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Samstag, 1. Oktober 2011

4. Etappe Odenwaldlimes, von der Seitzer Buche nach Wagenschwend

Bilder zu diesem Bericht sind in meiner Homepage zu sehen :
http://www.s366640027.website-start.de/ unter LIMES - Odenwaldlimes

10.09.11

Diesesmal begleiteten mich meine Tochter und mein Sohn, sozusagen als Geburtstagsgeschenk. Wir fuhren zuerst zum Kastellbad Würzberg weil ich es unbedingt zeigen wollte. Das Kastellbad ist nun neu restauriert und sieht wirklich gut aus. Wir fuhren dann weiter zur Seitzer Buche, ich musste natürlich von meinem wilden Zelten im Wald erzählen. An der Seitzer Buche wurden wir von einer Frau angesprochen. Sie war auf der Suche nach einem Selbstmordgefährdeten Mann, wir nahmen die Details entgegen, im Falle, daß wir etwas bemerken, sollten wir die Polizei benachrichtigen. Wir hatten uns schon über mehrere Polizeiautos gewundert. Das war natürlich kein schöner Anfang und wir hofften, daß alles gut ausgehen wird.
Wir folgten dann der Markierung "L", nach einem kurzen Stück auf der Straße verläuft der Pfad links im Wald, hinauf nach Schloßau. Hier im Wald befinden sich 2 Steinfundamente auf einer Lichtung. Ein Turm wurde als Heiligtum genutzt und neben dem Turm steht eine Skulptur mit dem Kriegsgott Mars, Siegesgöttin Victoria und die Göttin Salus (Gesundheit für Soldaten). In Schloßau waren wir so vertieft in unsere Unterhaltungen, daß wir vom Kastell in Schloßau nichts mitbekommen hatten. Der Wanderweg führt mehr oder weniger um Schloßau herum. An den Häusern und herum, die wir passierten, wurden samstägliche Arbeiten verrichtet, Auto waschen, Bürgersteig fegen, Gartenarbeit. Wir waren meistens so im Gespräch vertieft, daß ich mich nun im Nachhinein nicht mehr an die Wegführung erinnern kann. Wenn ich alleine wandere, kann ich mich hinterher meistens sehr gut an die einzelnen Abschnitte erinnern. Wir kreuzten 2 Straßen und liefen hinein nach Auerbach, am südlichen Ortsausgang mussten wir uns über einen Hund in einem engen Käfig unterhalten, der Arme kläffte wie verrückt und tat uns Leid. Wir waren uns einig, daß solch eine Hundehaltung heute wirklich unnötig ist. Dabei haben wir den Abzweig in die Felder verpasst. Ich schlug vor am Maisfeld entlang wieder unseren Wanderweg zu erreichen. Meine Kinder waren skeptisch folgten mir aber. Wir mussten noch ein bisschen quer durch den Wald laufen und erreichten wieder den Limeswanderweg. Vorbei an Fischteichen erreichten wir Scheidental. Es war schönes Wetter und die Obstbäume hingen voller Früchte. In der Nähe des Kastells lagen die Früchte in Massen auf der Straße und die Wespen hatten freies Buffet. Wir machten eine Rast an den Mauerresten des Kastells in Scheidental. In diesem größeren Kastell war eine berittene Kohorte untergebracht. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, zu friedlich und lieblich ist die Gegend und die Anlage hier. Es ging weiter aus Scheidental hinaus und hinauf auf den nächsten Hang durch ein paar Häusern hindurch, weiter über Felder und dann hinein in den Wald um den Höhenbuckel herum. Wir kreuzten eine kleine Landstraße an einem Wanderparkplatz. Niemand wollte wandern an diesem schönen Tag. An dieser Stelle hat man eine weite Aussicht Richtung südost. Noch einmal durch ein kleines Stück Wald und wir konnten Wangenschwend sehen. Am Ortseingang ein Anwesen mit schönen Blumen überall, eine Koppel mit 2 Pferden die natürlich gestreichelt werden mussten. Diese Wanderung war nicht richtig geplant und wir waren nun schon 13 Km gelaufen ohne daran zu denken, daß wir ja auch wieder zurück mussten. Hier an der Hauptstraße liegt eine Gastwirtschaft und wir beschlossen einzukehren. Ich öffnete eine falsche Tür und landete im Wohnzimmer der Wirtsleute, freundlich zeigten sie uns die andere Seite wo der Gastraum ist. Wir hatten keinen großen Hunger, was mich immer wieder wundert, obwohl wir doch schon so weit gelaufen waren. Wir stärkten uns mit Maultaschen (wir sind im Badischen) Käsespätzle, Salat und Suppe. Der Salat war köstlich, es hat alles gut geschmeckt.
Meine Tochter wollte nicht den gleichen Weg zurück laufen. Im Stillen dachte ich mir "Ohweih". Mein Sohn war einverstanden, mein zögerliches ja aber wurde nicht beachtet. Wir wählten für den Rückweg, westlich von Wangenschwend einen Wanderweg zur Wilhelmshöhe und dann hinunter zum Reisenbacher Grund immer einer roten Raute folgend. Im Wald riesige Felsbrocken überall, ich sammelte ein paar Pilze und wieder verpassten wir eine Abzweigung und machten nochmal einen unnötigen Umweg. Das Reisenbacher Tal liegt einsam und idyllisch. Unten im Tal mussten wir durch ein privat Grunstück gehen. Der Besitzer erklärte ich könnte hier ein Haus kaufen, es gibt leere Häuser und im Winter räumt ein Bauer die Straße.
Wir mussten dringend etwas trinken und mir graute vor dem nächsten langen Aufstieg. Wir erfrischten uns in der Gaststätte und wanderten weiter, nach meiner Schätzung noch 9 Km, ich bereute nun diesen Rückweg. Ich hatte mich wundgelaufen und ein Knie schmerzte und nun ein langer, langer Aufstieg. Seltsamerweise tat mir das Knie aufwärts nicht weh. Wir nahmen den Aufstieg in einem Rutsch, ich musste natürlich hinterher zuckeln ließ es aber nicht abreißen, somit war ich ganz zufrieden einigermaßen mit zu kommen. Oben in Reisenbach angekommen begann die Sonne unter zu gehen. Meine Kinder fanden nun auch, daß es eigentlich reicht aber unser Auto ist noch weit. In Auerbach trafen wir wieder auf den Limeswanderweg. Mittlerweile tat mir mein Knie richtig weh und ich benötigte eine Pause. Wir aßen unsere letzten Vorräte tranken noch einmal. In der Dämmerung gingen wir weiter, der Himmel war vom Abendrot gefärbt. Wir brauchten Aufmunterung, ich habe in meinem Handy einen kleinen Lautsprecher und Musik, die Musik munterte uns wieder auf, wir gingen nun nur noch auf der Landstraße den schnellsten Weg zum Auto und nun schon im Dunkeln. Eine Fledermaus flatterte herum. Immer wieder mussten wir zur Seite gehen wegen der Autos, wir wollten nichts riskieren. Das Stück von Schloßau hinunter zur Seitzer Buche zog sich hin.
Ich humpelte wegen meines Knies, Meine Tochter quälte eine Blase und mein Sohn tat eine Fußball Verletzung wieder weh. Außerdem tat uns jeder Muskel und Knochen weh. Der Mond ging auf und irgendwie fanden wir es doch noch schön und keiner machte Vorwürfe. Es wurden immerhin 32 Km zu laufen. Ich sagte nur "an meinem Geburtstage würde ich nicht solch eine Wanderung machen". Mein Geburtstag ist nämlich erst morgen am Sonntag. Ich war froh nicht alleine gelitten zu haben, wir hatten alle 3 noch ein paar Tage unseren Körper gespürt, nichts war mit 2:1 für unseren Körper eher 0:3.
Ich bin aber sicher, daß die Wanderung lange in Erinnerung bleibt.

