelten sich den Hügel hinunter. Irgendwo hier bei Scotswood musste ich abbiegen. Ich hatte mir die Adresse auf einem Zettel notiert und die Information: "Zwischen Elswicker Friedhof und General Hospital liegt das Hotel". Ich fragte einen Mann nach dem Weg zum Hospital und der sagte mir, dass es noch sehr weit sei und ich müsste nach dem kommenden großen Gebäude links abbiegen und den Hang hinauf gehen. Das war doch eine klare Ansage. Ich ging durch einen Park hinauf zu einer Straße und nun? Rechts fuhren viele Autos weiter hinauf also ging ich auch weiter hinauf in der Hoffnung einen Hinweis zum Hospital zu finden. Diese Gegend wirkte heruntergekommen, viel Dreck und ärmlich Läden, ich würde nur zur Not hier etwas kaufen. Die nächste Querstraße war ebenfalls eine Geschäftsstraße mit abwechselnd ärmlichen - und normalen Geschäften. Ein Stück weiter kam ein großer Friedhof, na also und da war auch ein Schild zum Hospital. Ich machte noch ein Foto von dem Friedhof und ging dann die Straße weiter hinauf Richtung Hospital. An der nächsten Querstraße wollte ich die Adresse auf meinem Zettel lesen aber der Zettel war weg und ich hatte mir weder Namen noch Straße gemerkt. Der Zettel musste beim fotografieren aus der Tasche gefallen sein, zurück zum Friedhof und alles abgesucht, kein Zettel. Was nun? Ich ging zurück auf die andere Straßenseite und ein Auto fuhr vorbei. Ich sah einen Zettel der aufgewirbelt wurde und fing in ein, es war meine Adresse. Manchmal hat man ja auch mal Glück. Wieder die Straße hinauf und nach der zweiten Querstraße konnte ich rechts einbiegen und erreichte dann auch das Hotel. Es war verschlossen. Auch auf mein Klingeln hin rührte sich nichts. Die Besitzerin sagte mir, das sie vor eins nicht da wäre, aber es war nach 3 Uhr. Also wartete ich und mir wurde kalt, ich war verschwitzt und es wehte ein frischer Wind. Ich suchte ein windgeschütztes Plätzchen und musste eine halbe Stunde warten. Als sie kam und aufschloss strahlte sie mich an und war so freundlich und bat um Entschuldigung, ich konnte ihr nicht mehr böse sein. Es ist ein sehr schön eingerichtetes Hotel, ein prima Frühstück, eine kleine Bar, sogar Internet (was ich nicht brauchte, keinen Computer dabei). Das Zimmer war sehr gemütlich, eher ein Damenzimmer
mit Plüsch. Ich musste mein nasses Zelt zum Trockenen aufhängen und noch ein paar andere Sachen. Nach dem Duschen sah das Zimmer nicht mehr Damenhaft aus, eher wie bei einem Trapper in Alaska. Ich machte es mir trotzdem gemütlich bei einer Tasse Tee, Teebeutel und Kaffee liegen im Zimmer zur freien Verwendung und ein Wasserkocher ist auch dabei.
Es waren gute 22 Km heute und ich war froh wieder in einem Bett schlafen zu können. Ich hatte seit 3 Tagen eine zerbrochene Brille und wollte mir am nächsten Tag eine Ersatzbrille kaufen. Zuerst werde ich zum Wallende laufen und das Segedunum Fort besichtigen. Danach eine Brille kaufen in der City von Newcastle.
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Freitag, 6. April 2012
7. Etappe Hadrians Wall in England
27.07.11
19 Km
Die Bilder sind zu sehen:
Chollerford nach Harlow Hill
Die Nacht war nicht so kalt wie die letzten Nächte und ich war früh auf. Der herumliegende Rasenschnitt klebte an meinen Schuhen und der Duschraum sah aus wie ein Heustadel. Nach meinem Waschgang fegte ich den Rasenschnitt, den ich ja auch mitgebracht hatte, aus dem Duschraum. Im Waschraum hing kein Spiegel und so musste ich ungesehen das Bad verlassen.
