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Samstag, 19. Juni 2010

39. Limes – Etappe, von Murrhardt nach Welzheim

Datum: 02.06.10

Die Limeswanderung, endlich geht es nach dem kalten Winter weiter.

Leider war das Wetter nicht schön. Es regnete immer wieder und der Boden war vollgesogen mit Wasser durch den vielen Regen der vergangenen Tage. Das Ziel für heute war das Kastell in Welzheim. Freunde von mir waren bereit mich dort abzuholen und zurück nach Murrhardt zu fahren. Solch einen Service hatte ich bis jetzt noch nicht. Aber erst muss die Etappe ja gelaufen werden.



Von der Hauptstraße in Murrhardt, am östlichen Ende, führt der Limeswanderweg erst die schmale Straße Richtung Köchersberg hinauf. Nach einem Wasserbehälter zeigt ein Wegweiser den Abzweig zum Felsenmeer und auch das Turmzeichen. Das Felsenmeer hätte ich auch gerne gesehen aber ich hatte mir für die erste Etappe ein ordentliches Stück Weges vorgenommen und musste leider weiter. Der Limes läuft noch ein Stück weiter östlich, er ist hier immer noch schnurgerade ohne Rücksicht auf Landschaftliche Hindernisse. Am nächsten Abzweig östlich abbiegen und dann geht es sehr steil hinauf zum Übungsplatz der Modellflieger von Murrhardt. Der Club hat sich hier eine schöne Anlage eingerichtet. Wanderer kamen mir entgegen und fragten nach dem Weg nach Murrhardt, da konnte ich gut helfen.


Auf der Hochebene wechselten sich Felder und Wiesen ab. Die Wiesen waren voller Blumen. Am alten Kirchenstock berührte ich wieder den Limes, aber nur kurz, der Weg entfernte sich nun wieder. Nach Überquerung der Hochebene fällt der Wanderweg hinab ins Murrtal, der Regen wurde wieder stärker und die geschorenen Schafe wunderten sich über einen Wanderer mit großem Regenschirm. Ich konnte sie nicht beruhigen.

Die Murr ist hier im Tal in Sauerhöfle noch ein kleiner Bach. Nun begann ein langer Anstieg durch den Wald hinauf nach Schlosshof. Der Limes wird dabei immer wieder gekreuzt, aber er ist nicht sichtbar, jedenfalls nicht an so einem nassen Tag. Jede Berührung mit Gras oder Büschen führte zu einer Durchnässung.



In Schlosshof gibt es viele Pferde auf den Koppeln, aber nur eins davon nahm Notiz von mir und schaute mir hinterher. Ein Hinweisschild zeigt an , daß man hier Westernreiten kann. Nach den Pferdekoppeln macht die Straße einen leichten Bogen und ich vermisste meine Markierung, Laut der Wanderkarte müsste ich geradeaus gehen aber es waren keine Markierungen zu sehen. Ich blieb auf der Straße und als sie eine Kurve nach Osten machte, entdeckte ich auch die Markierung wieder. Es ging gerade hinauf zur Straße, der Waldweg war mit groben Steinen gepflastert, es sieht aus wie eine alte Handelsstraße.

Die Landstraße musste überquert werden und nun ging es wieder bergab in ein schönes Wiesental vor Weidenhof. Um mich herum glucksten und plätscherten kleine Rinnsale und Bäche, sogar Sumpfdotterblumen wachsen hier noch. Am Ortseingang war die Markierung( Turm) an der linken Seite angebracht und da ich keine weiteren mehr sah, lief ich links die Dorfstraße hinunter. Am anderen Ende des Dorfes war immer noch keine Markierung zu sehen, also zurück. Es kamen 2 Wanderer und die gingen ohne zu gucken rechts herum. Die Beiden kannten den Weg sicher oder warum laufe ich falsch? Ein paar Kühe im Auslauf sahen aus wie Wildschweine nach dem Suhlen. Der viele Regen hat den Boden in eine Schlammwüste verwandelt.