Dienstag, 12. Juli 2011

3. Etappe Odenwaldlimes, vom Römerbad Würzberg zur Seitzer Buche

09.07.11

Bilder sind zu sehen: http://www.s366640027.website-start.de/

Am 18.07.11 fliege ich nach Manchester und von dort mit dem Zug nach Carlisle, um den Hadrianswall zu laufen. Da ich keinerlei Erfahrungen mit langen Touren habe und auch nicht richtig weiß was einzupacken ist habe ich für heute eine Probewanderung angesetzt. Mein Rucksack kam auf stolze 18 Kilo. Eingepackt hatte ich ein kleines Zelt, Essen für 2 Tage, Wechselsachen etc, alles was ich glaubte zu brauchen.
Ich startete am Parkplatz in der Nähe des Römerbades bei Würzberg. Nach ein paar hundert Metern merkte ich, daß dieses Gewicht zu schwer zum Wandern ist. So schnell wollte ich aber auch nicht aufgeben. Der Wanderweg " L " führt hier durch den Wald auf eine kleinen Straße Richtung Hesselbach. In meiner Broschüre geht es durch das Frankfurter Tor wovon ich aber nichts gesehen habe. Links im Wald eine Erhebung, ehemals Standort eines Römerturmes.
Auf der Höhe zum Zugang zu den Drei Seen verläßt der Wanderweg für eine Weile die Höhenstraße, um bei dem Wachturm 10/30 "Vogelbaumhecke" wieder die Straße zu kreuzen. Dieser Platz wurde laut Odenwaldclub- Broschüre vom Rotary - Club 1979 saniert. Zu sehen ist ein auf 3,80 m hochgemauerter Turm, das Fundament eines Holzturmes und die Nachbildung eines Palisadenzaunes. Ein schönes Plätzchen für eine Rast. Ich hatte nun entschieden, den schweren Rucksack abzulegen und ohne ihn weiter zu wandern. Ich wollte bis zur Seitzerbuche gehen und eigentlich dort zu übernachten. Das ging nun so nicht mehr und ich entschloss mich zur Seitzerbuche zu laufen und dann zurück zu diesem Römerturm , um dann hier die Nacht im Zelt zu schlafen. Immerhin würde dies 24 Km bedeuten für diesen Tag. Nach meiner Vesper versteckte ich den Rucksack in den Büschen und nahm nur etwas zu trinken mit. Ohne Rucksack läuft es sich viel besser und schnell erreichte ich Hesselbach.
In Hesselbach war ein Kastell , der Platz ist nicht verbaut und man kann die Größe des Kastells erahnen, auch mit Hilfe der Informationstafel. Weiter verläuft der Wanderweg nun vorbei am Landgasthof "ZUM GRÜNEN BAUM" und dann hinauf zum Kahlbuckel, immerhin auf 523 m. Auf der ersten Höhe sieht man noch Reste des Limes und eine Turrmstelle, es geht wieder ein Stück hinunter und weiter an der westlichen Flanke der Hohen Langhalde. Direkt auf dem Rücken verlief der Limes. Es ist ein herrlicher Blick von hier. Der Wanderweg folgt nun einem Waldweg hinunter zur Straße und dem Kastell Zwing. Doch bevor es hinunter geht machte ich einen kleinen Abstecher auf den Rücken. Hier steht das Fundament eines Steinturmes und 2 Hügel älterer Holztürme. Der Limesgraben wurde hier im späten Mittelalter als Landwehrgraben genutzt. Es wurden 2 tiefe Gräben ausgehoben und in der Mitte wurde eine erhöhte undurchdringliche Hecke gepflanzt. Diese Art habe ich auf meiner Wanderung zwischen Bad Ems und Arzberg im Westerwald schon einmal gesehen. Außerdem stehen alte Grenzsteine hier. Grenze Hessen - Baden. Hier in der Nähe liegt auch das " 3 Ländereck" Hessen, Bayern, Baden Württemberg. Ich folgte nun weiter dem Wanderweg hinunter zum Kleinkastell Zwing, es lag direkt an der Straße, vom Kastell ist aber nichts zu sehen. Nun folgt ein steiler Pfad hinauf auf den Zwing (553 m). Auf halber Höhe steht ein wieder aufgebautes Stück Mauer mit abgerundeten Firststeinen. An dieser steilen Flanke konnten die Römer keinen Graben ausheben. Es folgen noch 3 Turmstellen Wachposten 10/34- 37 . Nun geht es hinunter durch den Wald zur Seitzerbuche. Kurz vor der Straßenkreuzung liegt noch ein etwas vernachlässigter Wachturm. Ich wollte nun natürlich auch die Seitzerbuche sehen, dachte dabei an eine sehr alte, aber weit und breit kein alter Baum und von dem Kastell Seitzerbuche ist auch nichts zu sehen. Im Internet fand ich heraus, daß der Jäger Seitz 1839 tot unter einer alten Buche lag, sein Tod konnte nicht aufgeklärt werden.
Von hier trat ich den Rückweg an, sparte mir den erneuten Aufstieg zum hohen Zwing und ging aber sonst den selben Weg zurück. In Hesselbach kehrte ich im Landgasthof "ZUM GRÜNEN Baum" ein. Gut gestärkt lief ich jetzt in leichtem Regen zurück zu meinem Rucksack am Römerturm, unterwegs fand ich auf einem Komposthaufen einen sehr gut erhaltenen Nelkenbusch mit Wurzeln, er musste gerade hier abgeworfen worden sein, so einen Busch wollte ich immer schon in meinem Garten haben, also er musste mit und blüht nun in meinem Garten so vor sich hin und duftet. Am Römerturm machte ich es mir gemütlich, verspeiste mein Abendbrot und schaute mir das Frauenfussballspiel Deutschland- Japan an (mit kleinem Laptop). Dann musste ich mein Zelt im Regen aufschlagen und stellte fest, daß ich keine Heringe mitgenommen hatte, Ich schnitzte mir schnell Heringe aus dünnen Ästen und schaffte es dann doch noch nicht zu nass in das Zelt zu kommen. Fazit, Zelt blieb trocken trotz starken Regens, keine weiteren Vorkomnisse, vergiß ja nicht die Heringe. Am nächsten Morgen schien die Sonne, während ich Frühstückte trocknete das Zelt. Dann zusammen gepackt und zurück zum Parkplatz mit dem schweren Rucksack. Ich weiß nun was ich packen muss, ich besorgte mir einen sehr leichten Rucksack von der Firma Golite und liege nun bei 10 Kg.
Nur wie ich mit den wenigen Sachen 14 Tage auskommen kann ist mir noch nicht klar, aber das ist eine neue Geschichte.