Das Zelt musste auch vom Gras befreit werden, nur klebte alles am Zeltboden und es brauchte seine Zeit, es zu säubern. Zum Frühstück hatte ich nur noch ein kleines Stück trocken Brot. Die Teestube machte erst um 9 Uhr auf und so lange wollte ich nicht warten. Ich fragte einen Engländer, der gerade mit einem üppigen Frühstück fertig war, ob er wüsste wo das nächste Geschäft ist. Er wusste auch keins. Aber er schenkte mir 1 Dose Makrelen in Tomatensoße, 1Stück Schokoriegel, 2 kleine runde Fladenbrote und einen Apfel. Ich lehnte natürlich erst ab aber ich hatte keine Wahl, er bestand darauf, ich musste es nehmen. Er wohnt in Preston und erklärte mir, dass seine Frau mit viel Arbeit auf ihn wartet, wenn er nun zurück kommt. Er war Soldat und hatte viel Erfahrung mit Camping und Wandern. Er wollte heute noch nach Steelriggs, immerhin 12 Meilen mit vollem Gepäck. Sein Rucksack sah schwerer aus als meiner.
Wir zogen Beide los, er nach Westen und ich nach Osten. Ich ging noch einmal über die alte Brücke über den Nord Tyne und dann die Landstraße hinauf bis zur 1. Kreuzung. Der Wanderweg macht hier eine große Schleife, damit die Wanderer nicht entlang der viel befahrenen Straße laufen müssen, also folgte ich brav dem Wanderweg. Der Bürgersteig ist fast zugewachsen aber das Stück Straße ist nicht weit , man biegt dann wieder ab und zwar hinauf auf den Hügel auf einer schmalen Straße, wieder zurück zur Landstraße. Neben der Landstraße verläuft ein Waldweg der an einer Weide endete. Über die Weide steil hinauf zu dem kurzen Mauerrest. An einem schönen Baum warf ich ein Blick zurück in das Tyne Tal, eine schöne Aussicht. Nach der Mauer musste ich die Straßenseite wechseln und noch weiter hinauf zu dem Heavenfield Battlesite. Ein Schlachtfeld von 734 n. C. Es liegt aber nichts mehr herum. Auf der Höhe stehen ein paar sehr alte Eichen, sie sind nicht sehr hoch, haben aber weit ausladende Äste.
Am meisten habe ich Eichen gesehen, dann Eschen und wenige Buchen.
Es taucht das Schild für die Teestube auf " St. Oswald´s Hill Head", der steile Hügel (180 Höhenmeter?) hatte mich geschafft und so was gleich am frühen Morgen. Ich freute mich auf ein ordentliches Frühstück. Als ich um die Ecke kam, lächelten mich Blumenkästen an und alles sah sehr einladend aus. Nur das Schild " Mittwochs Ruhetag" störte mich denn es war Mittwoch. Die nächste Möglichkeit einzukehren war beim Porgate Inn ein paar Meilen weiter. Nur kein Frust aufkommen lassen denn die Landschaft war schön und es gab weite Blicke nach Norden. Der Wanderweg verläuft hier immer entlang der Landstraße B6318, mal links und mal rechts. Meistens doch mit einem gewissen Abstand, so dass der Verkehr nicht störte. Ein junger Wanderer fragte mich wie weit es bis zur Teestube noch ist. Ich musste im gestehen, dass die Teestube heute geschlossen hatte, er sah verdammt hungrig aus. Ich gab im den Rat nach Chollerford weiter zu gehen, denn die Teestube ist geöffnet.
Nach einem Wäldchen ging es hinunter zum Porgate, ein altes römisches Tor, Durchgang nach Norden für Händler und Reisende, doch nichts zu sehen, die Landstraße verdeckt die Reste.
Der Inn war noch geschlossen und machte erst in 1,5 Stunden auf, so lange wollte ich nicht warten. Auf der nächsten Weide lagen ein paar hölzerne Telegrafenmasten auf der Erde, ein guter Rastplatz zum Sitzen. Da mir niemand etwas zu essen verkaufen wollte, griff ich zur Dose Fisch und dem Fladenbrot, es schmeckte köstlich. Zum Nachtisch hatte ich noch den Schokoriegel.
