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Mittwoch, 22. September 2010

57. Limes - Etappe, von Sandersdorf an die Donau

20.09.10

Nach einer noch kälteren Nacht an der Altmühl brach ich früh auf , um mein Rad zur Hadrianssäule an der Donau zu bringen. In Altmannstadt übersah ich die Abzweigung nach Hagenhill und fuhr Richtung Hexenagger, ich merkte mein Fehler noch vor Hexenagger und fuhr zurück nach Altmannstadt. Das Tal Richtung Hexenagger hat mir gut gefallen. Von Hexenagger kommend musste ich gleich am Ortseingang links hoch. Ich hatte mir die Limesstraße versucht zu merken und da sie gelb markiert ist auf der Limeskarte war ich der Meinung es geht immer der Hauptstraße nach, das ist eine visionelle Irreführung, mit anderen Worten bin ich dann irgendwie doch noch zur Hadrianssäule gekommen. Meine Freunde meinen ich bräuchte ein Navigationgerät.

Die Landschaft vor der Donau wirkt leer und karg mit weitem Blick und es gibt viele Hopfenfelder, zum Teil waren sie schon abgeerntet.

Mein Rad wurde in einem Busch auf dem Limes versteckt hinter der Hadrianssäule und dann ging es zurück nach Sandersdorf. Es war schon fast 11 Uhr als ich endlich loswandern konnte. Nach einem Kilometer stellte ich fest, daß die Wanderkarte noch im Auto liegt, nocheinmal zurück aber dann richtig los. Hinter der Bäckerei in Sandersdorf fließt ein Mühlbach und ich sah Forellen schwimmen. Eine idyllische Ecke. Von Sandersdorf geht es hinauf auf die Höhe und ich hatte einen schönen Blick auf das Schloss, ich konnte aber nur den oberen Teil sehen. Es geht entlang der Talkante Richtung Altmannstein. Vom Talgrund bis nach oben sieht es aus wie Wachholderheiden, die Wiesen sind voller Blumen, fast alle Sommerblumen haben noch einmal Blüten bekommen, viele kleine Nelken wachsen hier. Einmal hinunter bei Neuenhinzenhausen und wieder hinauf, dann wieder hinunter nach Sollern. Weiter nach Altmannstein auf der Landstraße. Vor Altmannstein kann man auf dem Radweg laufen oder den Schlenker des Wanderweges. Durch Altmannstein hindurch, die Treppe an der Kirche hinauf und dann rechts ein Stück die Straße entlang. Hier taucht nun auch das Wanderzeichen des Jacobsweges auf, es ist der Zubringer aus dem Osten und Limesweg und Jacobsweg führen nun ein Stück zusammen bis zum Kloster Weltenburg. Ein Stück die Hauptstraße entlang und dann geht es steil hinauf auf den Kochberg zum Limes. Heute hatte ich bisher noch nichts vom Limes gesehen. Am Limes angekommen erst einmal geschnauft und etwas was getrunken. Hier am Limes ist eine Schautafel und der Wall is auch deutlich zu sehen.







Von hier aus geht es nun fast immer am Limes entlang bis zur Donau. Nach dem Wald machte ich eine Rast direkt auf dem Limes, vom Ostrand des Kochberges hatte ich einen weiten Blick nach Osten.












In Hagenhill ist die Markierung nicht zu sehen, ich bin über eine Wiese gelaufen. Am anderen Ende war eine Markierung des Jakobsweg, also richtig. Nach Hagenhill wandern über den nächsten Hügel, ein Bauer beackerte ein Feld im Wald. Noch ein Stück weiter durch den Wald und nun tauchte das erste Hopfenfeld auf.











Es war schon abgeerntet und sehr groß. Hier am Wegesrand wird über das kultivieren von Hopfen informiert. In Abständen wird informativ über den Hopfenanbau berichtet. Es ist beeindruckend wieviel Stahlseile benötigt werden. Schnurgerade auf Feldwegen ca. 3 Km . Vorbei an Laimerstadt, hier war die Hopfenernte noch im vollen Gange. Ein schöne Bank unter Bäumen lud mich zu einer kurzen Rast ein.









Der folgende Abschnitt führt nun durch den Wald immer am Wall entlang, durch eine enge Schonung über eine kleine Holzbrücke, ein Abschnitt wie er mir gut gefällt. Zu sehen sind Schutthügel und Mauerreste von Türmen und die letzten Kilometer lief ich auf dem Wall. Es ging es noch einmal durch eine Senke, vorbei an einer Info-Tafel und dann sah ich auch schon die Hadrianssäule an der Straße.






Anstatt mich zu freuen wurde ich mehr als wehmütig, weil die Wanderung an der Donau für mich zu Ende ist. Für die 550 Km Limes habe ich bestimmt mehr als 1000 Km benötigt da ich ja überwiegend den selben Weg zurück zum Auto gelaufen bin. Ich wollte meine Füße in die Donau halten und bin von der Hadriansaäule hinunter zur Donau gelaufen. Das Problem war nur, daß hier die Donau ein Steilufer von 2-3 Metern hat. Das Ufer ist stark bewachsen und ich wäre beinahe noch in die Donau gefallen, hier am Ufer ist dicker Schlick. Keine Kühlung der geplagten Füße. Das der Limeswanderweg noch nach Bad Gögging und weiter zum Kastell Einig führt hatte ich ja nicht gewusst, erst nachdem ich die bayrische Wanderkarte gekauft hatte. Mein Ziel war die Donau.
Ich nahm mir vor den Rest mit dem Rad und noch zum Kloster Weltenburg am nächsten Tag zu fahren.




Die Rückfahrt mit dem Rad nach Sandersdorf wurde zur Tortur, ein Pedale rutschte plötzlich und ich konnte nicht mehr richtig bergan fahren. Der Bolzen der die Pedale hält war gebrochen. Zurück nach Sandersdorf waren einige Hügel zu überwinden. Also den Hügel hochschieben und hinunter fahren. Abgekämpft kam ich in Sandersdorf an. In der Gaststätte trank ich ein wohlschmeckendes Bier und nahm Bauernwürstle mit Kraut zu mir. Ich war der Meinung ich bin noch in Franken aber die Leute erklärten mir " hier wird bayrisch gesprochen".

Wegen des Defektes am Rad konnte ich am nächsten Tag nicht die Strecke zum Kastell Einig mit dem Rad fahren. Deshalb fuhr ich dann mit dem Auto zum Kloster Weltenburg und machte zuerst ein Schiffsfahrt nach Kehlheim und zurück. Nach Besichtigung der schönen Klosterkirche fuhr ich zum Kastell Einig. Ich verkniff mir das gute Bier im Biergarten von Weltenburg. Ich musste zurück nach Frankfurt fahren. Ich bin mir aber sicher, daß ich das Altmühltal und Donau noch einmal besuchen werde.

Das Kastell (Abusa) Einig liegt an einem steilen Hang zur Donau. Ich war der einzige Besucher aber es wurde an Wegen im Kastell gebaut. Dieses Kastell ist von einem Verein übernommen worden, was ich doch etwas befremdlich finde, die Internetseite dieses Vereines zeigt keinerlei aktuelle Ereignisse. Aber das Kastell ist in einem guten Zustand.




Meine Limeswanderung ist nun zu Ende aber ich habe noch ein paar Ziele zu besuchen, den Odenwald Limes und einige Museen entlang des Limes die ich nicht besuchte. Vielleicht wandere ich auch noch entlang des Hadrianswall in Norden von England, das spukt ziemlich in meinem Kopf herum.





Kloster Weltenburg und Donaudurchbruch


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