Montag, 13. Juni 2011

2. Etappe Odenwald Limes, vom Kastell Hainhaus zum Kastellbad Würzberg

13.06.11

Bilder sind zu sehen : http://www.s366640027.website-start.de/

Das Wetter war trüb am Pfingstmontag doch ich wollte die 2. Etappe wandern. Ich fuhr zu erst zum Kastellbad nach Würzberg und stellte hier mein Rad ab. Ein unschlüssiges Reh auf einer Waldwiese und ein kleines Kaninchen, das auf der Straße vor mir weglief, um dann im Wald zu verschwinden, waren zu sehen. Dann ging es zurück zum Parkplatz am Kastell Hainhaus. Mir schien die Strecke ziemlich weit, doch die Straße zurück zeigte der Tacho nur 12 Km an. Am Parkplatz Hainhaus entschied ich alle Regensachen im Auto zu lassen trotz leichtem Nieselregens. Ich folgte dem "weißen L" direkt in den Vorplatz des ehemaligen Kastells Hainhaus, der Wanderweg führte durch einen Laubdurchgang, der mit einem Anhänger zugestellt war, deswegen war ich etwas im Zweifel wo es weiterging. Doch es ging weiter auf schmalen Pfad parallel zur Landstraße. Zwischen Blaubeersträuchern, Heidekraut und kleinen Binsen. Vor dem Waldende kreuzt der Weg die Landstraße, weiter rechts durch den Wald Richtung Vielbrunn. Oben an der Landstraße sah ich den Nachbau eines Römerturmes, wäre eigentlich gut, wenn der Limesweg an dem Turm vorbei führen würde.

Vor der Kunstofffabrik flogen Mehlschwalben ziemlich tief, ihr "wit, wit", meinte wohl, es könnte Regen geben. Am westlichen Rand von Vielbrunn ging ich durch die Römerstraße hinunter zur Hauptstraße und durch den Faltersweg wieder hinaus aus. Eine Wandergruppe ging hinunter nach Vielbrunn, die Wandergruppe mit Kirche war ein gutes Motiv für ein Foto. Den Weg zur Landstraße hoch verpasste ich, dafür sah ich den Holzplatz und die Glühweinstation. Allerdings sehr einladend sah es nicht aus. Ich musste ein Stück zurück, um dann hoch zur Landstraße, die nach Eulbach führt. Nach einem Stück die Straße entlang liegt ein Hügel mit Graben im Wald, Reste eines römischen Wachturmes.

Es ist unangenehm auf der schmalen Landstraße zu laufen, die Autos fahren zu schnell und wenn sich 2 Autos begegnen heißt es sich in Sicherheit zu bringen. Eine leere Bifi -Verpackung war von 3 Schnecken belagert, ihnen schien es zu schmecken. Ich war froh als der Wanderweg wieder links in den Wald einbog nach ein paar hundert Metern. Gleich darauf im Wald liegt eine nett hergerichtete kleine Quelle, mit Sitzgelegenheit.

Auch hier mitten im Wald geht es elitär zu, der Mensch braucht natürlich mitten im Wald einen Golfplatz. Die Reklametafel verheißt " G0lf mitten in der Natur".
Der Wanderweg bog nun ab durch einen schönen Wald südlich in Richtung B47, so blieb mir die Natur des Golfplatzes erspart.
Im Wald war eine Lichtung mit vielen Fingerhüten, auch ein paar Exemplare in weiß.
Ein paar hohe Blaubeersträucher luden zum Naschen ein, ich hatte ganz vergessen, das die Beeren Finger und Zunge blau färben. Dieser Weg liegt auf der Landesgrenz von Bayer. An Bayern hier zu denken fällt mir schwer, ich habe nichts bayrisches gesehen. Kurz vor der Kreuzung der B47 steht ein Wegweiser der die Richtung zum Wildpark Eulbach zeigt.

Nach Überquerung der B47, man muß schneller sein als die Motorräder, geht der Pfad ein Stück nach Osten entlang der B47. Lärm pur und es ist eine Erholung wieder im Wald zu sein ohne das Dröhnen der Hondas. Vor dem Wailer Mangelsbach am Waldausgang stand eine Bank, wie geschaffen für eine Rast. Auf der Wiese vor den Häusern jagte eine Katze und ließ sich durch nichts stören. Eine dunkle Wolke im Süden sah unfreundlich aus. Ein vorbeigehendes Ehepaar bemängelte, daß die Mangelsbacher keinen direkten Zugang zum Eulbacher Park haben. Der Zaun ist direkt im Wald zu sehen. Vielleicht hilft eine Drahtschere.

Ein ehemaliger Bediensteter des Fürsten, im Mittelalter, hat hier einen unerlaubten Hof errichtet und ihn auch halten können gegen die Versuche des Fürsten ihn wieder raus zu werfen. Im 30 jährigen Krieg soll der Wailer verschont geblieben sein. Was für eine ruhige Idylle.
Nach passieren des Wailers kann man das Fundament eines Steinturmes und einen Erdhügel besichtigen. An der Stelle des Hügels war ein römischer Holzwachturm. An der Straße nach Würzburg befindet sich ein Holztor für den großen Wildpark südlich vom Jagdschloß. Nun geht es Richtung Würzberg auf einem breiten Waldweg. Im Wald steht ein Monument auf großen Feldsteinen. Hier hat am 21. Aug. 1883 (XXI Aug. MDCCCLXXXIII) ein gewisser Eberhard G:Z:E seinen letzten Hirsch geschossen, das muss wohl ein ganz großer gewesen sein, ich meine den Hirsch. Wird Eberhard Graf zu Erbach gewesen sein, nicht der Hirsch.