Es kamen vom Osten her eine Wandergruppe mit sehr leichtem Gepäck und alle gut angezogen in fancy outdoor Bekleidung, ich fragte ob es eine deutsche Wandergruppe sei und es war so. Ich wurde nun ausgefragt ob es schöner wird, scheinbar hat es ihnen bis hierher nicht gefallen, ich sagte ihnen: " Es wird noch sensationell" und schon mussten die Fragenden sich beeilen, dass sie wieder zur Wandergruppe aufschließen. Diese Wanderer sind bestimmt mit einem Kulturveranstalter unterwegs. Sie werden unterwegs verpflegt und liegen abends in gemachten Betten. Ich möchte trotzdem nicht mit ihnen tauschen, obwohl ich noch nicht weiß wo ich heute schlafe und die Teestube geschlossen hatte. Sie bekommen keine Dose Fisch geschenkt, denn welcher Wanderer hat schon mehr als 20 Fischdosen in seinem Rucksack.
Bin mal gespannt wie mir der weitere Weg nach Newcastle gefällt.
Es ging weiter über Weiden entlang der Landstraße (Alte Militärstraße). An einem herrschaftlichen großen Eingangstor schaute ich auf meine Karte. Genau an dieser Stelle war ein römisches Fort, Onnum genannt, von dem aber nichts mehr zu sehen ist. Durch das große Tor führt eine Allee hinunter zum Halton Castle. Ich konnte noch ein Stück vom Turm sehen. Hier beginnt auch der Rundwanderweg nach Corbridge über 12 Km. Ich hatte eigentlich vor, Corbridge nach meiner Wanderung mit dem Hadriansbus zu besuchen, was aber leider dann doch nicht mehr geklappt hat.
Ein Stück weiter gab es Probleme mit einem Mähdrescher, der Servicemann war da. Auf der Farm Halton Red House wurden gerade Schafe auf eine andere Weide getrieben und jedes Schaf wollte Erstes sein. Das war alles auf der anderen Straßenseite. Mein Wanderweg bog etwas von der Straße ab um den Down Hill zu umrunden. Hier sieht man noch den Graben (Vallum )besonders gut und wieviel Erdbewegungen nötig waren, um solch einen mächtigen Graben auszuheben, sehr beeindruckend.
Nach dem Hügel wechselte ich die Straßenseite und musste nun eine Weile am Straßenrand entlang wandern. Bei den nächsten Häusern entdeckte ich endlich einen Postkasten und konnte nun meine Postkarten abschicken (wie gesagt, jeden Tag 2 Postkarten). Nach den Häusern von Halton Shields abermals ein Wechsel der Straßenseite. Weiter laufen auf einem separaten Pfad neben der Straße. Am Wegesrand einige schöne Wiesenblumen alle ein bisschen kräftiger als bei uns in Deutschland.
Der schmale Weg rechts der Straße endete natürlich wieder an einem Kissing Gate. Nun wieder auf die nördliche Straßenseite. Dort über eine Mauer klettern, so geht es jeden Tag. An einem Pfahl hing eine große Strohpuppe mit Hinweis auf ein Sommerfest. Ein Schützenpanzer rollte die Straße entlang, lange wird die Straße das nicht mitmachen. Für was benötigt man eigentlich solche Fahrzeuge hier im friedlichen Hinterland?
Langsam macht sich Hunger bei mir breit und es war nicht mehr weit bis zur Vallum Farm dort sollte eine Teestube sein. Die Teestube liegt im hinteren Bereich der Farm und der Parkplatz war gut belegt. Die Teestube war in einem neuen großen Holzhaus untergebracht und es herrschte reger Besuch. Es ist mehr ein nettes Restaurant als eine Teestube und ein verschwitzter Wanderer passt nicht so richtig ins Bild. Mein Blick viel auf einen schönen Kuchen und ohne nachzudenken bestellte ich 1 Stücke und Tee, Tee muss sein in England. Als ich den Kuchen verspeist hatte dachte ich, es wäre wohl besser gewesen was ordentliches zu essen. Ich wollte mir noch einen Vorrat kaufen aber es war nicht viel im Angebot. Ein Stück Käse und eine Packung Milch, sie hatten kein Brot, gaben mir aber 2 Brötchen die sie eigentlich für Hot Dogs brauchten. Die Vallum Teestube bietet selbstgemachtes Eis an, es schmeckte sehr gut, ich genoss es auf der Terrasse denn innen war es fürchterlich warm.
