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Dienstag, 12. Juli 2011

3. Etappe Odenwaldlimes, vom Römerbad Würzberg zur Seitzer Buche

09.07.11

Bilder sind zu sehen: http://www.s366640027.website-start.de/

Am 18.07.11 fliege ich nach Manchester und von dort mit dem Zug nach Carlisle, um den Hadrianswall zu laufen. Da ich keinerlei Erfahrungen mit langen Touren habe und auch nicht richtig weiß was einzupacken ist habe ich für heute eine Probewanderung angesetzt. Mein Rucksack kam auf stolze 18 Kilo. Eingepackt hatte ich ein kleines Zelt, Essen für 2 Tage, Wechselsachen etc, alles was ich glaubte zu brauchen.
Ich startete am Parkplatz in der Nähe des Römerbades bei Würzberg. Nach ein paar hundert Metern merkte ich, daß dieses Gewicht zu schwer zum Wandern ist. So schnell wollte ich aber auch nicht aufgeben. Der Wanderweg " L " führt hier durch den Wald auf eine kleinen Straße Richtung Hesselbach. In meiner Broschüre geht es durch das Frankfurter Tor wovon ich aber nichts gesehen habe. Links im Wald eine Erhebung, ehemals Standort eines Römerturmes.
Auf der Höhe zum Zugang zu den Drei Seen verläßt der Wanderweg für eine Weile die Höhenstraße, um bei dem Wachturm 10/30 "Vogelbaumhecke" wieder die Straße zu kreuzen. Dieser Platz wurde laut Odenwaldclub- Broschüre vom Rotary - Club 1979 saniert. Zu sehen ist ein auf 3,80 m hochgemauerter Turm, das Fundament eines Holzturmes und die Nachbildung eines Palisadenzaunes. Ein schönes Plätzchen für eine Rast. Ich hatte nun entschieden, den schweren Rucksack abzulegen und ohne ihn weiter zu wandern. Ich wollte bis zur Seitzerbuche gehen und eigentlich dort zu übernachten. Das ging nun so nicht mehr und ich entschloss mich zur Seitzerbuche zu laufen und dann zurück zu diesem Römerturm , um dann hier die Nacht im Zelt zu schlafen. Immerhin würde dies 24 Km bedeuten für diesen Tag. Nach meiner Vesper versteckte ich den Rucksack in den Büschen und nahm nur etwas zu trinken mit. Ohne Rucksack läuft es sich viel besser und schnell erreichte ich Hesselbach.
In Hesselbach war ein Kastell , der Platz ist nicht verbaut und man kann die Größe des Kastells erahnen, auch mit Hilfe der Informationstafel. Weiter verläuft der Wanderweg nun vorbei am Landgasthof "ZUM GRÜNEN BAUM" und dann hinauf zum Kahlbuckel, immerhin auf 523 m. Auf der ersten Höhe sieht man noch Reste des Limes und eine Turrmstelle, es geht wieder ein Stück hinunter und weiter an der westlichen Flanke der Hohen Langhalde. Direkt auf dem Rücken verlief der Limes. Es ist ein herrlicher Blick von hier. Der Wanderweg folgt nun einem Waldweg hinunter zur Straße und dem Kastell Zwing. Doch bevor es hinunter geht machte ich einen kleinen Abstecher auf den Rücken. Hier steht das Fundament eines Steinturmes und 2 Hügel älterer Holztürme. Der Limesgraben wurde hier im späten Mittelalter als Landwehrgraben genutzt. Es wurden 2 tiefe Gräben ausgehoben und in der Mitte wurde eine erhöhte undurchdringliche Hecke gepflanzt. Diese Art habe ich auf meiner Wanderung zwischen Bad Ems und Arzberg im Westerwald schon einmal gesehen. Außerdem stehen alte Grenzsteine hier. Grenze Hessen - Baden. Hier in der Nähe liegt auch das " 3 Ländereck" Hessen, Bayern, Baden Württemberg. Ich folgte nun weiter dem Wanderweg hinunter zum Kleinkastell Zwing, es lag direkt an der Straße, vom Kastell ist aber nichts zu sehen. Nun folgt ein steiler Pfad hinauf auf den Zwing (553 m). Auf halber Höhe steht ein wieder aufgebautes Stück Mauer mit abgerundeten Firststeinen. An dieser steilen Flanke konnten die Römer keinen Graben ausheben. Es folgen noch 3 Turmstellen Wachposten 10/34- 37 . Nun geht es hinunter durch den Wald zur Seitzerbuche. Kurz vor der Straßenkreuzung liegt noch ein etwas vernachlässigter Wachturm. Ich wollte nun natürlich auch die Seitzerbuche sehen, dachte dabei an eine sehr alte, aber weit und breit kein alter Baum und von dem Kastell Seitzerbuche ist auch nichts zu sehen. Im Internet fand ich heraus, daß der Jäger Seitz 1839 tot unter einer alten Buche lag, sein Tod konnte nicht aufgeklärt werden.
Von hier trat ich den Rückweg an, sparte mir den erneuten Aufstieg zum hohen Zwing und ging aber sonst den selben Weg zurück. In Hesselbach kehrte ich im Landgasthof "ZUM GRÜNEN Baum" ein. Gut gestärkt lief ich jetzt in leichtem Regen zurück zu meinem Rucksack am Römerturm, unterwegs fand ich auf einem Komposthaufen einen sehr gut erhaltenen Nelkenbusch mit Wurzeln, er musste gerade hier abgeworfen worden sein, so einen Busch wollte ich immer schon in meinem Garten haben, also er musste mit und blüht nun in meinem Garten so vor sich hin und duftet. Am Römerturm machte ich es mir gemütlich, verspeiste mein Abendbrot und schaute mir das Frauenfussballspiel Deutschland- Japan an (mit kleinem Laptop). Dann musste ich mein Zelt im Regen aufschlagen und stellte fest, daß ich keine Heringe mitgenommen hatte, Ich schnitzte mir schnell Heringe aus dünnen Ästen und schaffte es dann doch noch nicht zu nass in das Zelt zu kommen. Fazit, Zelt blieb trocken trotz starken Regens, keine weiteren Vorkomnisse, vergiß ja nicht die Heringe. Am nächsten Morgen schien die Sonne, während ich Frühstückte trocknete das Zelt. Dann zusammen gepackt und zurück zum Parkplatz mit dem schweren Rucksack. Ich weiß nun was ich packen muss, ich besorgte mir einen sehr leichten Rucksack von der Firma Golite und liege nun bei 10 Kg.
Nur wie ich mit den wenigen Sachen 14 Tage auskommen kann ist mir noch nicht klar, aber das ist eine neue Geschichte.

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