In der Nähe des Senders vor Würzberg biegt der Wanderweg links ab an einer Weide vorbei direkt zum Ortseingang. 2 Esel grasten auf der Weide und auf der anderen beobachteten mich braune Kühe. Der Wanderweg tangiert hier nur den Ort und führt nun vorbei an einem schönen Sportplatz, hier hätte ich auch gerne Fußball gespielt. Am Parkplatz ist auch eine Bushaltestelle. Man kann den Verkehrsbetrieb anrufen um abgeholt zu werden, wie es funktioniert war mir nicht klar, zu kompliziert. Nach dem Friedhof von Würzberg fing es an zu regnen, am Waldkletterpark konnte ich mich gemütlich unter das Dach setzen, einen Kaffee trinken und eine Currywurst essen (keine zünftige Wahl) . Ich lauschte den Abenteuern, die am Tisch erzählt wurden, Tarzan wäre blass geworden. Das Klettern würde mir auch Spaß machen aber ob ich die vielen Schnallen und Karabinerhaken unter Kontrolle hätte? Ich schaute zu wie ein Mädchen mit Geschwindigkeit an einem Seil heranschoß, es sah gekonnt aus, doch der Papa hatte seine Mühe und pflügte nachfolgend ein Stück tief den Waldboden.

Der Regen ließ nach und gestärkt zog ich weiter zum Römerkastell Würzberg vorbei an dem Tierheim, die Hunde bellten laut. Hier gingen viele mit ihren Hunden spazieren, Gassi gehen im Wald. Die Hunde waren aber alle angeleint. Bevor das Kastell erreicht wird kommt man noch an einem Turmfundament vorbei. Auch eine gepflegte Anlage. Das Kastell Würzberg und das Römerbad liegen ebenfalls auf einem gepflegten Grund, es ist eine schöne Anlage mit vielen Informationen. Das Römerbad wurde gerade restauriert und befindet sich jetzt schon in einem guten Zustand. Um die Jahrhundertwende muss das Bad in einem sehr schlechten Zustand gewesen sein, laut Information. Um so erfreulicher ist das heutige Aussehen dieser Anlage. 2 Schutzhütten und eine Hütte mit Informationen befinden sich hier und es waren auch einige Besucher da. Hier war ich mal nicht der einzige Besucher. Auf dem Gelände hat man Esskastanien - und Kirschbäume gepflanzt, das hat vielleicht mit der Ernährung der Soldaten am Limes zu tun.
Ich fuhr nun mit dem Rad zurück zum Englischen Garten, um mir die Bauwerke anzuschauen , die aus dem Material vom Kastell Würzberg and anderen Bauwerken des Limes in dieser Gegend stammen. Der Park und Wildpark macht keinen richtig guten Eindruck, alles sehr lieblos aber ich muß hier ja nicht wieder herkommen. Am Obelisk stehen Grabsteine von römischen Soldaten. Und die anderen Bauwerke stehen im Dunkeln unter alten Bäumen.

Ich fuhr danach zurück Richtung Vielbrunn mit meinem Rad und beim Strampeln fiel meine Kamera aus der Jackentasche auf die Straße, nun scheint ihr Ende gekommen sein. Oberhalb von Vielbrunn steht ein Nachbau eines Römerturmes, er ist offen an Sonn-und Feiertagen und so konnte ich die Aussicht genießen. Es wurde hier ein schöne Anlage aufgestellt, gefördert von der EU, Landwirtschaftsabteilung "unser ländlicher Raum soll auch schön sein" Der Turm ist ein Prunkstück und sehr solide gebaut. Tische und Bänke im Aussenbereich laden zum Picknick ein. Überall Informationstafeln zum Nachbau und über das Leben am Limes.

Zu meinem Auto war es nun nicht mehr weit ein kleines Stück hinauf zum Parkplatz am Kastell Hainhaus. Der Odenwälder Westlimeswanderweg ist gut markiert und abwechslungsreich.

Sonntag, 8. Mai 2011

1. Etappe Odenwald Limes, von Obernburg zum Kastell Hainhaus

08.05.11

Bilder sind zu sehen in meiner Homepage: http://www.s366640027.website-start.de/

Das Schöne Wetter dieser Tage zog mich wieder nach Draussen. Eigentlich wollte ich nun, nachdem ich den Limes erwandert hatte, einzelne Orte besuchen, die bei meiner Wanderung zu kurz gekommen waren. Z.B. das kleine Museum in Obernburg, Osterburken, Walldürn, Bad Ems, Höhr Grenzhausen, um nur einige zu nennen.
Ich schaute mir also an, was gibt es in Obernburg und dabei entdeckte ich, daß am Odenwald Limes entlang ebenfalls ein Wanderweg markiert ist. Der Odenwald Limes war um 100 nach Chr. die römische Grenze, 155 n. Chr. wurde der Limes nach Osten vorgerückt von Miltenberg nach Süden.
Ich bestellte beim Odenwaldklub die Broschüre "Limeswanderwege". Als Karte habe ich: Geo- Naturpark Bergstraße - Odenwald. Als Wanderkarte ist sie nicht besonders geeignet, ich benötige sie hauptsächlich, um meine Etappen zu planen und den jeweiligen Etappenanfang zu finden.
In der Broschüre ist die Etappe beschrieben mit einer Grafik der Höhenunterschiede.
Der Odenwald Limes gehört nicht zum Weltkulturerbe, was mich doch überraschte. Um so erstaunter war ich heute auf meiner Wanderung wie gut die Markierungen angebracht worden sind. Auch die Kastelle und Turmstellen sind Beschildert und die Anlagen sind in einem guten Zustand. Das habe ich am Weltkulturerbe auch zum Teil ganz anders erlebt. Jedenfalls hat der Odenwaldklub und die anderen Beteiligten hier ein dickes Lob verdient. Es sind an jedem Kastell oder Turm Sitzbänke mit Tisch vorhanden oder wenigstens eine Bank, sehr einladend für eine Rast.