Nun geht es ein Stück die Straße entlang und an der Ruhebank verließ ich die Straße, wieder durch den Wald und dann steil hoch zur Landstraße nach Welzheim. Hier sieht man die Grundmauern des höchstgelegenen Wachturmes hier im Fränkisch- Schwäbischen Wald. Er liegt direkt an der Straße. Auf der anderen Seite geht es weiter auf schmalem Pfad direkt am Limes entlang. Eine Familie kam mir entgegen mit 2 Kindern, sie hatten sichtlich Spaß. Am folgenden Parkplatz ist eine Informationstafel aufgestellt, überhaupt sind die Beschreibungen an den Wachtürmen oder Kastellen wirklich Informativ und man bekommt doch ein breitgestreutes Wissen über das Leben am Limes in der Zeit der römischen Herrschaft.


Das Kleinkastell Ebnisee kann man nur erahnen, der Wald und die Zeit haben fast alles verschluckt. Der Pfad trifft auf die Straße zum Ebnisee, auf der anderen Seite geht es weiter und dann kurz aber steil hinauf, der Weg war so glitschig, daß ich Mühe hatte hinauf zukommen . Dafür läuft man nun ein Stück neben dem sichtbaren Wall. Beim hinaustreten aus dem Wald sieht man sofort die alte kräftige Königseiche, eine schöne alte Eiche. Am Schaukasten zeigte die Markierung in Richtung Eiche, da dort keine weiteren Markierungen zusehen waren, ging ich die paar Meter zum Schaukasten zurück und siehe da, hätte ich um die Ecke geguckt hätte ich sie auch gesehen. Also links über die Straße und hinein in den Wald. Hier entwickelte sich der Pfad und der Wald gerade in ein Hochmoor zurück. Ein sehr schöner Wald, das frische grün der Fichten/Tannen leuchtete.

Doch der Waldboden war ein einziger Morast. Ich steckte bis zum Knöchel im Matsch und beim weitergehen spritzte der Matsch an die Hosenbeine. Bei nasser Witterung sollte man vielleicht ein Stück bis Eckartsweiler auf der Landstraße gehen bevor man ausrutscht und im Morast sitzt. Nach Grusmannsweiler trifft man wieder auf den Wall, er verläuft jetzt parallel zur Landstraße am Waldrand, Banausen haben Plastiksäcke hier abgeworfen, der Inhalt war Stroh mit Mist, warum die Säcke in den Wald werfen es gibt in jedem Dorf genug Misthaufen. Der Wanderweg macht nun einen Bogen zum Aichstrutstausee, es hatte wieder zu Regnen angefangen. Eigentlich wollte ich hier die Nacht verbringen. Doch die Wiesen waren matschig und eine große Gruppe Jugendlicher zeltete hier, sie spielten laut ihre Hip Hop Musik, das sei ihnen gegönnt, da ich Nachts aber schlafen wollte, habe ich am Waldsee bei Murrhardt übernachtet. Der Aichstrutstausee ist eine schöne Anlage zum Baden und Zelten

Nun ging es weiter Richtung Welzheim. Das Kleinkastell Rötelsee wurde wirklich schön renoviert und mit Info-Tafeln versehen.



Vom Kleinkastell ging es hinunter an den Leinbach, an ihm entlang, vorbei an der Flitzebogen- Schießanlage, Olympia Stützpunkt, schießen wie Odysseus!

In Welzheim angekommen, musste nun die letzte Steigung hinauf zum Ostkastell überwunden werden, der Blick auf die Anlage entschädigte mich für

diesen Matschtag. Der Weg von Murrhardt nach Welzheim hat einige Steigungen zu bieten.




Meine Freunde waren auch schon da, sie wollten mir auf dem Wanderweg entgegenkommen dabei gingen sie leider nach Süden, sie merkten, daß das die falsche Richtung war und kamen in dem Moment zurück zum Kastell als ich auch eintraf. Sie ließen mich auch in ihr Auto nach einer groben Reinigung. Das Kastell habe ich mir dann am nächsten Tag bei herrlichem Sonnenschein angeschaut.








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