Nach Harlow Hill war es nun nicht mehr weit, der Wanderweg war mit Stofftieren verziert, es waren eine ganze Menge. Auf der heutigen Etappe war ausser einem kleinen Stück keine Mauer zu sehen. Es tauchten aber immer wieder Abschnitte des Vorderen Grabens (Ditch) und des Vallum auf. Bevor es nun hinauf nach Harlow Hill ging kam ich an den Seen vorbei. Reservoirs für Newcastle und Umgebung. Der See war eingezäunt, am Ende des Sees eine Beobachtungsstelle, um Vögel zu betrachten. Nur noch den Hügel hinauf und nach dem kleinen Zeltplatz schauen. Harlow Hill liegt wirklich auf einem Hügel mit Blick in fast alle Richtungen.
Man sieht Flugzeuge im Landeanflug zum Newcastle airport. Die kleine Kirche in Harlow Hill wird als Scheune benutzt. Im letzten Haus sah ich im Garten ein Zelt stehen und der Besitzer kam mir auch gerade entgegen. Der Platz heißt Belvedere Campsite. Der Platz ist nicht sehr groß aber nett. Die Sanitäranlagen sind klein aber in gutem Zustand. Wenn der Platz voll belegt ist könnte es ein bisschen eng werden aber außer mir war nur noch ein Zelt aufgestellt.
Nach Zeltaufbau und erfrischendem Duschgang machte ich mir Gedanken über die nächste Etappe. Bis zum Ende des Walls war es mir zu weit. Ich überlegte mir bis zum Anfang von Newcastle zu laufen. Also brauchte ich dort ein Quatier und ich wollte diese Etappe auch nicht mit vollem Gepäck wandern da es über viele Kilometer über geteerte Straßen geht. Der Besitzer half mir beim suchen von B&B Hotels. Ich telefonierte mit einem Gepäckservice am nächsten Tag und wir wurden uns einig. Es würde nur 6 Pfund kosten den Rucksack transportieren zu lassen.
Normale Hotels wollten mein Gepäck nicht entgegen nehmen und aufbewahren bis zu meinem Eintreffen. Nach mehreren Versuchen hatte ich ein Zimmer in einem B&B in Elswick bekommen " Clifton House Hotel". Somit konnte ich auch den Auftrag für das Gepäck erteilen. Es war richtig ein Stück Arbeit es zu organisieren und teilweise verstand ich auch die Aussprache nicht, es hörte sich fast Schottisch an obwohl ich nicht wirklich weiß wie Schotten reden.
Mein Gastgeber hat mir sehr dabei geholfen Telefonnr. für die Hotels heraus zu suchen und er gab mir auch noch eine warme Decke für die Nacht im Zelt. Nachdem alles geregelt war aß ich mein Abendbrot und genoss den schönen Abend. Ich machte noch einen Spaziergang hinunter zu dem See, beobachtete die Enten und andere Vögel und erlebte dabei einen schönen Sonnenuntergang. Zurück beim Zelt war es Zeit zum schlafen.
Chollerford to Harlow Hill auf einer größeren Karte anzeigen
Freitag, 2. März 2012
6. Etappe Hadrians Wall in England
26.07.11
15 Km
Die Bilder sind zu sehen:
Housesteads Fort nach Chollerford
In der Nacht regnete es und ich hoffte, dass der Regen bald aufhörte. Am Morgen hatte es zu meiner Freude aufgehört zu regnen und ich konnte das Zelt zum Trocknen über den Zaun hängen, dabei erwischte mich ein Stromschlag und machte mich richtig wach. Es war kein Pferd auf der Koppel und ich dachte nicht, dass der elektrische Zaun in Betrieb war.