Ich brachte am frühen Morgen mein Damenfahrrad am Kastell Hainhaus in Stellung und fuhr zurück nach Obernburg. Am Römermuseum sind Parkplätze und der Wanderweg, markiert mit einem weißen L, geht hier vorbei. Der Wanderweg fängt auf der anderen Mainseite in Eisenfeld am Bahnhof an.
Die Broschüre weist für die heutige Strecke 16,5 Km aus. An der kleinen Kapelle, St. Anna, geht man unter der B469 durch und dann rechts, entlang des Maines auf dem Radweg in Richtung Miltenberg. Nach der Brücke über die Mömling, ich sah einige fette Forellen, zweigt der Weg rechts ab und unterquert wieder die B469. Unter der Brücke sind Hochwassermarkierungen angebracht. Das ist schwer vorzustellen, daß ein Bach so anschwellen kann. An der Marienstatue gehts es halblinks hinauf zum Schützenhof "Wilhelm Tell". Am Anfang wird man gewarnt: Achtung Lebensgefahr. Nur die Leute, die von der Karlshöhe kommen können erschossen werden, dort ist kein Warnschild. Und die Anfänger die nach oben über den Rand schiessen?
Ein Radfahrer überholte mich, es geht ziemlich steil hinauf. Diese Straße führt hinauf zum Ausflugslokal Waldhaus. Der Limeswanderweg macht noch einen kleinen Schlenker rechts durch den Wald, um dann auch wieder auf die Straße zu kommen. Auf der Höhe steht ein Sendemast und dahinter liegt im Wald die Grundmauer eines Römerturmes. Ein Stück die Straße weiter liegt das Waldhaus, für mich war eine Einkehr noch zu früh, es ist immer so, wenn ich eine Einkehr gebrauchen könnte, ist weit und breit nichts da. 1989/90 hat hier ein Sturm den Wald verwüstet. Man hat wieder aufgeforstet mit meist einheimischen Bäumen. Es ging weiter auf die Höhe und Am Waldesrand geradeaus. Am kommenden Weg verwirrte mich ein grünes Schild mit der Aufschrift Limeswanderweg. Das L geht aber geradeaus und das grüne Schild nach links. Auf der Hochebene hatte man einen schönen Blick in das Maintal und auf den Spessart. Es ging nun weiter an den östlichen Rand von Lützelbach, kurz zuvor ein Hinweis über Turmstellen im Feld, man kann die Stelle nur aus der Luft erkennen, Wachturm 10/6. Vor Lützelbach verläuft der Wanderweg in südliche Richtung. Am Hundeübungsplatz hörte ich ein agressives Hundegebell sehr nah. Ich erkannte dann, daß das Bellen aus einem kleinen Anhänger kam, Herrchen hat wohl einen gebechert im Clubheim statt mit dem Wau Wau zu üben, wärend der Hund in der Kiste schwitzen musste, ich wär auch wütend gewesen.
Ein Stück weiter liegt das Kastell Lützelbach im Wald. Erdwälle und Hinweisschilder verdeutlichen die Anlage. Es ist ein Tisch mit Bänken vorhanden, sehr einladend für eine Rast, Informationstafeln geben Einblicke zum Kastell. Weiter verläuft der Wanderweg auf einem schmalen Waldweg bis zur Turmstelle im Lützelbacher Bannwald, 10/8. Man fand hier die Fundamente von 2 Holztürmen und einem Steinturm. Um die Stelle führt ein Pfad mit Erläuterungen. Eine sehr schön angelegte Anlage und auch Tisch und Bänke fehlen nicht. Hier machte ich eine Rast und genoss das Vogelzwitschern. Der Wald ist hier voll mit Heidelbeeren. Ob die Römer sie gegessen haben? Es folgt noch eine Turmstelle bevor es hinunter zum Sportplatz von Haingrund geht. An der Landstraße wurden ein paar Palisaden augestellt zur Erinnerung an den Limes an dieser Stelle hier. Parallel zur Landstraße nach Vielbrunn verläuft nun der Wanderweg auf schmalem Pfad durch den Wald. An der Stelle wo der Pfad nahe der Landstraße kommt bin ich dann falsch gelaufen. Die an einem Baum angebrachte Markierung zeigt nach halbrechts und ich bin nun dem Weg vor dem Baum gefolgt, wahrscheinlich hätte ich hinter dem Baum den rechten Pfad entdeckt. Nach einer Weile ohne Markierung war mir klar, ich bin falsch, zumal der Weg nun auch nach Westen einen Bogen machte. Ich war mir sicher, daß noch ein Weg nach oben kommt und ging weiter bis zu einem eingezäunten Gelände. Hier traf ich auf einen Wanderer, der seinen Weg auch nicht mehr wusste. Da wir Beide zum Kastell Hainhaus wollten war mir klar, wir müssten den Weg entlang des Zaunes nach oben gehen. Oben auf der Höhe sind 2 große Windkrafträder, sie rauschten ganz beträchtlich. Vor lauter Schauen übersah ich meine Markierung, die wieder auftauchte, das L. Der Wanderer suchte eine Steinplatte mit Namen Sellenplatte. Er hatte eine alte Wegbeschreibung dabei, die uns aber nicht weiterhalf. Auf meiner Karte sah ich, daß die Sellenplatte der Berg ist auf dem wir standen, wir gingen ein Stück zurück und sahen dann auch das L wieder. Wir folgten den Pfad zurück und trafen dann auf die Turmstelle auf der Sellenplatte. Nun war uns klar, dies war auch die Stelle in der Wanderbeschreibung. Man sieht im Team geht es besser. Ich wäre wahrscheinlich weitergelaufen zum Kastell Hainhaus und der Wanderer hätte den Turm nicht gefunden weil er in der falschen Richtung gesucht hätte. Wir gingen nun das letzte Stück zusammen und wunderten uns gemeinsam über den Stacheldraht an dem Gelände, ein Hinweisschild wies darauf hin: Hier ensteht ein Park für erneuerbare Energie. Der Stacheldraht stammt wohl noch von der Nutzung davor, Militärgelände?
Am Kastell Hainhaus angekommen machten wir erst einmal eine Rast auf den Steinsitzen, die Steinsitze sind nicht von den Römern. In das Kastell wurde ein Jagdhaus gebaut. Der östliche Wall ist noch gut zu erkennen. Die Gebäude rechts werden nicht mehr genutzt und der Verfall droht. Eine Tafel informiert, daß Teile des Kastells im Park Eulbach verbaut wurden.
Der Wanderer musste nun nach Bad König zurück und ich nahm mein Rad, um zurück nach Obernburg zu fahren. Direkt am Kastell ging es hinunter nach Laudenbach, ich bin solche rasanten Abfahrten nicht mehr gewohnt und mir wurde doch ein bisschen mulmig.
Ich wollte noch das Museum in Obernburg besichtigen, befürchtete aber zu spät zu kommen. All mein Strampeln nützte nichts, das Museum wurde gerade geschlossen.

Donnerstag, 30. September 2010

55. Etappe - Limes, von Erkertshofen nach Kipfenberg

07.09.10

Von Kipfenberg geht die Straße Richtung Erkertshofen ziemlich steil den Berg hinauf, für mich und mein Rad wäre Schieben angesagt. Ich hatte Glück, ein Freund aus Berlin, der gerade Urlaub in Hexenagger machte, wollte mich in Kipfenberg in Empfang nehmen und mich nach der Etappe zurück nach Erkertshofen bringen. Wir verabredeten uns für ein Uhr in Kipfenberg und ich versprach pünktlich dort zu sein.

Nach Abbau auf dem Zeltplatz war ich gegen 9 Uhr am Etappenanfang und es ging los. Erst ein Stück Asphaltstraße und hinein in den Wald. Hier steht ein Limesstein. Nun ging es auf Waldwegen weiter, kurz darauf kam die Grundmauer eines Römerturmes. Die Mauern wachsen langsam zu, wildromantisch. Irgendwie hatte ich am Turm Orientierungsprobleme und sah auch keine Markierung. Ich ging nach Osten weiter, kam auf einen Waldweg und sah dann auch rechter Hand Reste des Walles. Die Autofahrt nach Erkertshofen verlief immer auf der Höhe, so meinte ich müsste dann auch der Verlauf des Limeswanderweges sein.



Aber die Römer dachten scheinbar anders, ihnen konnte kein Hang steil genug sein, um ihre Mauer zu bauen. Nach einem Stück am Limes entlang ging es steil hinunter ins Tal. Unten im Tal kreuzte ich die Straße nach Altdorf, um gleich wieder steil aufzusteigen. Die Berghöhe war nur kurz und der Weg ging hinunter in das nächste Tal. Unten angekommen sah ich wieder die Straße nach Altdorf. Also, wer nicht gut die Berge nehmen kann sollte einfach ein Stück die Straße hinunter gehen, um dann in dieses Tal einzubiegen. Gleich am Eingang des Tales steht der freundliche Hinweis: "nach 300m links abbiegen". Ohne diesen Hinweis wäre ich geradeaus gelaufen. Nach 300m kam links eine Wiese und die nächste Markierung war weit in der Wiese an einem Pfahl, das hätte ich übersehen. Durch die Wiese und dann kam der nächste heftige Aufstieg nach Hegelohe.















Hier oben verläuft die Straße am Limes entlang, der Wanderweg macht einen Bogen durch Hegelohe und dann weiter an der kleinen Wachholderheide vorbei und dann zur Straße nach Hirnstetten. In Hegelohe spielten ein Bub und ein Kleines Mädchen, aber nicht zusammen, Bub Fußball, Mädchen Ball hochwerfen. An einem Maisfeld standen 3 Vogelscheuchen (Wildschweinscheuchen?). Ich nannte sie die 3 schönen von Hegelohe.



An den Wacholderbüschen hingen viele Wacholderbeeren.











Der Limes führt nördlich an Hirnstetten vorbei, der Wanderweg macht einen Bogen am Rand von Hirnstetten. Voe Hirnstetten ist der Weg nicht gut Markiert und führt an Feldern vorbei durch hohes Gras. Nach Hirnstetten erreichte ich wieder den Limes und von nun an geht es fast schnurgerade bis nach Kipfenberg. Der Weg führt nun immer am Limes entlang und auch ein Stück auf ihm, durch dichten Wald. Nach dem Stück Wald folgt eine Lange Hecke und der Limes begrenzt hier die Felder. Imer geradeaus an Pfahldorf vorbei hinauf zur Kipfenberger Straße. Nach der Straße machte ich eine kurze Rast am Wasserbehälter und stellte fest, es wird knapp bis 1 Uhr. In dem Moment erreichte mich auch mein Freund mit Handy: " Wo bleibst du denn". Ich schätzte noch 2 Km und es war 20 Minuten vor 1 Uhr. Ein Wegweiser der folgte, zeigte an, nach Kipfenberg 5 Km. Ich hastete nun den Berg hinunter, verlor den Limes im Brennesselgestrüpp, fand ihn wieder. Der Weg ist holprig da er eine Weile auf den Resten der Mauer führt. Am Hozturm angelangt sah ich die Grundmauern eines Römerturmes und daneben den Holzturm. Der Turm ist von hohen Bäumen umgeben, so daß man nichts sehen kann. Neben dem Turm steht eine Palisadenwand, schräg, es sieht aus als hätten Germanen sich angelehnt.




Nun erfogte die 2. Mahnung, trotz Mahnung nahm ich noch ein Blick ins Altmühltal mit und den Hinweis der geschützten Arten die hier an den Kalkwänden vorkommen.

Punkt 1 Uhr war ich am vereinbarten Treffpunkt, ich hatte mich beeilt aber 5 Km waren es wohl doch nicht. Ich genoß die Autofahrt zurück nach Erkertshofen, einen solchen Service könnte ich öfters brauchen. Am Rastplatz am Römerturm hatte sich ein Ehepaar gemütlich zur Vesper niedergelassen. 2000 Jahre römische Geschichte und ein Butterbrot.






Von hier fuhr ich wieder hinunter nach Kipfenberg, an der Altmühl machte ich meine Vesper und ein kleines Nickerchen, so gestärkt trat ich meine Heimreise nach Frankfurt an.



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Mittwoch, 22. September 2010

57. Limes - Etappe, von Sandersdorf an die Donau

20.09.10

Nach einer noch kälteren Nacht an der Altmühl brach ich früh auf , um mein Rad zur Hadrianssäule an der Donau zu bringen. In Altmannstadt übersah ich die Abzweigung nach Hagenhill und fuhr Richtung Hexenagger, ich merkte mein Fehler noch vor Hexenagger und fuhr zurück nach Altmannstadt. Das Tal Richtung Hexenagger hat mir gut gefallen. Von Hexenagger kommend musste ich gleich am Ortseingang links hoch. Ich hatte mir die Limesstraße versucht zu merken und da sie gelb markiert ist auf der Limeskarte war ich der Meinung es geht immer der Hauptstraße nach, das ist eine visionelle Irreführung, mit anderen Worten bin ich dann irgendwie doch noch zur Hadrianssäule gekommen. Meine Freunde meinen ich bräuchte ein Navigationgerät.

Die Landschaft vor der Donau wirkt leer und karg mit weitem Blick und es gibt viele Hopfenfelder, zum Teil waren sie schon abgeerntet.

Mein Rad wurde in einem Busch auf dem Limes versteckt hinter der Hadrianssäule und dann ging es zurück nach Sandersdorf. Es war schon fast 11 Uhr als ich endlich loswandern konnte. Nach einem Kilometer stellte ich fest, daß die Wanderkarte noch im Auto liegt, nocheinmal zurück aber dann richtig los. Hinter der Bäckerei in Sandersdorf fließt ein Mühlbach und ich sah Forellen schwimmen. Eine idyllische Ecke. Von Sandersdorf geht es hinauf auf die Höhe und ich hatte einen schönen Blick auf das Schloss, ich konnte aber nur den oberen Teil sehen. Es geht entlang der Talkante Richtung Altmannstein. Vom Talgrund bis nach oben sieht es aus wie Wachholderheiden, die Wiesen sind voller Blumen, fast alle Sommerblumen haben noch einmal Blüten bekommen, viele kleine Nelken wachsen hier. Einmal hinunter bei Neuenhinzenhausen und wieder hinauf, dann wieder hinunter nach Sollern. Weiter nach Altmannstein auf der Landstraße. Vor Altmannstein kann man auf dem Radweg laufen oder den Schlenker des Wanderweges. Durch Altmannstein hindurch, die Treppe an der Kirche hinauf und dann rechts ein Stück die Straße entlang. Hier taucht nun auch das Wanderzeichen des Jacobsweges auf, es ist der Zubringer aus dem Osten und Limesweg und Jacobsweg führen nun ein Stück zusammen bis zum Kloster Weltenburg. Ein Stück die Hauptstraße entlang und dann geht es steil hinauf auf den Kochberg zum Limes. Heute hatte ich bisher noch nichts vom Limes gesehen. Am Limes angekommen erst einmal geschnauft und etwas was getrunken. Hier am Limes ist eine Schautafel und der Wall is auch deutlich zu sehen.