Mich erwartete ein Frühstück im Farmhaus und es gab wirklich ein reichhaltiges. Ich hatte wieder ein volles englisches Frühstück dazu Saft und frische Früchte. Dazu noch eine nette Unterhaltung mit den Wanderinnen vom Pennine Way und die 2 Essen waren außerdem noch sehr preiswert. Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen und ich musste nun wieder den Berg hinauf gehen, um zum Hadrianswall zu kommen. Ein Berg zum Schnaufen und oben angelangt ging es gleich wieder steil hinunter. Es war trübes Wetter und ich hatte keine weite Sicht dafür noch einmal einen steilen Hang zu erklimmen. Von nun an war die Etappe leicht zu wandern, das schwere Gepäck drückte trotzdem. Der Wanderweg führte wie die ganze Zeit seit Walltown immer an der steilen Kante entlang. Es folgte eine Turmstelle und noch ein Milecastle. Dann ging es leicht bergab durch ein Wäldchen und an einer Farm vorbei. Die hohe Bodenwelle hörte hier auf und das Land ist flach und leicht wellig. Einzelne Farmen und soweit das Auge reicht mooriges Weideland. Vom Wall sind von hier ab nur noch der Graben zu sehen und eine leichte Erhöhung des Untergrundes. Nach ein paar hundert Metern folgte ein Milecastle, es ist eine Mauer herum, dies ist wohl nicht die ursprüngliche Mauer. Innerhalb der Mauer stehen hohe Bäume. Man sieht somit nichts von dem Kastell. 400 Meter weiter sind Fundamentreste einer Turmstelle zu sehen. Das Wetter klarte auf und blauer Himmel kam war zu sehen, da macht das Wandern natürlich mehr Spaß. Der Hadrianswall traf nun auf die Landstraße B6318 und beide führen nun für eine Weile parallel nach Osten. Die Straße ist nicht sehr befahren, so dass es nicht stört. Eine Frau in meinem Alter war nach Westen unterwegs. Sie hatte ein Biwak Schlafsack dabei und sie übernachtet darin am Wall. Ich war doch sehr beeindruckt und ich bin nicht sicher ob ich mich dabei wohl fühlen würde, nur im Biwakschlafsack zu übernachten.
Es ist meist ein sehr angenehmes Wandern auf weichem Untergrund über die Wiesen. Hier entlang auf dem Wall wachsen einige verschiedene Wildblumen und Kräuter. Wenn man einen Blick zurück wirft sieht man wie der Hadrianswall sich nach Westen über den Kamm schlängelt. Nach einer Weile, es ging immer entlang der Straße und über Weiden, es kam die Farm mit Bed & Breakfast, Carraw. http://www.carraw.co.uk/
Vor der Farm hatte ich einen schönen Blick nach Süden, hinunter ins Tyne Tal. Der Wanderweg führt nördlich um die Farm herum. Es wurden große Steinplatten gelegt damit man nicht im Schlamm versinkt. Ein Stück weiter liegt auf einer Anhöhe das Fort Brocolitia. In der Senke vor dem Fort kreuzte ich die Landstraße. Auf der anderen Seite führt ein schmaler Pfad am Rand eines Sumpfes zum Mithraeum, ein kleiner Tempel. Bei ungünstigem Wetter kann man hier nasse Füße bekommen. Vor dem kleinen Tempel legte ich meinen Rucksack ab was mich sehr erleichterte. Ich wollte hier mein Vesperbrot essen, doch dann kamen auf einmal viele Besucher und es war vorbei mit der Ruhe. Eine deutsche Familie mit Kindern waren mit dem Auto unterwegs am Hadrianswall. Ich gab ihnen ein paar Tipps wo sie anhalten sollten, aber ob sie es sich merken wollten und ob sie es auch nutzten ist nicht bekannt. Dieser kleine Tempel liegt ein kleines Stück südlich vom Kastell. Die original Statuen sind im Museum in Newcastle zu sehen. Es ist ein Kleinod in dieser einsamen Moorlandschaft. Ich setzte meinen Weg fort hinauf zum Kastellparkplatz. Vom Kastell sieht man nur die grasbewachsenen Wälle. Auf dem Parkplatz stand ein kleines Auto mit einer Kaffeemaschine und Leute waren am Kaffee trinken. So versuchte ich einen Cappuccino und er hat mir auch geschmeckt. Der Besitzer steht immer auf diesem Parkplatz, meinte er.
Erfrischt zog ich weiter. Der Pfad wechselte wieder die Straßenseite, nördlich. Es ging weiter über Weideland und nach Norden und Westen tauchte eine ganz andere Landschaft auf. Weit unten im Tal des Tyne tauchten viele Felder auf, bisher hatte ich nur Weideland und Moore gesehen. Nach ungefähr 1 Meile macht der Wall einen Knick nach Südost. Diese Stelle nennt sich "Limestone Corner" Lt. Beschreibung * haben die Römer hier versucht den Graben auszuheben und haben aufgegeben weil der Untergrund nur aus hartem Kalkstein besteht. Überall liegen hier die großen Kalksteinblöcke herum. Von hier ab geht es nun stetig bergab hinunter in das Tal des Tyne (nördlicher Zufluss). Ein Stück bergab tauchte wieder ein Stück der Mauer auf und dass war der perfekte Rastplatz, eine bequeme Sitzgelegenheit, eine schöne Aussicht und die Sonne schien.