Von hier aus geht es nun fast immer am Limes entlang bis zur Donau. Nach dem Wald machte ich eine Rast direkt auf dem Limes, vom Ostrand des Kochberges hatte ich einen weiten Blick nach Osten.












In Hagenhill ist die Markierung nicht zu sehen, ich bin über eine Wiese gelaufen. Am anderen Ende war eine Markierung des Jakobsweg, also richtig. Nach Hagenhill wandern über den nächsten Hügel, ein Bauer beackerte ein Feld im Wald. Noch ein Stück weiter durch den Wald und nun tauchte das erste Hopfenfeld auf.











Es war schon abgeerntet und sehr groß. Hier am Wegesrand wird über das kultivieren von Hopfen informiert. In Abständen wird informativ über den Hopfenanbau berichtet. Es ist beeindruckend wieviel Stahlseile benötigt werden. Schnurgerade auf Feldwegen ca. 3 Km . Vorbei an Laimerstadt, hier war die Hopfenernte noch im vollen Gange. Ein schöne Bank unter Bäumen lud mich zu einer kurzen Rast ein.









Der folgende Abschnitt führt nun durch den Wald immer am Wall entlang, durch eine enge Schonung über eine kleine Holzbrücke, ein Abschnitt wie er mir gut gefällt. Zu sehen sind Schutthügel und Mauerreste von Türmen und die letzten Kilometer lief ich auf dem Wall. Es ging es noch einmal durch eine Senke, vorbei an einer Info-Tafel und dann sah ich auch schon die Hadrianssäule an der Straße.






Anstatt mich zu freuen wurde ich mehr als wehmütig, weil die Wanderung an der Donau für mich zu Ende ist. Für die 550 Km Limes habe ich bestimmt mehr als 1000 Km benötigt da ich ja überwiegend den selben Weg zurück zum Auto gelaufen bin. Ich wollte meine Füße in die Donau halten und bin von der Hadriansaäule hinunter zur Donau gelaufen. Das Problem war nur, daß hier die Donau ein Steilufer von 2-3 Metern hat. Das Ufer ist stark bewachsen und ich wäre beinahe noch in die Donau gefallen, hier am Ufer ist dicker Schlick. Keine Kühlung der geplagten Füße. Das der Limeswanderweg noch nach Bad Gögging und weiter zum Kastell Einig führt hatte ich ja nicht gewusst, erst nachdem ich die bayrische Wanderkarte gekauft hatte. Mein Ziel war die Donau.
Ich nahm mir vor den Rest mit dem Rad und noch zum Kloster Weltenburg am nächsten Tag zu fahren.




Die Rückfahrt mit dem Rad nach Sandersdorf wurde zur Tortur, ein Pedale rutschte plötzlich und ich konnte nicht mehr richtig bergan fahren. Der Bolzen der die Pedale hält war gebrochen. Zurück nach Sandersdorf waren einige Hügel zu überwinden. Also den Hügel hochschieben und hinunter fahren. Abgekämpft kam ich in Sandersdorf an. In der Gaststätte trank ich ein wohlschmeckendes Bier und nahm Bauernwürstle mit Kraut zu mir. Ich war der Meinung ich bin noch in Franken aber die Leute erklärten mir " hier wird bayrisch gesprochen".

Wegen des Defektes am Rad konnte ich am nächsten Tag nicht die Strecke zum Kastell Einig mit dem Rad fahren. Deshalb fuhr ich dann mit dem Auto zum Kloster Weltenburg und machte zuerst ein Schiffsfahrt nach Kehlheim und zurück. Nach Besichtigung der schönen Klosterkirche fuhr ich zum Kastell Einig. Ich verkniff mir das gute Bier im Biergarten von Weltenburg. Ich musste zurück nach Frankfurt fahren. Ich bin mir aber sicher, daß ich das Altmühltal und Donau noch einmal besuchen werde.

Das Kastell (Abusa) Einig liegt an einem steilen Hang zur Donau. Ich war der einzige Besucher aber es wurde an Wegen im Kastell gebaut. Dieses Kastell ist von einem Verein übernommen worden, was ich doch etwas befremdlich finde, die Internetseite dieses Vereines zeigt keinerlei aktuelle Ereignisse. Aber das Kastell ist in einem guten Zustand.




Meine Limeswanderung ist nun zu Ende aber ich habe noch ein paar Ziele zu besuchen, den Odenwald Limes und einige Museen entlang des Limes die ich nicht besuchte. Vielleicht wandere ich auch noch entlang des Hadrianswall in Norden von England, das spukt ziemlich in meinem Kopf herum.





Kloster Weltenburg und Donaudurchbruch


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56. Limes - Etappe, von Kipfenberg nach Sandersdorf

20.09.10


Ich war am Samstag nach Weissenburg gefahren und habe mir dort das römische Museum , das Kastell und die Thermen angesehen. Weissenburg ist einen Besuch Wert, ein paar Stunden reichen nicht aus.
Dann bin ich über Eichstätt zum Kastell Pfünz gefahren da es auf dem Weg nach Kipfenberg zum Campingplatz lag. Am Kastell wurde gerade ein Kindergeburtstag abgehalten. Es ist eine schöne, sehenswerte Anlage. Es sind noch Teile des Grabens zu erkennen. Ich bin auf den Heimatverein Vetonia gestoßen und ich habe mit Vergnügen den Limeswanderbericht , Limeswanderung durch Bayern, gelesen. Meine Erfahrungen decken sich zum großen Teil mit den Erlebnissen von den Wanderern von Vetonia.

Übernachtet habe ich wieder auf dem Campingplatz in Kipfenberg. Die Nacht war kalt, nur 4°C.
Doch der Morgen war schön, ein paar Nebelschwaden hingen über der Altmühl.
Zuerst habe ich mein Rad nach Sandersdorf gebracht, die tiefstehende Sonne blendete mich sehr. In Sandersdorf habe ich mein Rad an der Bushaltestelle angeschlossen. Ein ältere Mann saß im Schutzhäuschen und las die Zeitung. Was wird er sich gedacht haben, daß ich wegfuhr und das Rad dort stehen ließ. Meine einzige Sorge war, daß das Rad noch steht wenn ich am Nachmittag bis hier her gewandert war. Übrigens war Sperrmülltag in Sandersdorf.

Ich fuhr zurück nach Kipfenberg zum Camingplatz und von hier nahm ich dann auch meine Wanderung auf.
Der Aufstieg zur Burg Kipfenberg war nicht anstrengend, es ging gemütlich im Zick Zack hinauf. Das Museum, Limesinformation, machte gerade auf und die ersten Besucher warteten schon. Das heißt jetzt nicht mehr Information sondern Infopoint, das Wort haben die Römer vom Hadrianswall aus England mitgebracht. Der Limes war international besetzt wie unsere Fußballmannschaften. Ich wollte mir das Museum auf dem Rückweg anschauen.





Am Eingang der Burg suchte ich die nächste Markierung und wurde von einem Herrn aus dem Schloß angesprochen, er zeigte mir sofort die Richtung, das hat mich sehr gefreut. Schade das man die Burg nicht besichtigen kann, der Blick hinunter ins Altmühltal muss schön sein.





Der Wanderweg führt nun auf einer geteerten Straße zum Mittelpunkt von Bayern. Ein Großer Stein Markiert den Mittelpunkt von Bayern.










Ein Schild zeigt die Richtung zur Limesbuche an, wo das Schild hin zeigte war ein kleiner Pfad, nur die Buche war hier nicht zu finden. Also wanderte ich weiter. Die kleine geteerte Straße führt nach Gebelsee durch den Wald. Auf der Straße waren Jogger und Nordic Walker unterwegs. Ein Paar pflückte Brombeeren was ich auch schon getan hatte, wir unterhielten uns über die schöne Gegend und kamen ins Schwärmen. So verpaßte ich den Abzweig vor Gabelsee, doch am Ortsrand merkte ich es. Ein kleines Stück zurück und dann am Waldrand hinunter zum Limes und weiter an ihm entlang, nasses hohes Gras, dafür fand ich ein paar Pilze, ausreichend für ein Abendessen. Ein kleines Stück weiter wieder eine Straße und hier sah ich erneut ein Schild Limesbuche, ich folgte ihm aber die nächste Buche konnte es nicht sein, schließlich entdeckte ich sie unten an der Wiese. Stattlich mit weit ausladenen Ästen. Sie soll 300 - 500 Jahre alt sein.




Weiter lief ich auf der Wiese zurück zur Straße, doch ein paar Meter weiter musste ich erneut durch die Wiese südlich. Die Wiese war groß und es ging auch an Felder vorbei nur das Gras war nicht gemäht und ich bekam ordentlich nasse Füße, das hatte ich so noch nicht gehabt, auf gemähten Wiesen läuft es sich halt besser. Vor der Straße die nach Denkendorf führt biegt der Wanderweg in einen Feldweg ein, der um den Berg Luderbichel nach Denkendorf verläuft.


Am Sportplatz in Denkendorf verpasste ich den Abzweig der oberhalb vom Sportplatz am Zaun weiterführt und lief hinunter zu den Häusern, ein Kontrollblick in die Karte, rief einen Radfahrer auf den Plan und so bekam ich heute zum 2. Mal Hilfe die mich wieder auf den rechten Weg brachte. Ich musste den Hügel hinauf gehen an der Schule vorbei. Dann kam die Unterführung unter der A 9 hindurch. Der Lärm der Autobahn begleitet mich schon eine ganze Weile. Der Wanderweg führt dann durch ein Industriegelände, welches am Sonntag ausgestorben war. An der Landstraße, am Kreisel, steht ein Limesstein. Auf der anderen Seite pflückten Leute Gladiolen.








Der Wanderweg und der Limes treffen hier wieder zusammen und es geht weiter ein Stück zusammen. Hier gleich am Anfang sieht man Reste eines Fundamentes. Die Ecken des Turmes waren mit Rundhölzernen angedeutet. Der Weg entfernt sich nun wieder ein wenig vom Limes und weiter ging es nach Zandt. Der große Schäferhund, der einen Bauernhof bewacht schlief friedlich. Durch Zandt hindurch und dann hinein in den großen Forst.

Nach der Käranlage war ein geschlossenes Gatter. Reiter dürfen hier nicht weiter, sie würden haftbar gemacht für Wegschäden. Später sah ich kaputte Wege, verursacht durch die goßen Maschinen die im Wald eingesetzt werden. Was hier den Besitzer geritten hat? Wanderer können durch eine Schwingtür ihren Weg fortsetzen. Wild war nicht zu sehen. Auf den Wiesen diese Tales hatten Wildschweine viel gebuddelt und tiefe Spuren hinterlassen. Der Wanderweg führt nun ca. 6 Km durch dieses schöne Waldtal. Einige Radfahrer nutzten den schönen Tag für eine Tour durch diesen Forst. Mir fiel auf, daß in diesem Tal kein Bach fließt auch habe ich keine Bäche gesehen die aus dem Wald kommen. Nach 5 Km vereinigte sich der Limesradweg mit dem Limeswanderweg für einen Km. Dann kam der Abzweig, er war auch Markiert und stimmte auch mit der Karte überein. Es ging nun hinauf auf den Seeberg aber ohne jede weitere Markierung. Nach einer Weile hatte ich die Auswahl von drei Wegen, ich entschied mich für den Mittleren. Er brachte mich auch direkt zum Limes und an ihm entlang Richtung Sandersdorf. An einem Feld hörte Limes und Weg auf. Am Feld entlang ging ich weiter in der selben Richtung und war nun auf dem Feldweg der hinunter nach Sandersdorf führt. Hier waren auch wieder Markierungen zu sehen. Am nördlichen Ortseingang, direkt an der Brauerei " de Bassus" kam ich nach Sandersdorf. Ich musste jetzt noch ein Stück bis unterhalb des Schlosses zur Bushaltestelle laufen.




Mein Rad war noch da und ich machte mich auf den Rückweg. Ich fuhr zurück über den Seeberg blieb aber auf der Forststraße die hinunter in das lange Tal führt. Siehe da, es gibt 2 Abzweigungen des Wanderweges. Ich hatte den ersten markierten Abzweig genommen, doch wäre ich hier im Tal geblieben hätte ich den 2. Abzweig nehmen können hinüber nach Sandersdorf auf der Forststraße. Mein Weg war nass und matschig. Fazit, bei schlechtem Wetter den 2. Abzweig nehmen. Auf der weiteren Rückfahrt durch das Tal sah ich 3 große Wildschweine und ein paar Junge. Da ich keinerlei Erfahrung mit diesen Tieren habe blieb ich stehen, sie hatten mich bemerkt und trabten zum Wald ausgerechnet auf der Seite wo ich mit mit dem Rad vorbei musste. Die 3 großen Wildschweine waren schnell auf dem Weg, nur die Kleinen trödelten und mussten von der Mutter angetrieben werden. Nachdem die Gruppe im Wald verschwunden war fuhr ich klingelt mit dem Rad weiter, man weiß ja nie.


Später die Abfahrt von Denkendorf hinunter nach Kipfenberg hat Spaß gemacht. Das Museum hatte leider schon zu, die Etappe war doch lang und brauchte seine Zeit.







Kipfenberg



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