Ab und zu kamen Wanderer vorbei und auch das macht Spaß, zu zuschauen.
Ein Vater kam mit seiner Tochter (10-12 Jahre alt?), Es war 13:30 und der ehrgeizig erscheinende Vater wollte noch bis Steel Rigg gehen, das sind noch ca. 16 Km. Das wird kein Vergnügen. So kann man jungen Menschen das Wandern vermiesen.
Es ging weiter hinunter nach Walwick. Um Walwick Hall macht der Wanderweg einen Bogen, um dann wieder die Landstraße B6318 zu erreichen. Diese Straße führt nun direkt zum Chester Fort und dann weiter nach Chollerford. Kurz vor dem Fort steht ein großes Hofgut zum Verkauf, leider reicht mein Geld nicht. Das Chester Fort kostet Eintritt und das ist auch nachvollziehbar. Ein Museum mit vielen Skulpturen ist zu sehen. Es werden Aktionen mit Kindern organisiert. Alles wirkte lebendig und die Außenanlagen sind sehr interessant und gepflegt. Bevor ich das Kastell besichtigte, stärkte ich mich in der römischen Teestube mit Hühnchen Sandwich und viel Tee (habe ich schon erwähnt, dass ich den englischen Tee liebe? Owohl ich weiß, er ist nur von Teebeuteln gebraut).
Das Kastell liegt auf dem erhöhten Flussufer des Tyne. Das Kastellbad liegt direkt in Ufernähe. Auf der anderen Flussseite sieht man Reste einer Römerbrücke. Man kommt aber vom Kastell nicht auf die andere Seite, um die Brücke zu besichtigen.
Nach Chollerford war es nun nicht mehr weit. In der Wanderkarte war ein Zeltplatz vermerkt und den wollte ich nun aufsuchen, um die heutige Etappe zu beenden. An der Teestube, an der Brücke, sah ich den Hinweis, dass man für den Zeltplatz in der Teestube bezahlen muss, na also, mir blieb heute das Suchen erspart. Der Zeltplatz liegt am Ufer des Flusses und hinter der Teestube. Es waren nur ein paar Zelte aufgebaut. Es ist ein Sanitärhaus dort mit Toiletten und Duschen.
Die Wiese war frisch gemäht und die Sonne schien. Erst das Zelt aufgebaut und dann ausgiebig geduscht, danach wusch ich meine Wäsche so gut es ging und hielt danach ein Nickerchen. Es war nur ein Tisch mit 2 Bänken auf dem Zeltplatz, den ich dann benutzte um meine Postkarten zu schreiben und Notizen des Tages.
Ich entschloss mich noch zur Römerbrücke zu gehen und dazu musste ich über die Autobrücke, um auf die andere Flussseite zu kommen. Die Autobrücke scheint auch sehr alt zu sein und ist nur einspurig zu befahren. Eine Ampel regelte den Vehrkehr. Auf der anderen Seite ist ein Wegweiser zur Römerbrücke. Ein schmaler Weg führt zur römischen Brücke. Rechts und links vom Weg Zäune und ein Hinweis, dass auch das Flussufer am Wehr privat ist und nicht betreten werden darf. Der Besucher wird, wie im Zirkus die Löwen, durch einen engen Gang in die Manege geführt. Die Engländer haben wohl Angst, dass wir eine Scholle(Erde, Grasnarbe) mitnehmen. Heute könnten die Römer keinen Wall mehr durch England bauen weil ja alles eingezäunt und privat ist.
Die Reste der Brücke sind sehenswert. Ein Teil des kunstvoll gebauten Fundamentes ist zu sehen, das hat mich sehr beeindruckt und ich bin froh noch zur Römerbrücke gegangen zu sein. Dabei habe ich noch einen schönen Sonnenuntergang erlebt und als ich am Zelt ankam war es dunkel und Zeit zum Schlafen.
* Hadrian´s Wall Path von Anthony Burton (Official National Trail Guide)
Housesteads Fort to Chollerford auf einer größeren Karte anzeigen
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